Deutsche Konzerne planen KI-Gigafabrik: Bewerbung bis 20. Juni
03.06.2026 - 12:09:44 | boerse-global.deDer Starregisseur will die Bild-KI des Freiburger Unternehmens für das Storyboarding nutzen. Gleichzeitig formieren sich deutsche Konzerne für den Bau einer europäischen KI-Infrastruktur.
Scorsese setzt auf KI-Storyboards
Der 83-jährige Filmemacher engagiert sich bei dem auf 3,25 Milliarden Dollar bewerteten Startup. Black Forest Labs entwickelt die FLUX-Modelle zur Bildgenerierung und beliefert Plattformen wie Adobe, Canva, Microsoft und Meta.
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Scorsese beschränkt den KI-Einsatz auf die Vorproduktion. „Das beschleunigt visuelle Ideen und verbessert die Kommunikation im Team", heißt es aus seinem Umfeld. Die finale Umsetzung bleibt traditionell – eine Haltung, die der Regisseur bereits bei früheren technologischen Sprüngen wie der digitalen Verjüngung oder 3D-Technik zeigte.
Amazon treibt die Automatisierung voran
Parallel dazu stellte Amazon MGM Studios Anfang Juni die Plattform Project Nara vor. Das System kombiniert externe und proprietäre KI-Modelle auf AWS-Basis. Erste Animationsserien für Prime Video laufen bereits über die Plattform. Ein Ende Mai aufgelegter Fonds soll zudem KI-gestützte Formate fördern.
Deutsche Konzerne planen KI-Gigafabrik
SAP, Deutsche Telekom, Ionos, Siemens und die Schwarz-Gruppe verhandeln über eine gemeinsame Bewerbung für ein EU-Programm. Die Europäische Union will fünf Standorte mit je rund 100.000 KI-Chips aufbauen.
Interessenbekundungen müssen bis zum 20. Juni vorliegen. „Solche Projekte sind nur in Partnerschaften umsetzbar", betonen die beteiligten Unternehmen. Finanzierung und Standorte sind noch offen. Die Telekom verdoppelte bereits die Kapazität ihres Münchner KI-Rechenzentrums auf 20.000 Nvidia-Prozessoren – eine Beteiligung an der Gigafabrik macht der Konzern vom Geschäftsmodell abhängig.
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Frankreich lockt mit Atomstrom
Im europäischen Wettbewerb um Rechenzentren zeigt Frankreich starke Dynamik. SoftBank plant Investitionen von 75 Milliarden Euro bis 2031. Erste Standorte wie Dünkirchen profitieren vom Zugang zu günstigem Atomstrom und beschleunigten Genehmigungsverfahren.
Auch auf Unternehmensebene konsolidiert sich der Markt. Im April wurde die Fusion des kanadischen Anbieters Cohere mit dem deutschen KI-Spezialisten Aleph Alpha angekündigt. Ziel ist ein globaler Player für regulierte Branchen wie Finanzen, Verteidigung und Gesundheit.
Nvidia bringt KI auf den Desktop
Nvidia stellte Anfang Juni den RTX Spark vor – entwickelt mit Mediatek und Microsoft. Der Chip ist für KI-Anwendungen im Heimbereich konzipiert und soll ab Herbst in Geräten verschiedener Hersteller verfügbar sein. Branchenvertreter sehen darin einen „wesentlichen Schritt in der Evolution der Computertechnik", da er spezialisierte KI-Agenten auf lokaler Hardware ermöglicht.
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