Bahn, Stellenabbau

Deutsche Bahn: 30% Stellenabbau in der Konzernleitung geplant

25.06.2026 - 19:05:07 | boerse-global.de

Bahn, DocMorris und Volkswagen fahren Sanierungskurse. Mittelständler wie Mapal reagieren auf Umsatzrückgänge mit Umstrukturierungen.

Deutsche Konzerne: Stabilität, Kostensenkung und KI-Strategien
Bahn - Ein schlanker, moderner Zug fährt auf Gleisen. Im Hintergrund verschwommene, leuchtende Linien, die Daten oder Strategien symbolisieren. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Deutsche Großkonzerne und Mittelständler setzen auf Stabilität, Effizienz und radikale Kostensenkung. Die Deutsche Bahn, DocMorris und Volkswagen zeigen, wie der Umbruch aussieht.

Deutsche Bahn: Sanierung in drei Phasen

Die Bahn gibt ihr ehrgeiziges Ziel auf, die Reisendenzahlen zu verdoppeln. Stattdessen rücken Qualität und wirtschaftliche Tragfähigkeit in den Fokus.

Der Sanierungsfahrplan läuft in drei Phasen: 2026 schafft der Konzern eine stabile Grundlage. Von 2027 bis 2030 steht die Netzsanierung an. Bis 2035 soll der gesamte Marathon abgeschlossen sein.

Die finanziellen Ziele bleiben ambitioniert. Ab 2026 peilt die Bahn wieder ein positives Ergebnis nach Steuern an – nach einem erwarteten Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro für 2025. Bis 2030 soll das operative Ergebnis auf 1,7 Milliarden Euro steigen.

Dafür fallen in der Verwaltung Stellen weg. In der Konzernleitung sollen rund 30 Prozent der 3.500 Posten verschwinden. Auch im Vorstand gibt es Bewegung: Michael Obrowski übernimmt am 1. September 2026 den Finanzvorstand, nachdem seine Vorgängerin den Konzern im März verlassen hatte.

Die Pünktlichkeitsziele wurden nach hinten korrigiert. Eine Quote von 80 Prozent im Fernverkehr gilt erst für 2035 als realistisch. Für 2030 liegt das Zwischenziel bei 69 bis 72 Prozent. Die Probleme sind hausgemacht: Erst im Juni 2026 legte eine bundesweite Funkstörung den Zugverkehr lahm.

DocMorris: KI als Sparprogramm

Die Online-Apotheke DocMorris setzt voll auf Künstliche Intelligenz. Mit einer „AI-First“-Strategie will das Unternehmen die Effizienz steigern und Kosten senken.

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Konkret bedeutet das: 100 Vollzeitstellen fallen weg. Ab Ende 2027 spart DocMorris dadurch jährlich mindestens 15 Millionen CHF. Im zweiten Quartal 2026 fallen zwar Einmalkosten von 5 Millionen CHF für die Umstrukturierung an. Doch die Unternehmensführung rechnet bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit einem positiven Effekt.

Die Umsatzentwicklung habe sich im zweiten Quartal beschleunigt, besonders bei digitalen Services und rezeptpflichtigen Medikamenten. Weitere Details gibt es am 15. Juli (Trading Update) und am 19. August (Halbjahresergebnis). Ein Capital Markets Day in Heerlen ist für den 12. November angesetzt.

Volkswagen verkauft Mehrheitsbeteiligung

Auch im Industriesektor wird aufgeräumt. Die Volkswagen Group verkauft 51 Prozent an ihrer Tochter Everllence an Bain Capital. Volkswagen bleibt mit 49 Prozent beteiligt.

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Der Deal bringt rund 7,4 Milliarden Euro. Der Abschluss ist für Ende 2026 geplant. Für die rund 16.000 Mitarbeiter von Everllence gibt es Standortgarantien bis Ende 2030 – betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Mapal: Mittelstand reagiert auf Umsatzrückgang

Der Werkzeughersteller Mapal zeigt, wie der Mittelstand auf Druck reagiert. Nach einem Umsatzminus von 7 Prozent auf 514 Millionen Euro im Jahr 2025 verschmilzt das Unternehmen sieben deutsche Gesellschaften zu einer Einheit.

Die Mitarbeiterzahl sinkt von 5.000 auf 4.500. Gleichzeitig investiert Mapal 2026 rund 25 Millionen Euro weltweit. Der Fokus liegt auf Prozessgeschwindigkeit: Lieferungen innerhalb von 48 Stunden sind das Ziel.

Während die Automobilsparte stagniert, wächst der Luftfahrtbereich zweistellig. Ein klares Signal: Wer sich nicht anpasst, bleibt auf der Strecke.

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