Deutschland, Verkehr

Notrufsystem eCall startet mit moderner Mobilfunktechnik

24.01.2026 - 06:00:05 | dpa.de

Der automatische Notruf eCall hat sich in der Vergangenheit bereits öfter als Lebensretter bei schwerem Verkehrsunfällen bewährt. Nun erhält das System ein neues technisches Fundament.

  • Bei einem Notruf zählt jede Sekunde. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa
    Bei einem Notruf zählt jede Sekunde. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Das automatische Notrufsystem eCall für Kraftfahrzeuge hat bereits viele Leben gerettet. - Foto: Florian Streicher/O2 Telefónica/dpa
    Das automatische Notrufsystem eCall für Kraftfahrzeuge hat bereits viele Leben gerettet. - Foto: Florian Streicher/O2 Telefónica/dpa
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Das automatische Notrufsystem eCall für Kraftfahrzeuge wird auf moderne Mobilfunktechnik umgestellt. Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben das neue Notrufsystem «Next Generation Emergency Call» (NG eCall) in ihren Netzen gestartet. 

Die neue Variante des Notrufsystems setzt nicht mehr auf die rund 40 Jahre alte Mobilfunktechnik 2G (GSM) auf, sondern verwendet die aktuellen Standards 4G (LTE) und perspektivisch auch die fünfte Mobilfunkgeneration 5G.

Das eCall-System ist ein europaweites, automatisches Notrufsystem in Kraftfahrzeugen, dessen Hauptziel es ist, die Zeit zwischen einem Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte drastisch zu verkürzen. Seit dem 31. März 2018 ist es in der EU für alle neu zugelassenen Fahrzeugmodellreihen Pflicht.

Automatischer Notruf bei Unfall

Wenn die Sensoren im Auto einen schweren Aufprall registrieren - wenn etwa die Airbags oder Gurtstraffer auslösen - aktiviert sich das eCall-System selbstständig. Bei Parkremplern passiert dagegen nichts. Der Notruf funktioniert auch dann, wenn der Fahrer bewusstlos ist. 

Er kann auch manuell über einen SOS-Knopf in der Dachkonsole ausgelöst werden, wenn etwa eine Person im Fahrzeug einen Herzinfarkt erleidet oder die Insassen Zeuge eines schweren Unfalls werden.

Das alte System war äußerst begrenzt und konnte nur ein winziges Datenpaket von 140 Byte senden. NG eCall hebt diese Beschränkung auf. Künftig können umfangreichere Unfall-Daten übertragen werden, also nicht nur Standort und Uhrzeit, sondern wesentlich detailliertere Informationen, zum Beispiel welche Sensoren genau ausgelöst haben oder wie hoch die Aufprallgeschwindigkeit war.

Beim Unfall zählt jede Sekunde

NG eCall bietet auch einen schnelleren Verbindungsaufbau: Während es im 2G-Netz oft mehrere Sekunden dauert, bis es klingelt, steht die Verbindung über 4G/5G fast augenblicklich.

 Die EU-Kommission schätzt, dass Rettungskräfte durch eCall nur halb so lang zum Unfallort brauchen, als wenn sie auf herkömmliche Weise alarmiert werden. Wenn erst einmal die meisten Autos damit ausgestattet sind, erwartet die EU jährlich rund 2.500 weniger Verkehrstote.

«Sicherheitsgewinn für Verbraucher»

Die Einführung des neuen Fahrzeugnotrufs sei ein Sicherheitsgewinn für Verbraucher, die hierzulande auf den Straßen unterwegs sind, sagte Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von o2 Telefónica. Marc Hölzer, Bereichsleiter Netz-Entwicklung bei Vodafone betonte: «Rettungskräfte erhalten künftig schneller als bisher einen umfassenden Überblick über das Unfallgeschehen und können Rettungsmaßnahmen noch zielgerichteter einleiten.» «Im Notfall sind die Mobilfunknetze für ihre Kundinnen und Kunden da», sagte Alexander Jenbar, Technikchef der Telekom Deutschland.

Der vierte deutsche Mobilfunk Netzbetreiber, 1&1, wird das neue Notrufsystem noch nicht anbieten, da er bislang mit keinem Automobilhersteller einen Vertrag für Flotten-SIM-Karten hat. «Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, wird 1&1 ebenfalls NG eCall implementieren.» 

Das bestehende eCall-System wird weiterhin in Betrieb bleiben, um Fahrzeuge zu unterstützen, die noch mit alter Mobilfunktechnik ausgestattet sind.

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