Demenzschutz: Kaffee senkt Alzheimer-Risiko um 34 Prozent
09.06.2026 - 22:40:54 | boerse-global.de
Das zeigen aktuelle Langzeitstudien und Kongressdaten.
Zwei bis drei Tassen Kaffee schützen das Gehirn
Eine 43-jährige Studie mit über 130.000 Teilnehmenden liefert klare Daten. Die im Fachjournal JAMA veröffentlichte Untersuchung von Zhang et al. zeigt: Wer täglich zwei bis drei Tassen Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee trinkt, erkrankt seltener an Demenz.
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Der Effekt ist koffeinabhängig. Bei entkoffeiniertem Kaffee fanden die Forscher keinen Schutz. Die Risikoreduktion liegt bei Kaffeetrinkern bei bis zu 34 Prozent für Alzheimer und 37 Prozent für Parkinson.
Koffein verändert nachweislich die Gehirnaktivität. Eine Studie von 2024 zeigt, dass es die sogenannte Kritikalität des Gehirns erhöht. Gleichzeitig kann es die graue Substanz im Hippocampus vorübergehend reduzieren – dieser Effekt ist laut Untersuchungen in Cerebral Cortex aber reversibel.
Diabetes-Medikament senkt Risiko um 53 Prozent
Auf dem ERA-Kongress im Juni 2026 sorgte die FLOW-Studie für Aufsehen. Der GLP-1-Rezeptor-Agonist Semaglutid senkt das Demenzrisiko bei Typ-2-Diabetikern um bis zu 53 Prozent.
Entscheidend: Die Wirkung tritt unabhängig vom Gewichtsverlust ein. Als Hauptmechanismus gilt die Reduktion von Entzündungsmarkern wie TNF-? und IL-6. Auch Leberfett wird zunehmend als Treiber für kognitiven Abbau diskutiert.
SGLT2-Inhibitoren, eine weitere Wirkstoffklasse, zeigen ähnliche Effekte. Hier liegt die Risikoreduktion bei 43 Prozent.
Bluttest erkennt Demenz Jahre vor Ausbruch
Ende Mai 2026 präsentierte die University of California einen Durchbruch in der Früherkennung. Ein Bluttest identifiziert fehlgefaltete Amyloid- und Tau-Proteine – Jahre bevor Symptome auftreten.
Probanden mit auffälligen Werten haben ein bis zu vierfach höheres Risiko für raschen kognitiven Verfall innerhalb von fünf Jahren. Die Studie erschien in The Lancet.
Die NAKO-Gesundheitsstudie der Universität Leipzig zeigt zudem: Risikofaktoren sind bereits bei jungen Erwachsenen messbar. Bei den 20- bis 39-Jährigen korrelieren Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen signifikant mit schlechterer kognitiver Leistung.
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Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen Risiko drastisch
Die Qualität der Nahrung spielt eine entscheidende Rolle. Eine Studie im American Journal of Public Health zeigt: Wer viele hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat ein um 58 Prozent höheres Demenzrisiko. Besonders verarbeitete Fleischprodukte fallen negativ auf.
Schützend wirkt dagegen eine pflanzenbetonte Ernährung mit Hülsenfrüchten, Nüssen, Beeren und fettem Fisch. Diese fördert die Ausschüttung von GLP-1 über die Darmflora – der gleiche Mechanismus, den auch das Diabetes-Medikament nutzt.
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