Demenzschutz, Impfung

Demenzschutz durch Impfung: Gürtelrose-Vakzin senkt Risiko um 24%

17.06.2026 - 20:49:24 | boerse-global.de

Langzeitstudie zeigt 30 Prozent geringeres Demenzrisiko bei Migräne-Patienten. Auch Impfungen und Blutdruck beeinflussen die kognitive Gesundheit.

Migräne senkt Demenzrisiko: Neue Studien zu Schutzfaktoren
Demenzschutz - Ein stilisiertes, leuchtendes menschliches Gehirn, umgeben von schützenden, verflochtenen Lichtfäden, die neuronale Bahnen darstellen. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine Langzeitstudie des Erasmus University Medical Center Rotterdam mit fast 7.000 Erwachsenen, die rund zehn Jahre beobachtet wurden. Migräne-Patienten hatten demnach ein um 30 Prozent geringeres Risiko für allgemeine Demenz und ein um 42 Prozent niedrigeres Risiko für Alzheimer.

Die Forscher vermuten mehrere Ursachen: eine bessere Durchblutung des Gehirns und weniger Kalkablagerungen in der Halsschlagader. Experten des Uniklinikums Dresden weisen jedoch darauf hin, dass auch Lebensstil und Medikamente eine Rolle spielen könnten. Eine begleitende Analyse zeigte: Wer länger als zwei Jahre nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnahm, hatte ein um 12 Prozent reduziertes Demenzrisiko.

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Blutdruck als Risikofaktor

Neben Migräne rückt die Herzgesundheit in den Fokus der Forschung. Eine Analyse von fast 800.000 Erwachsenen im „Journal of the American Heart Association“ identifizierte chronisch niedrigen Blutdruck als einen der stärksten Risikofaktoren für Alzheimer. Das Risiko war um den Faktor 2,74 erhöht. Auch Herzrhythmusstörungen und frühere Hirninfarkte zeigten statistische Zusammenhänge.

Eine weitere Studie der University of Florida in „Nature Metabolism“ warnt vor der unkritischen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen, die Glucosamin einnahmen, stieg die Wahrscheinlichkeit für Alzheimer um 25 Prozent. Die Autoren betonen: Es handelt sich um einen statistischen Zusammenhang, nicht um einen Beweis für Kausalität.

Impfungen schützen das Gehirn

Forschungsergebnisse der Brown University deuten darauf hin, dass auch Impfungen zur Risikoreduktion beitragen können. Eine Analyse von Gesundheitsdaten ergab: Die Impfung gegen Gürtelrose (RZV) senkte das Demenzrisiko über vier Jahre um 24 Prozent.

Die großangelegte NAKO-Studie zeigt zudem, dass die Weichen für die kognitive Gesundheit bereits im Alter zwischen 20 und 39 Jahren gestellt werden. Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen korrelierten bereits in dieser frühen Lebensphase mit schlechterer kognitiver Leistung. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) schätzt, dass sich etwa 36 Prozent der Demenzfälle durch rechtzeitige Anpassung der Lebensgewohnheiten vermeiden ließen.

Demenzfälle in Deutschland steigen drastisch

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) prognostiziert einen Anstieg der Demenzfälle in Deutschland bis 2060 um rund 60 Prozent auf bis zu 2,1 Millionen Betroffene. Die regionalen Unterschiede sind erheblich: Während für München eine Prävalenz von 1,7 Prozent prognostiziert wird, könnte diese in ländlichen Regionen wie Elbe-Elster auf über 6 Prozent steigen.

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Neue Scanner erkennen Veränderungen Jahre früher

Die Diagnostik macht ebenfalls Fortschritte. Am Universitätsklinikum Leuven wird seit Anfang der Woche ein neuer PET-Scanner im Routinebetrieb eingesetzt. Er bietet eine bis zu 20-mal höhere Auflösung als bisherige Standardverfahren und kann Veränderungen in winzigen Hirnkernen Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome sichtbar machen.

Ergänzend dazu wurde im Mai ein KI-gestützter Bluttest vorgestellt, der mit einer Genauigkeit von über 92 Prozent zwischen verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen unterscheiden kann.

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