Demenzschutz, DASH-Diät

Demenzschutz: DASH-Diät senkt Erkrankungsrisiko um 41 Prozent

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 16:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt: Bestimmte Ernährungsweisen wie die DASH-Diät können das Risiko für kognitiven Abbau deutlich reduzieren.

DASH-Diät senkt Demenzrisiko: Neue Studien 2026
Demenzschutz - Ein menschliches Gehirn mit leuchtenden neuronalen Pfaden, umgeben von gesunden Lebensmitteln wie Blaubeeren und Nüssen. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem Jahr 2026 zeigen: Bestimmte Diätformen wirken wie ein Schutzschild für die Nervenzellen.

DASH-Diät senkt Risiko um 41 Prozent

Eine Untersuchung in JAMA Neurology mit rund 160.000 Erwachsenen belegt die Wirksamkeit der DASH-Diät. Ursprünglich zur Blutdrucksenkung entwickelt, reduziert diese Ernährungsform das Risiko für kognitiven Abbau um 41 Prozent.

Die DASH-Diät senkt den systolischen Blutdruck um etwa 11 mmHg, den diastolischen um rund 5,5 mmHg. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt um 20 Prozent, die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls um 19 Prozent.

Neben DASH gelten auch die Mittelmeerküche und die MIND-Diät als förderlich. Letztere setzt besonders auf grünes Blattgemüse und Nüsse.

Antientzündliche Ernährung wirkt bei Alzheimer-Risiko

Eine prospektive Studie in JAMA Network Open untersuchte über 1.800 Schweden ab 60 Jahren. Über 15 Jahre dokumentierten die Wissenschaftler 240 Demenzfälle. Ergebnis: Eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten senkt das Demenzrisiko.

Besonders beeindruckend: Bei Personen mit Alzheimer-Biomarkern sank das Erkrankungsrisiko um 29 Prozent. Der Proteinmarker p-tau217 gilt als Indikator für Amyloid- und Tau-Ablagerungen im Gehirn. Die Autoren betonen allerdings: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, keine Kausalitätsprüfung.

Diese Nährstoffe schützen die Nervenzellen

Die Forschung identifiziert mehrere Schutzfaktoren:

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  • Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Makrele oder Hering unterstützen Zellmembranen und Neuroplastizität. Fachleute empfehlen zwei Portionen Fisch pro Woche.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide aus grünem Tee, Anthocyane aus Beeren und Sulforaphan aus Brokkoli wirken als Antioxidantien.
  • Olivenöl – ein Esslöffel täglich – wird mit höherer Lebenserwartung assoziiert. Kokosöl und MCT-Öle liefern Ketone als alternative Energiequelle bei Insulinresistenz.
  • Mikronährstoffe wie B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium und Cholin aus Eiern sind essentiell für die Bildung von Neurotransmittern.

Jeder zweite Demenzfall wäre vermeidbar

Die Lancet Commission zeigte bereits 2024: Bis zu 45 Prozent der weltweiten Demenzfälle gehen auf 14 veränderbare Risikofaktoren zurück. Ernährung beeinflusst dabei indirekt Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes.

In Deutschland könnte die Zahl der Demenzfälle von 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen im Jahr 2060 steigen.

Auch bei ADHS zeigt Ernährung Wirkung

Eine Mai-Studie in Nutritional Neuroscience deutet an: Die Kombination von L-Theanin und Koffein aus Tee und Kaffee verbessert Reaktionszeit und Aufmerksamkeit bei Jugendlichen mit ADHS – vergleichbar mit klassischen Medikamenten.

Parallel gewinnen medikamentöse Ansätze an Bedeutung. SGLT2-Inhibitoren, ursprünglich gegen Typ-2-Diabetes entwickelt, könnten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken.

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Experten warnen: Einzelne Nährstoffe steigern nicht den IQ. Kognitive Fitness braucht einen multimodalen Ansatz aus Ernährung, Bewegung, Schlaf und geistiger Aktivität.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie empfiehlt seit Juni 2026 mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich – das schützt indirekt auch die Nervenzellen.

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