Demenzrisiko, Zucker

Demenzrisiko: Weniger Zucker in den ersten 1000 Tagen senkt Erkrankungsrisiko um 23%

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Britische Langzeitdaten belegen: Wenig Zucker in den ersten Lebensjahren senkt das spätere Demenzrisiko um bis zu 23 Prozent.

Zuckerarme Ernährung in der Kindheit: Studie zeigt deutlich geringeres Demenzrisiko
Konzeptuelle Darstellung einer Gehirnsilhouette neben einem Apfelstück als Symbol für gesunde frühkindliche Ernährung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Wer in den ersten Lebensjahren wenig Zucker bekommt, erkrankt später seltener an Demenz. Die Daten aus Großbritannien sind eindeutig.

Forscher der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) werteten Gesundheitsdaten von 64.737 Erwachsenen aus. Ihr Trick: Sie nutzten ein historisches Experiment – die Zuckerrationierung in Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg, die erst 1953 endete. Dadurch konnten sie Menschen vergleichen, die in ihrer frühen Kindheit kaum Zucker bekamen, mit solchen, die nach dem Ende der Rationierung geboren wurden.

Weniger Zucker, geringeres Risiko

Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachmagazin Neurology, zeigen einen klaren Zusammenhang. Teilnehmer, die bis zum ersten Geburtstag rationiert wurden, hatten ein um 21 Prozent niedrigeres Demenzrisiko. Bei einer Rationierung bis zum zweiten Lebensjahr sank das Risiko sogar um 23 Prozent. Konkret: In der Gruppe mit Zuckerbeschränkung traten 456 Demenzfälle auf, in der Vergleichsgruppe ohne Einschränkung waren es 504 Fälle bei 23.774 Teilnehmern.

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Doch die Vorteile gehen über die reine Risikoreduktion hinaus. Bei den Betroffenen, die trotzdem erkrankten, verzögerte sich der Ausbruch der Demenz um durchschnittlich 2,6 Jahre. Gehirnscans lieferten zusätzliche Hinweise: Wer in den ersten 1000 Tagen weniger Zucker konsumierte, hatte später ein höheres Volumen an grauer Substanz und weniger Schäden an der weißen Substanz – ein Indikator für bessere neuronale Gesundheit im Alter.

Was das für Eltern bedeutet

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Fachleute sehen in den Ergebnissen einen wichtigen Beitrag zur Präventionsforschung. „Die ersten 1000 Tage im Leben eines Menschen sind entscheidend für die neurologische Entwicklung", betont Kaitlin Seibert von der Cleveland Clinic. Doch es gibt auch warnende Stimmen: Sara Rodrigues von Alzheimer's Research UK weist darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie zeige eine Korrelation, aber keinen endgültigen Beweis für eine Ursache-Wirkung-Beziehung.

Der britische Gesundheitsdienst NHS empfiehlt bereits seit Längerem: Kinder unter einem Jahr sollten keinen zugesetzten Zucker erhalten. Für Einjährige gilt eine Obergrenze von 10 Gramm täglich, für Zwei- bis Dreijährige 14 Gramm. Die Studie legt nahe, dass diese Richtlinien nicht nur Zähne und Stoffwechsel schützen – sondern möglicherweise auch das Gehirn ein Leben lang.

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