Demenzrisiko, Selbstkochen

Demenzrisiko: Selbstkochen senkt Erkrankungschance um 27 Prozent

20.06.2026 - 02:34:52 | boerse-global.de

Neurologen identifizieren drei Lebensmittelgruppen, die kognitiven Abbau fördern. Mediterrane Kost und selbst Kochen schützen nachweislich.

Ernährung im Alter: Diese Lebensmittel schaden dem Gehirn
Demenzrisiko - Eine ältere Hand zögert, nach ungesunden Lebensmitteln wie Gebäck und frittierten Speisen zu greifen, mit gesunden Optionen im Hintergrund. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Kost lässt sich gegensteuern.

Anzeige

Stille Entzündungen im Körper können schleichend die Gesundheit untergraben und zu ständiger Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden führen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, welche 12 natürlichen Lebensmittel aus dem Supermarkt wie Entzündungs-Killer wirken. Entzündungshemmende Ernährung: Gratis-Ratgeber herunterladen

Zucker, Transfette und verarbeitetes Fleisch

Neurologen haben drei Lebensmittelgruppen identifiziert, die Senioren zur Erhaltung ihrer neurologischen Gesundheit meiden sollten. An erster Stelle: zuckerreiche und stark verarbeitete Produkte wie Softdrinks und Gebäck. Sie fördern Blutzuckerspitzen und begünstigen Entzündungsreaktionen im Körper. Zudem beschleunigt hoher Zuckerkonsum den Kollagenabbau – ein Alterungsfaktor, der bereits ab 40 wirkt.

Industrielle Transfette in frittierten Snacks und Backwaren beeinträchtigen die Gefäßgesundheit und stehen im Verdacht, neuroinflammatorische Prozesse zu fördern. Auch stark verarbeitete Fleischwaren wie Wurst und Speck sind kritisch: Die enthaltenen Nitrite wirken gefäßschädigend und können Entzündungen im Nervensystem begünstigen.

Raffinierte Stärke in Weißbrot oder zuckerhaltigen Frühstücksflocken wird schnell in Zucker umgewandelt und als viszerales Fett gespeichert – ein weiterer Risikofaktor.

Darmflora im Alter: Warum mediterrane Kost schützt

Die Zusammensetzung der Darmflora verändert sich mit zunehmendem Alter deutlich. Ein Ungleichgewicht der Darmbakterien tritt häufiger auf und wird mit chronischen, altersbedingten Entzündungen in Verbindung gebracht.

Die mediterrane Ernährung gilt als wirksame Prävention: Sie vermehrt nachweislich nützliche Bakterien. Probiotika zeigten in Studien zwar Linderung bei Muskelschwund und leichten kognitiven Beeinträchtigungen, senkten systemische Entzündungen aber nicht signifikant.

Ein beeindruckendes Beispiel: Die im hohen Alter verstorbene María Branyas Morera wies eine ungewöhnlich hohe Dichte an Bifidobakterien auf. Sie führte das auf ihren täglichen Verzehr von Naturjoghurt zurück.

Anzeige

Geistige Fitness ist kein Zufall, sondern lässt sich durch gezielte Übungen und die richtige Auswahl an Lebensmitteln bis ins hohe Alter aktiv unterstützen. Entdecken Sie in diesem kostenlosen Leitfaden 11 praktische Alltagsübungen und Ernährungstipps zur effektiven Demenzvorbeugung. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness sichern

Selbst kochen senkt Demenzrisiko um 27 Prozent

Nicht nur was, sondern auch wie wir essen, spielt eine Rolle. Eine japanische Studie mit rund 11.000 Teilnehmern ab 65 Jahren belegt: Wer mindestens einmal pro Woche selbst kocht, hat ein um bis zu 27 Prozent niedrigeres Demenzrisiko. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig von Bildung, Einkommen oder allgemeinem Lebensstil.

Hochdosierte Fischöl-Kapseln mit 2.000 mg DHA täglich erhöhen zwar die Omega-3-Spiegel im Blut und in der Gehirnflüssigkeit. Über zwei Jahre brachten sie jedoch keine messbaren Verbesserungen bei Kognition oder Gedächtnis – ein Beleg dafür, dass vollwertige Ernährung isolierten Supplementen überlegen ist.

Positive Effekte auf die Blutdruckregulation werden dem Konsum von Roter Beete zugeschrieben – sofern roh, gedämpft oder fermentiert verzehrt, um den Nitratgehalt zu erhalten.

Politik gefordert: Weg von der Reparatur-Medizin

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie fordert einen Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik. Statt „Reparatur-Medizin“ müsse die Prävention durch regulatorische Maßnahmen gestärkt werden. Die Fachgesellschaft begrüßt die Einführung einer Herstellerabgabe auf Süßgetränke und fordert weitere Beschränkungen für ungesunde Lebensmittel.

Wie wichtig strenge Kontrollen sind, zeigt ein aktueller Vorfall: Die Firma Wilms Fleisch musste mehrere Sorten Schinken-Zwiebelmettwurst zurückrufen, die unter anderem bei Aldi Süd verkauft wurden. In den Produkten wurden STEC/VTEC-Erreger nachgewiesen – insbesondere für Senioren ein ernstes Gesundheitsrisiko.

de | wissenschaft | 69586656 |