Demenzrisiko: Rauchen und Bewegungsmangel schaden schon mit 20
10.06.2026 - 09:52:29 | boerse-global.de
Das zeigt eine Forsa-Umfrage aus dem November 2025. Damit steht die Furcht vor geistigem Verfall nach Krebserkrankungen an zweiter Stelle. Kein Wunder: Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben bereits mit einer Demenz. Bis 2050 könnten es Prognosen zufolge 2,8 Millionen sein.
Risikofaktoren beginnen jung
Das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen wird bereits in frühen Lebensphasen geprägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig, die 2026 in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia“ erschien. Die Forscher werteten Daten der NAKO-Gesundheitsstudie mit rund 150.000 Teilnehmern aus.
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Dabei nutzten sie den LIBRA-Score (Lifestyle for Brain Health). Ein hoher Score – also eine ungesündere Lebensweise – korreliert in allen Altersgruppen mit geringerer kognitiver Leistung. Besonders spannend: Die Risikofaktoren unterscheiden sich je nach Lebensalter.
Bei jüngeren Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren sind es vor allem Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome, die das Risiko erhöhen. Im fortgeschrittenen Alter rücken kardiovaskuläre Faktoren wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen und hohe Cholesterinwerte in den Vordergrund. Männer weisen tendenziell höhere LIBRA-Werte auf als Frauen.
Frauen sind besonders betroffen
Eine Studie der UC San Diego mit über 17.000 Teilnehmern ab 40 Jahren untersuchte spezifische Belastungen bei Frauen. Das Ergebnis: Frauen leiden häufiger unter Depressionen, Bewegungsmangel und Schlafstörungen. Zudem wirken sich Bluthochdruck und ein hoher Body-Mass-Index bei ihnen statistisch stärker auf die kognitiven Fähigkeiten aus als bei Männern.
Die gute Nachricht: Viele dieser Faktoren sind beeinflussbar. Wer frühzeitig gegensteuert, kann sein Risiko senken.
Herzgesundheit schützt auch das Gehirn
Ein wesentlicher Hebel liegt in der Kontrolle von Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System. Experten der Deutschen Schlaganfallbegleitung wiesen zum Tag des Cholesterins im Juni 2026 auf die Bedeutung des Lipoprotein(a)-Wertes hin. Eine Studie aus dem März 2026 belegt: Dieser genetisch bedingte Wert kann im Laufe des Lebens ansteigen und erhöht das Schlaganfallrisiko. Schlaganfälle wiederum steigern das Demenzrisiko.
„Da es in Deutschland derzeit keine zugelassenen Medikamente zur gezielten Senkung dieses Wertes gibt, empfehlen wir die konsequente Behandlung anderer Faktoren wie Bluthochdruck und Rauchen“, erklärt Prof. Dr. Hans Joachim von Büdingen.
Ein gesunder Lebensstil kann laut Gesundheitsökonomin Dr. Anna Wohlthat die zwölf biologischen Prozesse des Alterns – die sogenannten „Hallmarks of Aging“ – positiv beeinflussen. Regelmäßige Bewegung gilt dabei als einer der wichtigsten Faktoren für den Erhalt der kognitiven Gesundheit.
Hilfe vor Ort: Von der Musterwohnung bis zum Sommerfest
Um die Bevölkerung für Prävention und den Umgang mit Demenz zu sensibilisieren, gibt es bundesweit verschiedene Angebote. Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach führt im Juni 2026 Informationswochen durch. Im Zentrum steht eine „Musterwohnung Demenz“ der AOK. Angehörige erhalten dort praktische Einblicke in die Gestaltung des Alltags mit Erkrankten.
Auch Krankenkassen und soziale Träger bauen ihre Angebote aus:
Die AOK Bayern bietet kostenlose Kurse zum Kraft- und Balancetraining an – speziell für Pflegekräfte in stationären Einrichtungen. Ziel: Stürze vermeiden. Die Barmer GEK kooperiert mit lokalen Caritas-Stationen und ermöglicht kostenlose Kursreihen für pflegende Angehörige.
Regionale Netzwerke wie das Demenznetz Viernheim oder die Alzheimer Gesellschaft im Rhein-Erft-Kreis veranstalten Aktionstage und Sommerfeste. Sie fördern den Austausch und machen Angebote wie die „Aktive Ruhepause“ bekannt.
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Künstliche Intelligenz als Gesundheitsrisiko?
Das Problem: Immer mehr Menschen suchen Gesundheitsinformationen im Internet. Laut Umfragen haben knapp 70 Prozent der Bürger Schwierigkeiten, seriöse Quellen online zu identifizieren. Besonders in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen nimmt die Nutzung von KI-basierten Suchergebnissen zu.
Krankenkassen wie die AOK Bayern unterstützen daher Qualitätssiegel für Fachinformationen. Ein zertifizierter „Fachprüfungsstempel“ soll künftig für mehr Sicherheit bei der Recherche zu Präventionsthemen sorgen. Denn eines ist klar: Wer sich richtig informiert, kann frühzeitig gegensteuern – und das Risiko für Demenz senken.
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