Shou, Traditionelle

Shou Wu: Traditionelle Pflanze zeigt Potenzial gegen Haarausfall

10.06.2026 - 09:39:12 | boerse-global.de

Aktuelle Studien belegen Potenzial von Shou Wu gegen Haarausfall und Bitterstoffen für die Magensäure. Vietnam integriert TCM zunehmend ins Gesundheitssystem.

TCM-Forschung 2026: Shou Wu gegen Haarausfall und Bitterstoffe für die Verdauung
Shou - Nahaufnahme von traditionellen chinesischen Heilkräutern und Wurzeln, die auf einer dunklen Oberfläche liegen, mit sanftem Licht. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem ersten Halbjahr 2026 untersuchen pflanzliche Wirkstoffe auf ihren medizinischen Nutzen – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Haarausfall: Shou Wu unter der Lupe

Die Wurzel der Pflanze Polygonum multiflorum, bekannt als Shou Wu, könnte gegen erblich bedingten Haarausfall helfen. Das legt eine Studie nahe, die im Juni 2026 im Journal of Holistic Integrative Pharmacy erschien. Die Forscher identifizierten drei potenzielle Wirkmechanismen: Die Pflanze könnte hormonelle Einflüsse abschwächen, das Haarwachstum fördern und die Durchblutung der Haarwurzeln verbessern.

In China leiden schätzungsweise 21,3 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen unter Haarausfall. Doch Fachleute warnen: Die bisherigen Erkenntnisse basieren überwiegend auf Laborstudien. Großangelegte klinische Tests am Menschen stehen noch aus.

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Bitterstoffe regen Magensäure an

Ein Team des Leibniz-Instituts an der TU München veröffentlichte im März 2026 eine Studie in Molecular Nutrition & Food Research. Die Forscher untersuchten, wie verschiedene Pflanzenextrakte die Magensäureproduktion beeinflussen.

Das Ergebnis: Bitterstoffe aus Meisterwurz, Wacholder, Salbei und Schafgarbe können die Produktion ankurbeln. Den stärksten Effekt erzielte eine Kombination aus neun Extrakten, die drei unterschiedliche Bitterrezeptoren stimulieren. Enzian und Löwenzahn zeigten dagegen eine schwächere Wirkung. Entscheidend für die Wirksamkeit ist offenbar der Polyphenolgehalt der Pflanzen.

In der TCM kommt zudem die Yamswurzel (Dioscorea opposita) zum Einsatz – mit 100 bis 200 Gramm pro Tag soll sie die Verdauung und Nierenfunktion unterstützen.

Vietnam: TCM wird systemrelevant

Wie weit die Integration der TCM in moderne Gesundheitssysteme fortgeschritten ist, zeigt das Beispiel Vietnam. Das nationale Netzwerk umfasst inzwischen fünf zentrale, 61 provinzielle und zehn private TCM-Krankenhäuser.

2025 fanden landesweit rund sieben Millionen TCM-Behandlungen statt – das entspricht 3,3 Prozent aller medizinischen Behandlungen. Besonders hoch ist die Abdeckung in der Provinz Quang Tri: 23 von 28 Krankenhäusern bieten dort TCM an. Das Krankenhaus Bac Quang Tri verzeichnete allein 2025 über 13.800 ambulante und 3.700 stationäre Behandlungen.

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt mittlerweile 229 TCM-Arzneimittel und 349 pflanzliche Wirkstoffe ab. Der Anteil der TCM-Ausgaben an den Gesamtausgaben des Gesundheitssystems lag 2025 bei 5,42 Prozent.

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Kakerlaken-Extrakte und Hautpflege

Auch tierische Extrakte rücken in den Fokus der Forschung. Die taiwanesische Gesundheitsbehörde bestätigte die Nutzung von Extrakten der Amerikanischen Großschabe (Periplaneta americana). Moderne Analysen bescheinigen ihnen antibakterielle, wundheilende und antitumorale Eigenschaften. In Asien gibt es bereits über 100 zertifizierte Farmen, die die Tiere für Medikamente gegen Magengeschwüre und Hepatitis B züchten.

In der TCM-Dermatologie gilt ein sogenannter „Milz-Qi-Mangel“ als Ursache für fahle Haut und Pigmentstörungen. Klassische Rezepturen wie Huang Qi (Astragalus) sollen gegen Alterungserscheinungen helfen, Akupressur am Punkt Hegu wird zur Behandlung empfohlen.

Vorsicht vor Selbstversuchen

Während die TCM verstärkt auf Prävention durch jahreszeitlich angepasste Ernährung setzt, warnen Experten vor unkontrollierten Selbstbehandlungen. Besonders „Parasite Cleansing“-Kuren ohne einer ärztliche Diagnose bergen Risiken – finanziell und gesundheitlich.

Neue Ansätze der Harvard Medical School könnten die Forschung künftig voranbringen: Seit 2026 ermöglicht die Messung des biologischen Alters über die Genaktivität präzisere Diagnosen. Das könnte langfristig auch helfen, traditionelle Heilmethoden besser zu evaluieren.

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