Demenzprävention: Entzündungsarme Ernährung senkt Risiko um 29%
04.07.2026 - 03:15:00 | boerse-global.de
Von innovativen Behandlungen über digitale Helfer bis hin zu einfachen Lebensstiländerungen – das Spektrum an Möglichkeiten wächst rasant.
Neue Behandlungen ohne Skalpell
Bei Alzheimer und Parkinson setzen Ärzte zunehmend auf nicht-invasive Verfahren. Die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) steht im Fokus aktueller Forschung. Eine Umfrage unter 33 Zentren zeigt: 2025 erhielten 785 Alzheimer-Patienten über 17.690 Sitzungen. Bei den Behandelten schritt die Krankheit offenbar nicht weiter voran, Nebenwirkungen blieben aus. Die Forschung wird nun international ausgeweitet – mit Studien in Hongkong und Untersuchungen zu Long Covid in Wien.
Auch der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall (MRgFUS) bietet eine Alternative. Das Verfahren lindert Tremor bei Parkinson ohne operativen Hautschnitt. Der Haken: Anders als die tiefe Hirnstimulation ist MRgFUS nicht reversibel.
Digitaler Aktivierungstisch im Seniorenheim
Seit Anfang 2026 nutzt ein Seniorenzentrum in Kirchheim einen digitalen Aktivierungstisch. Das rund 9.000 Euro teure Gerät fördert Bewegung, Koordination und Erinnerungsarbeit der Bewohner durch interaktive Anwendungen. Finanziert wurde das Projekt von einer Krankenkasse und einem lokalen Förderverein.
Früherkennung per Bluttest
Ob Vergesslichkeit im Alter noch normal ist oder bereits ein Warnsignal darstellt, lässt sich heute diskret von zu Hause aus prüfen. Dieser kostenlose 2-Minuten-Selbsttest liefert Ihnen eine erste Einschätzung zu frühen Anzeichen. Jetzt kostenlosen Demenz-Selbsttest starten
Für Juli 2026 ist der Start eines Alzheimer-Bluttests geplant. Experte Prof. Christoph Kleinschnitz warnt jedoch vor möglichen Fehlinterpretationen der Ergebnisse.
Doch Diagnostik allein reicht nicht. Langzeitstudien belegen die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen:
- Ernährung: Eine schwedische Studie über 15 Jahre mit über 1.800 Personen ab 60 zeigt: Entzündungsarme Kost senkt das Demenzrisiko um bis zu 29 Prozent.
- Kognitives Training: Die ACTIVE-Studie belegt eine Risikoreduktion um etwa 25 Prozent über 20 Jahre.
- Bewegung: Senioren über 80 mit höherer Gehgeschwindigkeit haben ein bis zu 50 Prozent geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen.
- Impfungen: Impfungen gegen Gürtelrose oder Grippe können das Demenzrisiko um 20 bis 55 Prozent senken.
Mentales Zeitreisen und ADHS neu gedacht
Die Psychologie liefert neue Erkenntnisse. Ekrem Dere von der Ruhr-Universität Bochum untersuchte „mentales Zeitreisen". Zukunftsorientierte Planung reduziert Stress, negative Gedankenschleifen bergen dagegen Risiken. Diese Prozesse hängen eng mit dem Dopamin-System zusammen – ein Mangel wird mit Gedächtnisverlust bei Alzheimer in Verbindung gebracht.
Ein Forscher der FU Berlin schlug zudem ein neues Erklärmodell für ADHS vor: Die Störung könnte Folge einer instabilen neuronalen Energieversorgung sein. Dabei spielen Glukosestoffwechsel und Mitochondrien eine zentrale Rolle – was die Bedeutung von Schlaf, Pausen und Ernährung unterstreicht.
Digitale Achtsamkeitsinterventionen mit EEG-Feedback zeigen Erfolge bei Altersdepressionen. Teilnehmer wiesen nach sechswöchigen Programmen verbesserte Kognition und reduzierte Angstsymptome auf.
Feinstaub schädigt Gedächtnis massiv
Neben dem Schutz vor Umwelteinflüssen ist gezieltes kognitives Training ein entscheidender Faktor für die mentale Vitalität. Entdecken Sie 11 praktische Alltagsübungen, die Ihr Gehirn fit halten und zur Demenzvorbeugung beitragen. Kostenlosen Ratgeber für Gehirntraining sichern
Eine Studie in Alzheimer's & Dementia zeigt: Langfristige Feinstaubbelastung (PM2.5) schädigt das semantische Gedächtnis – gravierender als zehn Jahre natürliche Alterung.
Auf Nährstoffebene untersuchen Wissenschaftler Kreatin. Es unterstützt die ATP-Regeneration im Gehirn und könnte Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit verbessern – besonders bei älteren Menschen, Vegetariern oder unter hoher mentaler Belastung.
Regionale Angebote im Juli 2026 – wie Konzentrationsspiele in Stadtroda oder Atemtechnik-Fortbildungen im Klinikum am Weissenhof – zeigen: Die Erkenntnisse aus der Forschung finden längst ihren Weg in den Alltag.
