Demenzprävention: Entzündungsarme Ernährung senkt Risiko um 29%
02.07.2026 - 13:04:38 | boerse-global.de
Von Ernährung über Impfungen bis zu Medikamenten – die Ansätze werden vielfältiger.
Ernährung senkt Demenzrisiko deutlich
Eine schwedische Langzeitstudie mit knapp 1.900 Teilnehmern ab 60 Jahren zeigt: Wer sich entzündungsarm ernährt, senkt sein Demenzrisiko um bis zu 29 Prozent. Besonders profitieren Menschen mit erhöhten p-tau217-Biomarkern. Von den Probanden erkrankten 240 im Untersuchungszeitraum an Demenz. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie – einen direkten Kausalnachweis gibt es noch nicht.
Kopfbälle lassen Demenzmarker ansteigen
Eine niederländische Studie in JAMA Neurology untersuchte die Folgen von Kopfbällen im Fußball. Bereits einzelne Kopfbälle ließen die Demenzmarker S100B und p-tau217 im Blut kurzzeitig ansteigen. Die Werte normalisierten sich meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Die langfristigen Folgen dieser kurzfristigen Erhöhungen sind noch unklar.
Diabetes-Medikamente schützen offenbar das Gehirn
Das National Institutes of Health (NIH) fand heraus: SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten – beides Diabetes-Medikamente – könnten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken.
Auch Impfungen zeigen präventives Potenzial. Eine Analyse aus Wales ergab: Die Herpes-Zoster-Impfung Shingrix senkte das Demenzrisiko über sieben Jahre um rund 20 Prozent. Bei Grippeimpfungen lag die Risikoreduktion bei etwa 40 Prozent (Standardimpfstoff, vier Jahre) und bis zu 55 Prozent (Hochdosis-Variante, zwei Jahre).
Novo Nordisk: Semaglutid enttäuscht in Alzheimer-Studie
Die Phase-3-Studien „evoke" und „evoke+" von Novo Nordisk lieferten gemischte Ergebnisse. Der Wirkstoff Semaglutid verbesserte bei über 3.800 Teilnehmern mit leichter kognitiver Einschränkung zwar bestimmte Alzheimer-Biomarker. Ein signifikanter Effekt auf den klinischen Krankheitsverlauf blieb nach zwei Jahren jedoch aus. Die geplante Erweiterungsstudie wurde gestoppt.
Die schwedische Langzeitstudie zeigt: Eine entzündungsarme Ernährung senkt das Demenzrisiko um bis zu 29%. Mit dem kostenlosen 7-Tage-Plan und der Lebensmittel-Checkliste setzen Sie die Erkenntnisse direkt um. Jetzt kostenlosen Ernährungsplan anfordern
Wie die Zellalterung gebremst werden könnte
Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena untersuchten die Mechanismen der Zellalterung. Ihr Ergebnis: Phosphatidylcholin (PC) beeinflusst die Struktur von Mitochondrien. Durch die Gabe von PC oder Cholin ließ sich die mitochondriale Struktur in Modellorganismen und menschlichen Zellkulturen innerhalb von zwei Tagen regenerieren.
Der PC-Spiegel sinkt bei Frauen in den Wechseljahren deutlich. Ein niedriger Wert korrelierte in den Untersuchungen mit Diabetes und Adipositas. Höhere Werte waren dagegen mit schnellerem Gehtempo und besserer Gedächtnisleistung verbunden.
Frühkindliche Entwicklung: Bakterien als Schutzfaktor
Prävention beginnt offenbar schon vor der Geburt. Eine Studie untersuchte die DNA-Methylierung im Nabelschnurblut und das Darmmikrobiom von Säuglingen. Das Bakterium Lachnospira pectinoschiza war mit einem geringeren Autismus-Risiko verbunden, Parabacteroides distasonis mit einem geringeren ADHS-Risiko – allerdings nur bei entsprechenden epigenetischen Risikomustern.
Psychische Gesundheit: Hauptgrund für Frühverrentung
Psychische Störungen verursachten 2024 rund 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. Noch gravierender: Mit 42 Prozent sind sie der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten. Die Nationale Präventionskonferenz fordert daher stärkere Präventionsansätze in der Arbeitswelt.
Neue Plattform für Präventionskurse
Verwirrt von widersprüchlichen Ernährungsstudien? Dieser Report liefert Klarheit: Welche Lebensmittel Entzündungen fördern und welche schützen – plus 5 einfache Rezepte für den Start. Anti-Entzündungs-Rezepte jetzt sichern
Ärzte und Psychotherapeuten können seit kurzem auf eine neue Online-Plattform zugreifen. Sie enthält über 120.000 zertifizierte Präventionskurse zu Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung. Die Krankenkassen bezuschussen die Angebote.
Parallel dazu entsteht in Österreich ein KI-gestütztes System, das komplexe Gesundheitsinformationen an die kognitive Belastung der Nutzer anpasst. Ziel ist es, Fachjargon zu vermeiden und eine fundierte Patientenaufklärung zu ermöglichen. Eine Gesundheitsreform plant zudem den Ausbau von Primärversorgungszentren und die Förderung der Telemedizin bis 2040.
