Demenzprävention: 45 Prozent der Fälle durch Lebensstil vermeidbar
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Jährlich gibt es in Deutschland rund 300.000 neue Demenzfälle und 270.000 Schlaganfälle. Ein Großteil davon wäre vermeidbar.
Experten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) verweisen auf beeinflussbare Risikofaktoren. Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) ließen sich bis zu 70 Prozent der Schlaganfälle und 45 Prozent der Demenzfälle durch Prävention verhindern.
Bewegung und Ernährung als Schlüsselfaktoren
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Juli 2026 neue Leitlinien veröffentlicht. Sie empfehlen 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Dazu kommt eine mediterran geprägte Ernährung.
Der Ernährungswissenschaftler Gunter Eckert von der Universität Gießen hebt die sogenannte MIND-Diät hervor. Sie kombiniert mediterrane Kost mit Ansätzen gegen Bluthochdruck. Die Basis: Blattgemüse, Beeren, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Ergänzt durch fetten Seefisch könne das Demenzrisiko um bis zu 40 Prozent sinken.
Risikofaktoren sind dagegen hoher Alkohol- und Zuckerkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel.
Kreative Hobbys trainieren das Gehirn
Geistige Aktivität ist genauso wichtig wie körperliche Fitness. Eine Metaanalyse in der Fachzeitschrift Neurology mit 38 Studien und über zwei Millionen Teilnehmenden zeigt: Kreative Handarbeiten wie Stricken oder Nähen senken das Demenzrisiko um rund 23 Prozent.
Eine Auswertung aus dem Jahr 2024 mit mehr als 7.000 Erwachsenen in England bestätigte zudem ein höheres Wohlbefinden bei kreativ Aktiven.
Wussten Sie, dass 45 % aller Demenzfälle durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar wären? Die MIND-Diät senkt Ihr Risiko um bis zu 40 %, und kreative Hobbys wie Stricken oder Nähen um weitere 23 %. Holen Sie sich jetzt den kompletten Präventionsplan mit 7-Tage-Ernährungsplan, Fitness-Checkliste und 5 einfachen Gewohnheiten. Jetzt kostenlosen Präventionsplan anfordern
Auch gezieltes Gehirntraining wirkt. Eine Analyse des Unternehmens Muse vom 22. Juli 2026 untersuchte 189 Nutzer zwischen 31 und 83 Jahren. Ergebnis: Die Regelmäßigkeit des Trainings ist entscheidender als das Alter. Trainierende in ihren 60ern und 70ern schnitten in Aufmerksamkeitstests besser ab als unregelmäßig trainierende 30- bis 40-Jährige.
Neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung
Die Wissenschaft versteht immer besser, wie das Gehirn lernt. Eine am 22. Juli 2026 in Science veröffentlichte Studie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Emory University zeigt: Bestimmte neuronale Strukturen ermöglichen flexibles Lernen. Dendriten von Pyramidalneuronen und NDNF-Interneuronen bilden bei komplexen Aufgaben Cluster — das erhöht die neuronale Plastizität.
Eine Studie des IST Austria vom gleichen Tag gibt Einblicke ins Gedächtniszentrum. Das Hippocampus-CA3-Netzwerk startet mit überschüssigen Verbindungen, die sich im Laufe der Entwicklung zu effizienteren Strukturen reduzieren. Ältere Menschen haben zwar schwächere Einzelverbindungen, dafür aber eine höhere Gesamtspeicherkapazität.
Ein Review des Salk Institute vom 21. Juli 2026 in der Zeitschrift Neuron beleuchtet Wanderwellen im visuellen Kortex. Diese Wellen fungieren als Rechenmotor für interne Repräsentationen und modulieren Wahrnehmung und Erinnerungsbildung.
Digitale Reizüberflutung als Gefahr
Trotz der hohen Anpassungsfähigkeit warnen Experten vor den Belastungen des digitalen Alltags. Der Neurowissenschaftler Boris Konrad erklärt: Ständige Kurzvideos und Push-Nachrichten versetzen das Gehirn in einen Stressmodus, der die Konzentration beeinträchtigt.
Kreative Handarbeiten wie Stricken oder Häkeln senken Ihr Demenzrisiko um 23 % – das zeigt eine Metaanalyse mit über zwei Millionen Teilnehmenden. Kombiniert mit der MIND-Diät und regelmäßigem Gehirntraining können Sie Ihr Risiko sogar noch stärker reduzieren. Starten Sie noch heute mit unserem kostenlosen Präventionsplan. Präventionsplan jetzt sichern
Das Langzeitgedächtnis habe theoretisch unbegrenzte Kapazitäten. Das Arbeitsgedächtnis sei dagegen eine begrenzte Ressource, die im Tagesverlauf erschöpft werde. Konrad empfiehlt klassische Mnemotechniken, um Informationen durch visuelle Verknüpfungen dauerhaft zu verankern.
Eine am 21. Juli 2026 in Nature veröffentlichte Studie zur stimulierten Beta-Aktivität (tACS) zeigt zudem Potenziale für die Verbesserung motorischer Lernprozesse. Das könnte künftig besonders in der Schlaganfall-Therapie wichtig werden.
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