Demenzprävention, Risikos

Demenzprävention: 45% des Risikos lässt sich durch Lebensstil senken

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Bundesverband für Tiergesundheit veröffentlicht eine Leitlinie zur Erkennung und Einteilung der caninen Demenz bei älteren Hunden.

Hunde-Demenz: Neue Leitlinie für die Diagnose bei Senioren
Ein älterer Hund ruht entspannt auf einer weichen Decke in einem sonnendurchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die canine kognitive Dysfunktion (CCD) wird zum wachsenden Problem in der Tiermedizin. Mit steigender Lebenserwartung von Haustieren nehmen altersbedingte Erkrankungen zu – und die Symptome ähneln erschreckend der menschlichen Demenz.

Neue Leitlinie soll helfen

Etwa jeder dritte Hund im Alter von 12 Jahren zeigt bereits Anzeichen von CCD. Bei 15-jährigen Tieren ist es sogar jeder zweite. Die Herausforderung: Normale Alterserscheinungen von einer echten kognitiven Störung zu unterscheiden.

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. veröffentlichte heute eine neue Leitlinie, die genau dabei helfen soll. Sie teilt die Erkrankung in drei Schweregrade ein und erfasst frühzeitig Symptome wie Orientierungslosigkeit, veränderte Sozialkontakte oder gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus.

Heilung nicht möglich – aber Linderung

Eine Heilung der caninen Demenz gibt es nicht. Doch verschiedene Maßnahmen können den Verlauf verzögern. Experten setzen auf einen multimodalen Ansatz:

  • Medikamente: Bestimmte Präparate fördern die Gehirndurchblutung oder beeinflussen den Stoffwechsel von Botenstoffen.
  • Ernährung: Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die neurologische Funktion.
  • Geistige Fitness: Regelmäßige Beschäftigung und angepasste Aufgaben halten die kognitiven Fähigkeiten länger fit.
  • Routinen: Feste Abläufe und eine vertraute Umgebung reduzieren Stress und helfen bei der Orientierung.
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Was wir vom Menschen lernen können

Die Entwicklungen in der Tiermedizin spiegeln einen Trend aus der Humanmedizin wider: Früherkennung wird immer wichtiger. Die WHO veröffentlichte im Juli 2026 aktualisierte Empfehlungen zur Demenzprävention beim Menschen. Demnach lassen sich bis zu 45 Prozent des Risikos durch Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Ernährung und soziale Aktivität beeinflussen.

Eine Studie in Nature Medicine zeigt zudem: Bereits moderate Bewegung – etwa 3.000 Schritte täglich – kann die Ausbreitung krankhafter Proteine im Gehirn verlangsamen.

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Auch bei der Diagnostik gibt es Fortschritte. Auf der AAIC-Konferenz in London (12. bis 15. Juli 2026) wurden Bluttests auf den Marker pTau-217 vorgestellt. Sie erreichen eine Sensitivität von 95 Prozent und eine Spezifität von 97 Prozent. Eine Studie im Journal JAMA mit 2.684 Senioren belegt: Extrem hohe Werte dieses Markers sagen ein hohes Risiko für kognitive Einschränkungen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre voraus.

Während in der Humanmedizin neue Medikamente wie SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten auf ihr Potenzial geprüft werden – mit beobachteten Risikoreduktionen von 33 bis 43 Prozent –, bleibt in der Tiermedizin die konsequente Verhaltensbeobachtung das wichtigste Instrument.

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