Demenzdiagnose, Sterberisiko

Demenzdiagnose mit 65: Sterberisiko bei Frauen bis zu 11-mal höher

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 04:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine GKV-Datenanalyse zeigt besonders bei 65-Jährigen erhöhte relative Sterberisiken; zwischen 2016 und 2021 nahm die Mortalität weiter zu.
Ein minimalistisch eingerichteter, heller Raum mit einem einfachen Holzstuhl vor einer leeren Wand. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachjournal Alzheimer's Research & Therapy veröffentlichte Untersuchung liefert umfassende Einblicke in die Sterblichkeit von Demenzerkrankten in Deutschland. Wie scienmag.com in einem Bericht vom 29.10.2026 zusammenfasste, weisen Menschen mit einer formellen Demenzdiagnose ein deutlich erhöhtes Sterberisiko auf.

Dieser Effekt zeigt sich besonders drastisch bei jüngeren Erwachsenen, während er sich im sehr hohen Alter zunehmend relativiert. Die Untersuchung stützt sich auf Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus den Jahren 2016 bis 2021, die für das Jahr 2022 rund 73 Millionen Versicherte und damit etwa 88 Prozent der deutschen Bevölkerung abbilden.

Ausgeprägte Risikoüberhöhung im jüngeren Seniorenalter

Die Auswertung verdeutlicht erhebliche Unterschiede in der Übersterblichkeit in Abhängigkeit vom Lebensalter. Frauen mit einer Demenzdiagnose weisen im Alter von 65 Jahren ein bis zu 11-faches Sterberisiko im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen ohne eine solche Diagnose auf. Bei den 65-jährigen Männern liegt das Sterberisiko bei diagnostizierter Demenz bei bis zum 9-Fachen gegenüber der Vergleichsgruppe ohne Befund.

Mit fortschreitendem Alter schwächt sich dieser relative Abstand zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen jedoch kontinuierlich ab. Bei Hochbetagten im Alter von 95 Jahren ist der Unterschied im Sterberisiko zwischen Menschen mit und ohne Demenzdiagnose schließlich nahezu vernachlässigbar.

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Sterberaten steigen mit dem Lebensalter deutlich an

Betrachtet man die absoluten Mortalitätsraten je Alterskategorie, steigen diese erwartungsgemäß mit zunehmenden Lebensjahren stark an. Bei den 65-Jährigen liegen die Mortalitätsraten bei Frauen bei rund 7.000 bis 8.500 pro 100.000 Personen, während sie bei den Männern dieser Altersgruppe rund 7.000 bis 11.000 pro 100.000 betragen.

Im Alter von 85 Jahren klettern diese Kennzahlen bei Frauen auf rund 16.000 und bei Männern auf rund 21.000 pro 100.000 Betroffene. Bei Personen, die über 100 Jahre alt sind, erreichen die Mortalitätsraten Größenordnungen von rund 50.000 bis 60.000 pro 100.000 bei Frauen sowie rund 70.000 bei Männern. Über alle erfassten Bereiche hinweg verbleibt das Mortalitäts-Inzidenz-Verhältnis durchgehend auf einem Niveau von über 10.

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Zeitlicher Trend und methodische Begrenzungen

Im Beobachtungszeitraum zwischen 2016 und 2021 verzeichnete die Analyse zudem einen allgemeinen Anstieg der Sterblichkeit bei Demenzerkrankten. Die altersstandardisierte Mortalität bei diagnostizierter Demenz erhöhte sich in Deutschland von 18.845 pro 100.000 im Jahr 2016 auf 20.238 pro 100.000 im Jahr 2021, was einem Zuwachs von 7,4 Prozent entspricht.

Differenziert nach Geschlecht stieg die altersstandardisierte Rate bei Frauen von 18.730 auf 20.135 pro 100.000, was ein Plus von 7,5 Prozent darstellt. Bei den Männern erhöhte sich der Wert im gleichen Zeitraum von 19.222 auf 20.909 pro 100.000, was einer Steigerung um 8,8 Prozent entspricht.

Als Limitation verweist die Untersuchung darauf, dass ausschließlich Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen ausgewertet wurden. Rund 11 Prozent der Bevölkerung, die privat versichert sind, blieben in dieser Datengrundlage unberücksichtigt.

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