Demenz-Score, Risiko

Demenz-Score: Risiko steigt von 1 auf 19 Prozent bei neun Punkten

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Modell mit fünf leicht erfassbaren Merkmalen schätzt das Dreijahresrisiko und ist derzeit vor allem für Forschungszwecke vorgesehen.
Ein hölzerner Tisch mit einem leeren Notizbuch und einem Stift in natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Northumbria University hat einen einfachen Risiko-Score entwickelt, mit dem sich das Demenzrisiko älterer Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bestimmen lässt.

Die im Fachjournal American Journal of Epidemiology veröffentlichte und vom National Institute for Health and Care Research (NIHR) geförderte Arbeit zielt darauf ab, diagnostische Hürden in Regionen mit begrenzten medizinischen Ressourcen zu verringern.

Fünf Indikatoren ohne apparative Diagnostik

Das Instrument basiert auf fünf Parametern, die ohne invasive oder kostenintensive Verfahren erhoben werden können. Weder Bluttests noch bildgebende Hirnscans sind für die Ermittlung des Scores erforderlich.

Zu den erfassten Faktoren gehören das Alter – wobei das Risiko ab dem 70. Lebensjahr steigt und ab 80 Jahren nochmals steiler anwächst –, das Ausmaß sozialer Teilhabe sowie die körperliche Aktivität. Hinzu kommen das Vorliegen von Bluthochdruck und festgestellte Schwierigkeiten beim eigenständigen Geldmanagement.

Die Skala des Modells reicht von 0 bis 9 Punkten. Die Auswertung zeigt deutliche Abstufungen in der Prognose: Bei einem Punktwert von 0 liegt das Risiko, innerhalb von drei Jahren an einer Demenz zu erkranken, bei circa 1 Prozent. Erreicht der Score hingegen den Höchstwert von 9, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung im selben Dreijahreszeitraum auf rund 19 Prozent.

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Breite Datenbasis in sieben Schwellen- und Entwicklungsländern

Für die Entwicklung und Validierung des Modells griff das Team auf Datensätze von über 11.000 älteren Erwachsenen zurück. Diese Daten stammen aus sieben Ländern: China, Kuba, der Dominikanischen Republik, Puerto Rico, Venezuela, Mexiko und Peru.

In den statistischen Tests erreichte das Berechnungsmodell eine Genauigkeit von 0,75. Damit liegt der Wert über dem für die klinische Nützlichkeit definierten Schwellenwert von 0,70.

Die Fokussierung auf einkommensschwächere Regionen begründet sich mit der weltweiten Verteilung der Erkrankungen. Rund 60 Prozent der globalen Demenzfälle treten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf. Laut der Studie leben dort circa 60 Prozent der weltweit mehr als 57 Millionen Menschen, die von Demenz betroffen sind. In vielen dieser Regionen fehlt jedoch der flächendeckende Zugang zu spezialisierter Diagnostik.

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Primärer Einsatz in der wissenschaftlichen Rekrutierung

Trotz der praktischen Handhabung betonen die Forschenden der Northumbria University, dass das Werkzeug gegenwärtig nicht für ein routinemäßiges Screening in der allgemeinen Gesundheitsversorgung vorgesehen ist. Der primäre Einsatzzweck liegt vielmehr in der Forschung sowie in der gezielten Rekrutierung von Teilnehmenden für klinische Studien.

Bevor das Instrument breiter eingesetzt werden kann, fordern die Wissenschaftler weitere Validierungen in Regionen, die in der aktuellen Datenbasis noch nicht abgedeckt sind. Dazu zählen insbesondere Länder in Süd- und Südostasien, im Nahen Osten und Nordafrika (MENA) sowie in Subsahara-Afrika.

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