Demenz-Risiko, Blutdruck

Demenz-Risiko: Wenig trinken und niedriger Blutdruck erhöhen Alzheimer-Gefahr

17.06.2026 - 14:39:11 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Zu wenig trinken, niedriger Blutdruck und Glucosamin können das Demenz-Risiko erhöhen. Bis 2060 drohen 2,1 Millionen Fälle in Deutschland.

Alltagsrisiken für Demenz: Neue Studien zu Trinken, Blutdruck und Glucosamin
Demenz-Risiko - Ein klares Glas Wasser auf einem Tisch mit verschwommenen, abstrakten neuralen Mustern im Hintergrund, die Gehirn und Forschung symbolisieren. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Fokus: Trinkmenge, Blutdruck und Nahrungsergänzungsmittel.

Wenig trinken – höheres Alzheimer-Risiko?

Eine südkoreanische Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Flüssigkeitsaufnahme und Hirnveränderungen. Die Forscher untersuchten 287 kognitiv gesunde Erwachsene zwischen 55 und 90 Jahren über zwei Jahre.

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Das Ergebnis: Wer weniger als fünf Tassen täglich trinkt (etwa 1,2 Liter), hat häufiger Amyloid-?-Ablagerungen im Gehirn. Auch zerebrovaskuläre Schäden traten häufiger auf. Besonders betroffen waren Menschen ohne das ApoE4-Risikoallel. Einen direkten Kausalitätsbeweis liefert die Studie nicht.

Blutdruck als zweischneidiges Schwert

Eine Analyse von rund 800.000 Probanden aus Großbritannien und den USA identifizierte niedrigen Blutdruck als Risikofaktor. Die Studie erschien im Juni im Journal of the American Heart Association.

Bei weißen Briten erhöhte Hypotonie das Alzheimer-Risiko um das 2,74-Fache, bei weißen US-Amerikanern um das 1,97-Fache. Bei schwarzen und hispanischen Teilnehmern war dagegen Bluthochdruck der dominantere Risikofaktor.

Vorsicht bei Glucosamin

Eine US-Studie der University of Florida warnt vor dem Gelenkpräparat. Die im Juni in Nature Metabolism veröffentlichte Analyse von Patientendaten zeigt: Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung hatten bei Einnahme ein 25 Prozent höheres Risiko für Alzheimer-Demenz.

Ein Mausmodell mit hoher Tagesdosis bestätigte den Trend: Die Gedächtnisleistung verschlechterte sich. Auch hier betonen die Forscher: Es handelt sich nicht um einen Kausalitätsbeweis, aber die Ergebnisse mahnen zur Vorsicht.

Demenz-Prognose für Deutschland: 2,1 Millionen Fälle bis 2060

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) prognostiziert einen drastischen Anstieg. Aktuell sind 1,3 bis 1,8 Millionen Menschen betroffen. Bis 2060 könnte die Zahl auf 2,1 Millionen steigen.

Experten schätzen: 36 Prozent der Demenzfälle wären durch zwölf Risikofaktoren vermeidbar. Dazu zählen neben Bluthochdruck und Diabetes auch Bewegung, Bildung und Rauchverzicht. Eine Leipziger NAKO-Studie belegt zudem: Schädigende Gewohnheiten beeinträchtigen die kognitive Leistung bereits im Alter zwischen 20 und 39 Jahren.

Neue Diagnostik und vielversprechende Forschung

Das Unternehmen Sysmex Europe stellte heute die HISCL-Plattform vor. Sie analysiert Alzheimer-Biomarker wie p-Tau217 und A?42/42 aus Blutproben. Unabhängige Validierungen in Amsterdam und Barcelona bestätigten eine hohe diagnostische Genauigkeit.

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Das Krankenhaus UZ Leuven setzt seit Juni einen neuen PET-Scanner ein. Seine höhere Auflösung soll krankhafte Veränderungen Jahre vor Symptomen sichtbar machen.

Forscher der ETH Zürich untersuchen die Substanz CPD10. Im Tiermodell stabilisierte der Wirkstoff das Enzym GRK2, reduzierte Proteinplaques und verbesserte Zellfunktionen. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.

Ab dem 1. Juli startet in Deutschland die Vergütung für den Wirkstoff Donanemab – obwohl der Gemeinsame Bundesausschuss keinen Zusatznutzen festgestellt hat.

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