Demenz-Prävention, WHO

Demenz-Prävention: WHO bestätigt – 45% der Fälle sind vermeidbar

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 01:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue WHO-Leitlinie bestätigt: Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle sind durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Bewegung und MIND-Diät als Schlüsselfaktoren.

WHO-Studie: Lebensstil senkt Demenz- und Schlaganfallrisiko drastisch
Eine Person beim Joggen im Park als Symbol für einen gesunden Lebensstil zur Prävention von neurologischen Erkrankungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 300.000 Demenz- und 270.000 Schlaganfall-Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland – viele davon wären vermeidbar.

Mediziner sind sich einig: Die Gesundheit unseres Gehirns hängt maßgeblich von beeinflussbaren Faktoren ab. Prof. Dr. Heidrun Krämer-Best vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) und Dr. Hassan Soda vom RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt betonen: Rund 70 Prozent der Schlaganfälle und etwa 45 Prozent der Demenzfälle ließen sich durch eine konsequente Anpassung des Lebensstils verhindern.

Die zentralen Risikofaktoren sind bekannt: Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und chronischer Stress. Wer diese kontrolliert, kann sein Demenzrisiko im Idealfall um das Fünffache senken. Das belegen große Studien wie INTERSTROKE und die Global-Burden-of-Disease-Daten.

WHO aktualisiert Leitlinien zur Demenzprävention

Im Juli 2026 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation die zweite Auflage ihrer Leitlinie. Die Botschaft: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind modifizierbar. Weltweit sind derzeit rund 57 Millionen Menschen betroffen.

Die WHO empfiehlt regelmäßige Bewegung – idealerweise 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität pro Woche. Auch kognitive Stimulation, soziale Kontakte und Hörgeräte bei Hörverlust stehen auf der Präventionsliste.

Gegen die routinemäßige Einnahme von Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren spricht sich die Organisation klar aus – solange kein nachgewiesener Mangel vorliegt. Für die Behandlung von Depressionen oder Schlafstörungen zur Demenzprävention sieht die WHO derzeit keine ausreichende Evidenz.

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Die MIND-Diät als Gamechanger?

Ein wesentlicher Baustein ist die Ernährung. Prof. Gunter Eckert von der Universität Gießen verweist auf die MIND-Diät: viel Blattgemüse, Beeren, Nüsse, Vollkornprodukte und Olivenöl. Fetter Fisch wirkt entzündungshemmend. Alkohol und Zucker dagegen steigern das Risiko.

Durch eine langfristige Ernährungsumstellung lasse sich das Risiko für kognitive Verschlechterungen um bis zu 40 Prozent senken, so der Experte.

Kliniken sehen erste Erfolge

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Die Relevanz zeigt sich in der Praxis. Am Campus Bad Neustadt werden jährlich 4.000 Patienten neurologisch behandelt, darunter 1.000 Schlaganfall-Patienten. Dr. Dirk Czapowski von der Asklepios Klinik Langen versorgt jährlich rund 1.500 Patienten. Sein Rat: Blutdruckkontrolle und Rauchverzicht gehören zu den wirksamsten Maßnahmen.

Die Experten sind sich einig: Es lohnt sich in jedem Lebensalter, etwas für die Gehirngesundheit zu tun.

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