Demenz-Prävention: Speed-Training senkt Alzheimer-Risiko um 25%
30.06.2026 - 15:23:20 | boerse-global.de
Gleichzeitig drängen neue digitale Plattformen und KI-Brillen auf den Markt.
Speed-Training schlägt Gedächtnisübungen
Die über 20 Jahre laufende ACTIVE-Studie zeigt einen überraschenden Befund: Nur eine bestimmte Form des kognitiven Trainings senkt das Alzheimer-Risiko signifikant. Teilnehmer, die Objekte auf einem Bildschirm identifizieren mussten, erkrankten 25 Prozent seltener an Demenz.
Herkömmliche Übungen zum logischen Denken oder klassisches Gedächtnistraining zeigten dagegen keinen vergleichbaren Effekt. Die Forscher vermuten den Aufbau einer kognitiven Reserve als ursächlichen Mechanismus.
Neue Plattformen fürs tägliche Training
Ende Juni startete der Anbieter Mentilus eine Online-Plattform mit 33 verschiedenen Denkspielen. Die Übungen trainieren Tempo, Fokus und Gedächtnis – bei einer täglichen Dauer von etwa zehn Minuten.
Auch physisch gewinnt das Konzept an Boden. Im Welios Science Center in Wels eröffnete die Dauerausstellung „Brain Gym AI“. Besucher trainieren dort Reaktionsvermögen und Gleichgewicht, die Ergebnisse werden per NFC-Technik ausgewertet.
KI-Brille übersetzt in Echtzeit
Das Unternehmen XGIMI kündigte die KI-Brille „MemoMind One“ an, deren Auslieferung für diesen Sommer geplant ist. Das Gerät übersetzt Gespräche in 26 Sprachen und verfügt über einen KI-Recorder. Ein optionales Abonnement soll ein digitales Langzeitgedächtnis bieten.
Auch in der medizinischen Diagnostik spielt KI eine wachsende Rolle. KI-gestützte Netzhautscans erkennen Alzheimer-Risiken statistisch bis zu 8,55 Jahre vor den ersten klinischen Symptomen. Der Markt für solche Analysen soll von 2,65 Milliarden USD (2023) auf 9,4 Milliarden USD (2033) steigen.
Die ACTIVE-Studie zeigt: Nur Speed-Training senkt das Alzheimer-Risiko um 25% – herkömmliche Gedächtnisübungen nicht. Holen Sie sich jetzt die 5 besten Übungen für Ihr tägliches 10-Minuten-Training. Kostenlosen Leitfaden anfordern
Neue Wirkstoffe in deutschen Kliniken
Seit Juni sind die Medikamente Lecanemab und Donanemab in deutschen Kliniken verfügbar. Sie reduzieren Amyloid-Plaques im Gehirn. Schätzungen zufolge kommen rund 120.000 der 1,2 Millionen Alzheimer-Betroffenen in Deutschland für die Behandlung infrage.
Die Universität Bamberg forscht parallel zur Prävention: Das Projekt WELLCOG untersucht über sechs Jahre die kognitive Entwicklung Erwachsener. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert es mit rund zwei Millionen Euro.
Zahnvorsorge senkt Demenzrisiko
Kohortenstudien der National Institutes of Health zeigen einen weiteren überraschenden Zusammenhang: Verbesserte Zahnvorsorge kann das Demenzrisiko um zwei bis vier Prozent senken. Die University of Kansas fand zudem heraus, dass eine höhere Östrogenexposition bei Frauen mit einem größeren Hippocampus-Volumen korreliert.
Spielerisch gegen das Vergessen
Für das dritte Quartal kündigte ein Entwickler „Medium: The Hand of Fate“ an – eine eigenständige Version eines Gedankenlese-Partyspiels. Es fördert kooperative Elemente und logisches Kombinieren.
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Die AWO in Stadtroda setzt dagegen auf Klassiker: Im Juli stehen Domino-Veranstaltungen zur Förderung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses an. Parallel startete eine Kickstarter-Kampagne für das Puzzle-Spiel „Fizzles“, das auf werbefreies und trackingfreies Lösen komplexer Aufgaben setzt.
Die Bandbreite reicht von medizinischer Hochtechnologie bis zum gemeinschaftlichen Spiel – und zeigt: Der Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit wird zunehmend zum gesellschaftlichen Thema.
