Demenz-Pflege: Studie untersucht Belastung von 350 Angehörigen
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz gilt als eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen im Gesundheitssektor. Da ein Großteil der Betroffenen in häuslicher Umgebung durch Familienmitglieder betreut wird, rücken die Belastungen dieser Gruppe zunehmend in den Fokus der Wissenschaft.
Die Universität Jena hat hierzu Mitte August 2026 das Forschungsprojekt „AnDem-RoSe“ initiiert, das gezielte Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige untersuchen soll.
Zielsetzung und Umfang des Forschungsprojekts
Das Projekt „AnDem-RoSe“ ist auf eine mehrjährige Laufzeit ausgelegt. Wie die Universität Jena im August 2026 bekannt gab, soll die Studie bis Ende 2029 durchgeführt werden. Das primäre Ziel der Forschungsarbeit besteht darin, wirksame Strategien und Hilfestellungen zu identifizieren, die die psychische und physische Gesundheit der pflegenden Angehörigen stabilisieren können.
Für die Durchführung der Studie suchen die Wissenschaftler insgesamt 350 Teilnehmende. Angesprochen sind Personen, die im häuslichen Umfeld die Pflege von demenzkranken Angehörigen leisten. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt sollen dazu beitragen, bestehende Versorgungslücken zu schließen und die Lebensqualität sowohl der Pflegenden als auch der Pflegebedürftigen nachhaltig zu sichern.
Gesundheitliche Risiken für pflegende Angehörige
Die Relevanz solcher Forschungsvorhaben wird durch die gesundheitliche Situation der Zielgruppe unterstrichen. Beobachtungen zeigen, dass die dauerhafte Betreuung eines Demenzpatienten oft mit einer extremen Belastung einhergeht. In Berichten über das Projekt der Universität Jena wird darauf hingewiesen, dass pflegende Angehörige überproportional häufig unter Erschöpfungszuständen leiden.
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Neben der körperlichen Überanstrengung treten vermehrt Schlafstörungen auf, die auf die oft unregelmäßigen Ruhezeiten und die ständige Alarmbereitschaft zurückzuführen sind. Zudem weisen Experten darauf hin, dass das Risiko für die Entwicklung von Depressionen bei dieser Personengruppe signifikant erhöht ist.
Die psychische Last, die mit dem schleichenden Persönlichkeitsverlust des Erkrankten und der sozialen Isolation der Pflegenden verbunden ist, stellt demnach ein zentrales Handlungsfeld für die Forschung dar.
Demografischer Kontext und gesellschaftliche Relevanz
Die Notwendigkeit für Projekte wie „AnDem-RoSe“ ergibt sich auch aus den aktuellen epidemiologischen Daten für Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben derzeit rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung in der Bundesrepublik. Angesichts der alternden Gesellschaft wird erwartet, dass diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter ansteigen wird.
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Da die stationäre Pflegekapazität begrenzt ist und viele Familien die Pflege zu Hause bevorzugen, lastet die Hauptverantwortung für die Bewältigung dieser Krankheitsbilder auf dem privaten Umfeld. Das Forschungsprojekt in Jena reagiert auf diesen Trend, indem es die strukturellen und individuellen Bedingungen der häuslichen Pflege analysiert.
Bis zum Abschluss der Untersuchung im Jahr 2029 erhoffen sich die Beteiligten fundierte Daten, die als Basis für künftige gesundheitspolitische Entscheidungen und konkrete Entlastungsangebote dienen können.
Die Universität Jena unterstreicht mit diesem Vorhaben die Bedeutung einer spezialisierten Begleitforschung, die über die rein medizinische Behandlung der Demenz hinausgeht und das gesamte soziale System der Pflege in den Blick nimmt.
