Demenz, Gewohnheiten

Demenz: Fünf Gewohnheiten senken Risiko um 40 Prozent

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Erkenntnisse zeigen, wie Bewegung, Rauchverzicht und lokale Netzwerke das Demenzrisiko senken und die Betreuung verbessern können.

Demenzmonat 2026: Prävention und Versorgung im Fokus
Ein sonniger Parkweg führt durch einen Garten mit herbstlichem Laub und strahlt eine ruhige, gesundheitsfördernde Atmosphäre aus. Illustration mit AI erstellt.

Der internationale Demenzmonat im September 2026 rückt die kognitive Gesundheit sowie notwendige Maßnahmen nach einer Diagnose in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Angesichts weltweit steigender Fallzahlen betonen Experten und Institutionen die Bedeutung präventiver Lebensweisen und einer verbesserten lokalen Vernetzung in der Versorgung.

Globale Belastung und statistische Einordnung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit über 55 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Das Krankheitsbild umfasst mehr als 50 verschiedene Formen, wobei Alzheimer mit einem Anteil von rund drei Vierteln die häufigste Unterform darstellt.

Daten der Alzheimer Forschung Initiative aus dem Jahr 2023 belegen, dass die Erkrankung stark mit dem Lebensalter korreliert: Etwa 53 Prozent der an Alzheimer Verstorbenen waren 85 Jahre oder älter.

Dennoch sind rund 5 Prozent der Betroffenen jünger als 65 Jahre. Ein klinisch relevantes Risiko stellt zudem die Anfälligkeit für Sekundärerkrankungen dar; etwa die Hälfte der Patienten entwickelt in den letzten zwei Lebenswochen eine Lungenentzündung.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Risikoreduktion

Aktuelle Studien unterstreichen das erhebliche Potenzial der Prävention. Einem Bericht aus dem September 2026 zufolge, der sich auf Daten aus JAMA Neurology und dem British Journal of Sports Medicine von 2024 stützt, können fünf spezifische Gewohnheiten das Demenzrisiko um bis zu 40 Prozent senken.

Dazu zählen insbesondere der Verzicht auf das Rauchen sowie eine wöchentliche körperliche Aktivität von 150 Minuten, idealerweise verteilt auf mindestens 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche.

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Weitere Forschungsergebnisse aus den Jahren 2024 und 2025 deuten darauf hin, dass kognitives Training das Risiko um bis zu 25 Prozent reduzieren kann. Ein ähnlicher Effekt wird der sogenannten MIND-Diät zugeschrieben. Langzeitstudien aus dem Jahr 2024 belegen zudem, dass die Kombination aus Nichtrauchen sowie einem stabilen Blutdruck- und Blutzuckerspiegel das Leben ohne Demenzerscheinungen um bis zu 13 Jahre verlängern kann.

Anforderungen an die Versorgung und nationale Strategien

Der Welt-Alzheimertag am 21. September 2026 steht unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. Experten wie die Leipziger Universitätsprofessorin Anette Kersting betonen, dass der Umgang mit der Krankheit die Akzeptanz von Widersprüchlichkeiten erfordert. In der Fachwelt wird das Konzept des uneindeutigen Verlusts diskutiert, bei dem Angehörige eine Serie kleiner Abschiede statt eines einmaligen Verlusts erleben.

In der praktischen Pflege gewinnen nicht-medikamentöse Ansätze an Bedeutung. Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) lebten beispielsweise in Lübeck im Jahr 2024 rund 4.200 Menschen mit Demenz.

Experten der AOK empfehlen hier die „Validation“ als Grundhaltung, bei der das Einfühlen in die Erlebenswelt der Betroffenen Vorrang vor der Korrektur von Fehlern hat. Studien zeigen, dass solche Maßnahmen oft wirksamer sind als eine rein pharmakologische Therapie.

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Auch der Einsatz von Gesundheitsclowns, etwa durch die Organisation „Rote Nasen“, wird als ergänzende Methode evaluiert. Eine Untersuchung der niederländischen Leyden Academy on Vitality and Ageing aus dem Jahr 2026 hebt dabei hervor, dass der Erfolg maßgeblich vom Zusammenspiel zwischen Clowns, Pflegekräften und Angehörigen abhängt.

Auf systemischer Ebene fordern der PKV-Verband und die Forschungsgruppe Digital Health der TU Dresden eine nationale Gesamtstrategie. In ihrer Untersuchung „Neue Gesundheitsnetze“ identifizierten sie die persönliche Ansprache und wohnortnahe Angebote als zentrale Erfolgsfaktoren. Kritisiert wurde jedoch die oft befristete Förderung kommunaler Projekte, die nach Ende der Finanzierung häufig eingestellt werden.

Regionale Initiativen und internationale Aktionen

Zahlreiche Kommunen begleiten den Demenzmonat mit spezifischen Aktionswochen. In Oldenburg liegt der Fokus im September 2026 auf früh beginnenden Demenzformen. Wangen und Hanau bieten umfangreiche Informationsstände, Workshops und kreative Projekte wie das Häkeln von „Demenz-Tieren“ an.

In Dortmund-Hörde ermöglicht das „Café Atempause“ den Austausch für pflegende Angehörige, während die Malteser in Greven bereits Anfang des Jahres ein Demenz-Café nach dem schwedischen Silviahemmet-Konzept eröffneten.

International forderte der spanische Dachverband CEAFA im Rahmen des Weltalzheimertages einen verbesserten Zugang zu neuen Medikamenten über das öffentliche Gesundheitssystem. Flankiert wurde dies durch Solidaritätsmärsche und Benefizkonzerte in verschiedenen Provinzen.

In der Türkei führte das Onkologie-Krankenhaus in Ankara Schulungen für Angehörige durch, um die Sicherheit im häuslichen Umfeld zu erhöhen und Verhaltensänderungen besser bewältigen zu können.

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