Demenz: Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen verkürzen demenzfreie Jahre um 12
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen im mittleren Alter können Demenz um über zwölf Jahre früher auslösen. Das zeigt eine Langzeitstudie mit mehr als 12.000 Teilnehmern, die in der Fachzeitschrift Neurology Open Access erschienen ist.
Gesund im Herzen, gesund im Kopf
Die ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities) begleitete Probanden über 26 Jahre. Zu Beginn waren die Teilnehmer im Schnitt 56 Jahre alt. Das Ergebnis: Wer mit 55 Jahren keinen der drei Risikofaktoren hatte, blieb im Durchschnitt 30,1 weitere Jahre demenzfrei. Bei allen drei Faktoren sank diese Zahl auf 17,5 Jahre.
Seniorautor Josef Coresh von NYU Langone Health sieht darin einen klaren Auftrag: „Diese Zahlen zeigen das Potenzial frühzeitiger Prävention." Insgesamt erkrankten 3.008 Teilnehmer während der Studie an Demenz, 5.238 starben ohne kognitive Beeinträchtigung.
Dramatische Unterschiede im Alter
Besonders deutlich wird der Zusammenhang bei den über 85-Jährigen: Nur 7 Prozent der Hochrisikogruppe waren in diesem Alter noch demenzfrei. In der Gruppe ohne die drei Risikofaktoren waren es 35 Prozent.
Wer sich mit der langfristigen Vorsorge befasst, sollte die Rolle des Blutdrucks nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Spezialreport liefert sieben konkrete Tipps, um die Werte dauerhaft und auf natürliche Weise zu regulieren. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung kostenlos herunterladen
Frauen konnten im Schnitt mehr demenzfreie Jahre vorweisen als Männer. Bei Vorliegen aller drei Faktoren stieg das Erkrankungsrisiko um den Faktor 2,69. Schon mit 55 Jahren lag das Demenzrisiko in der Hochrisikogruppe bei 23 Prozent – und kletterte bis zum 75. Lebensjahr auf 37 Prozent.
Mehr als nur drei Risikofaktoren
Die Ergebnisse ergänzen den Bericht der Lancet Commission von 2024. Demnach gehen weltweit rund 45 Prozent aller Demenzfälle auf 14 veränderbare Risikofaktoren zurück. Neben Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen zählen dazu:
- Hohes LDL-Cholesterin (etwa 7 Prozent der Fälle)
- Unbehandelter Sehverlust (2 Prozent)
- Bewegungsmangel und soziale Isolation
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Luftverschmutzung und Hörverlust
- Adipositas und Depressionen
Da die geistige Fitness eng mit dem Lebensstil verknüpft ist, bieten einfache Alltagsübungen eine wertvolle Unterstützung bei der Prävention. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie Ihr Gedächtnis und Ihre Konzentration nachhaltig stärken können. 11 praktische Übungen zur Gehirn-Fitness jetzt sichern
Die Harvard Aging Brain Study liefert zusätzliche Erkenntnisse: Bereits 3.000 bis 5.000 Schritte täglich verlangsamen den kognitiven Verfall um rund drei Jahre. Bei 5.000 bis 7.500 Schritten sind es bis zu sieben Jahre. Krafttraining allein senkt das Demenzrisiko nach aktuellem Forschungsstand nicht direkt – es stärkt aber die allgemeine körperliche Resilienz.
