Demenz: 45 Prozent aller Fälle durch Lebensstil vermeidbar
15.06.2026 - 11:42:54 | boerse-global.de
Neben neuen Medikamenten rücken Verhaltensstrategien und Lebensstiländerungen in den Fokus.
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Wenn Angst zu Aggression wird
Schreien, Rufen, plötzliche Wutausbrüche – herausforderndes Verhalten belastet Pflegende und Angehörige enorm. Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) sieht die Ursachen oft in Angst, Unsicherheit oder unerkannten Schmerzen. Auch hirnorganische Veränderungen und Reizüberflutung spielen eine Rolle.
Der Schlüssel zur Deeskalation: Das Verhalten nicht persönlich nehmen. Stattdessen helfen reizarme Umgebungen, klare Tagesstrukturen und einfühlsame Kommunikation. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet dazu am 1. September 2026 ein Online-Seminar an.
Lebensstil als Schutzfaktor
Die Lancet-Kommission hat 14 beeinflussbare Risikofaktoren identifiziert. Rund 45 Prozent aller Demenzfälle ließen sich demnach vermeiden oder verzögern. Dazu zählen Bildung, Rauchverzicht, soziale Kontakte und die Behandlung von Diabetes.
Die finnische FINGER-Studie belegte die Wirksamkeit von Multidomäneninterventionen: Sie senkten das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse um 20 Prozent und Alltagsbeeinträchtigungen um 30 Prozent. Chronische Krankheiten gingen sogar um 60 Prozent zurück. Die Leipziger AgeWell.de-Studie bestätigt diese Ergebnisse.
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Neue Antikörper – und ihre Grenzen
Lecanemab und Donanemab haben eine EMA-Zulassung für leichte Demenz. Studien zeigen eine Verzögerung des Krankheitsfortschritts um etwa 30 Prozent. Doch das IQWiG sieht keinen belegten Zusatznutzen.
Enttäuschend endeten die EVOKE-Studien zu Semaglutid: Das Mittel zeigte keine Überlegenheit bei der Alzheimer-Behandlung im Frühstadium.
Hilfe vor Ort
Neben der Forschung bleibt die lokale Unterstützung zentral. Im Juli 2026 findet in Nürnberg ein Pflegestammtisch statt. In Dreis-Brück bietet das „Café Auszeit“ Termine im Juni, September und Dezember an – ein Angebot zum Erfahrungsaustausch, das genau jene soziale Isolation verhindern soll, die selbst als Risikofaktor gilt.
