Deepfakes, Bundesregierung

Deepfakes: Bundesregierung kündigt Gesetzentwurf an

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Justizministerin Hubig stellte neue Vorgaben gegen manipulierte Medien in Aussicht. Der Entwurf soll zeitnah ins Bundeskabinett gelangen.

Bundesregierung plant schärfere Regeln gegen Deepfakes
Moderne Glasfassade eines Regierungsgebäudes in Berlin während der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Bundesregierung will entschlossener gegen täuschend echte Fälschungen von Bild-, Video- und Tonaufnahmen vorgehen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte auf dem BIG BANG KI FESTIVAL in Berlin verschärfte Regelungen im Umgang mit Deepfakes an. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle zeitnah in das Bundeskabinett eingebracht werden, um bestehende rechtliche Lücken beim Missbrauch künstlicher Intelligenz zu schließen.

Rekordkulisse bei Berliner Branchenveranstaltung

Hubig nutzte für ihre Ankündigung eine Plattform mit hoher Sichtbarkeit in der Technologie- und Wirtschaftswelt. Das BIG BANG KI FESTIVAL fand am 16. und 17. September 2026 in der STATION Berlin statt und verzeichnete mit 11.400 Gästen einen Besucherrekord. Die breite Resonanz unterstrich die Aktualität der Debatte rund um die Chancen und Risiken moderner KI-Systeme.

Manipulierte Medieninhalte gelten in der Fachwelt und Politik gleichermaßen als wachsende Herausforderung für den Schutz von Persönlichkeitsrechten sowie für die Verlässlichkeit des öffentlichen Diskurses. Das von Hubig in Aussicht gestellte Gesetzesvorhaben soll den rechtlichen Handlungsspielraum erweitern, um gezielte Fälschungen effektiver ahnden zu können.

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Forderungen nach Kodizes und Entwicklungspausen

Auf der Konferenzbühne traten neben dem Vorstoß der Justizministerin weitere Vorschläge für den Umgang mit der Technologie zutage. So forderte Microsoft-Manager Britz auf der Veranstaltung einen verbindlichen KI-Verhaltenskodex. Eine solche Richtlinie soll klare Leitlinien für die Entwicklung und Nutzung intelligenter Systeme definieren, um Transparenz und Verantwortungsbewusstsein innerhalb der Branche zu stärken.

Einen noch weitergehenden Ansatz formulierte Festival-Host de Buhr. De Buhr sprach sich auf dem Treffen in Berlin für eine mehrmonatige KI-Pause aus. Ein zeitweiser Entwicklungsstopp solle die nötige Frist verschaffen, um Sicherheitsrisiken grundlegend zu analysieren und regulatorische Rahmenbedingungen vor dem nächsten Innovationsschub zu etablieren.

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Abstimmung im Kabinett als nächster Schritt

Die teils konträren Beiträge auf dem Festival spiegeln das Spannungsfeld zwischen Selbstverpflichtung, temporären Moratorien und staatlicher Regulierung wider. Der von der Justizministerin angekündigte Gesetzentwurf leitet nun den nächsten konkreten Schritt auf der bundespolitischen Ebene ein.

Sobald die Vorlage das Kabinett passiert hat, werden die genauen Bestimmungen für den juristischen Umgang mit Deepfakes die parlamentischen Beratungen bestimmen.

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