Datenpannen in Niedersachsen: 573 Fälle im Q1 2026 gemeldet
18.06.2026 - 19:17:24 | boerse-global.de
Die Polizei in Neubrandenburg hat Ermittlungen wegen eines digital manipulierten Bildes einer Minderjährigen aufgenommen. Das veränderte Foto wurde als WhatsApp-Sticker unter Schülern auf Rügen verbreitet. Die Beamten leiteten am 17. Juni ein Verfahren ein – unter anderem wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Inhalte.
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Neue Betrugswelle über WhatsApp
Der Vorfall auf Rügen ist kein Einzelfall. Mitte Juni registrierten die Behörden eine neue Betrugsmasche, bei der gefälschte Support-Bots versuchen, WhatsApp-Konten zu übernehmen. Die Masche läuft über SMS: Nutzer werden auf manipulierte Webseiten gelockt und zur Eingabe von Codes für die Geräteverknüpfung aufgefordert. Auch vor unseriösen Job-Angeboten per Sprachnachricht warnte das LKA Niedersachsen.
Meta reagierte am 17. Juni mit neuen Schutzfunktionen. WhatsApp warnt künftig beim Scannen verdächtiger QR-Codes, Facebook und der Messenger setzen auf KI-gestützte Erkennung von Betrugsmustern. Allein 2025 entfernte der Konzern weltweit rund 159 Millionen Spam-Anzeigen.
BSI gibt grünes Licht für Geheim-Messenger
Ebenfalls am 17. Juni erteilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Einsatzerlaubnis für den Secusmart-Messenger. Die App ist für die Geheimhaltungsstufe „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) zugelassen.
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Neue Cybercrime-Zentralstelle in Osnabrück
Die Behörden rüsten sich gegen die wachsende digitale Kriminalität. Am heutigen Donnerstag wurde in Osnabrück eine neue Cybercrime-Zentralstelle eröffnet. Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg angesiedelte Einheit ist mit 15 Staatsanwälten besetzt und bündelt die Kräfte von drei bisherigen regionalen Stellen. Ihr Fokus: Schadsoftware und der Handel im Darknet.
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen aktuelle Zahlen aus Niedersachsen. Die Landesbeauftragte für den Datenschutz verzeichnete für das erste Quartal 2026 insgesamt 573 gemeldete Datenpannen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 435 Fällen im Vorjahreszeitraum. Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Festival gegen KI-Fake-News in Frankfurt (Oder)
Neben strafbaren Bildmanipulationen rückt auch das Thema Desinformation in den Fokus. An der Europa-Universität Viadrina startete heute ein Festival, das sich mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Verbreitung von Fake News beschäftigt. Parallel dazu erinnerten politische Vertreter anlässlich des Internationalen Tages gegen Hetze an die Gefahren von KI-beschleunigter Hassrede. Ihr Appell: Den gesellschaftlichen Zusammenhalt gegen digitale Hetze zu stärken.
