DASH-Ernährung: Blutdruck bei Hypertonikern sinkt um 11,4 mmHg
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zur Behandlung von Bluthochdruck gewinnen nicht-medikamentöse Ansätze zunehmend an Bedeutung. Fachleute verweisen auf ein breites Spektrum evidenzbasierter Maßnahmen wie gezielte Bewegung, Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellungen, die den Blutdruck von Hypertonie-Patienten auf natürliche Weise signant senken können.
In Deutschland sind rund 30 Prozent der Erwachsenen von chronischem Bluthochdruck betroffen; etwa 20 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung. Laut Erhebungen liegt die Prävalenz bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren bei 31,6 Prozent, aufgeteilt in 33,3 Prozent bei Männern und 29,9 Prozent bei Frauen.
Grenzwerte und Abgrenzung zum Notfall
Nach Angaben von Dr. Max Fritschka vom Deutschen Herzzentrum der Charité wird eine Hypertonie ab einem Praxiswert von mindestens 140/90 mmHg definiert, sofern dieser bei mindestens zwei Messungen festgestellt wird. Während die American Heart Association den Grenzwert in den USA auf 130/85 mmHg gesenkt hat, gilt ein Wert von 120/80 mmHg weiterhin als ideal.
Bei Heimmessungen gelten Werte unter 135/85 mmHg als normal. Liegt der systolische Wert über 150 mmHg, empfiehlt sich sofortiges Hinsetzen oder Hinlegen sowie 15 bis 30 Minuten absolute Ruhe ohne Smartphone vor einer Kontrollmessung.
Davon abzugrenzen ist der hypertensive Notfall: Nach Angaben der Praxisklinik Bornheim liegt ein solcher bei Werten von über 180 mmHg systolisch oder über 120 mmHg diastolisch in Kombination mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Nasenbluten, Atemnot oder Brustschmerzen vor. In solchen Fällen ist umgehend der Rettungsdienst zu alarmieren.
Gewicht und Bewegung als primäre Hebel
Regelmäßige körperliche Aktivität zeigt deutliche Langzeiteffekte. Laut der Deutschen Herzstiftung senkt ein Bewegungsprogramm von fünfmal wöchentlich 30 Minuten den Blutdruck systolisch um 5 bis 9 mmHg und diastolisch um 3 bis 5 mmHg.
Ebenso effektiv ist die Gewichtsreduktion: Eine Abnahme um vier Kilogramm führt im Schnitt zu einer Senkung um etwa 4 mmHg systolisch und 2 mmHg diastolisch, wobei jedes weitere verlorene Kilogramm zusätzliche 1 bis 2 mmHg einsparen kann.
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Eine Metaanalyse von Neter et al. aus dem Jahr 2003, die 25 randomisierte Studien mit 4.874 Teilnehmenden aus den Jahren 1966 bis 2002 auswertete, belegte pro verlorenem Kilogramm eine systolische Reduktion um 1,05 mmHg und eine diastolische um 0,92 mmHg.
Bei einer mittleren Abnahme von 5,1 Kilogramm sanken die Werte um 4,44 mmHg systolisch und 3,57 mmHg diastolisch, bei einem Verlust von über 5 Kilogramm sogar um 6,63 bzw. 5,12 mmHg.
Ernährung, Salzkonsum und Alltagsanpassungen
Auch diätetische Anpassungen mindern die Gefäßbelastung spürbar. Die sogenannte DASH-Ernährung senkte in einer Untersuchung aus dem Jahr 1997 mit 459 Erwachsenen den systolischen Wert bei Hypertonikern um 11,4 mmHg und den diastolischen um 5,5 mmHg. Alkoholverzicht bringt eine Senkung von 4 bis 7 mmHg systolisch sowie 3 bis 5 mmHg diastolisch mit sich.
Großes Potenzial liegt in der Reduktion von Kochsalz: Der Verzicht auf einen Teelöffel Salz pro Tag senkt den systolischen Blutdruck um 6 bis 8 mmHg. Die Salzaufnahme in Deutschland liegt aktuell bei durchschnittlich 10,0 Gramm pro Tag bei Männern und 8,4 Gramm bei Frauen, während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen Richtwert von 6,0 Gramm und die WHO sowie die ESC für 2024 einen Maximalwert von 5,0 Gramm vorgeben.
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Eine Metaanalyse von He aus dem Jahr 2013 an 3.230 Teilnehmenden zeigte bei einer Reduktion um 4,4 Gramm pro Tag eine Senkung um 5,39 mmHg bei Hypertonikern.
Ergänzend deuten neuere Untersuchungen auf weitere Lebensstilfaktoren hin: Eine Studie von Northwestern Medicine unter Leitung von Dr. Daniela Grimaldi und Dr. Phyllis Zee mit 39 Erwachsenen ergab, dass eine nächtliche Fastenzeit von 13 bis 16 Stunden sowie eine letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Schlafen den nächtlichen Blutdruck um 3,5 Prozent senken konnte. Zudem wirken Atemtechniken wie das langsame Atmen mit etwa sechs Zyklen pro Minute regulierend auf das vegetative Nervensystem.

