DASH-Diät, Bluthochdruck

DASH-Diät bei Bluthochdruck: Systolischer Druck sinkt um bis zu 14 mmHg

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Salzreduktion, regelmäßiges Training und Gewichtsmanagement ergänzen die Behandlung; neue ISH-Leitlinien sehen zunächst Lebensstiländerungen vor.
Frisches Gemüse und Bananen auf einem Holztisch als Symbol für eine gesunde Ernährung zur Blutdrucksenkung. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung von Bluthochdruck stützt sich in der modernen Medizin nicht allein auf Arzneimittel. Zahlreiche medizinische Leitlinien und Fachgesellschaften heben hervor, dass gezielte Lebensstiländerungen – insbesondere Ernährungsumstellungen, regelmäßige körperliche Aktivität und Gewichtsmanagement – eine unverzichtbare Ergänzung zur medikamentösen Therapie darstellen.

Bei Betroffenen mit leicht erhöhten Werten und geringem kardiovaskulärem Gesamtrisiko bildet die Modifikation des Alltags oft sogar den ersten Behandlungsschritt.

Ernährungsumstellung und Reduktion der Natriumzufuhr

Ein zentraler Hebel zur Senkung erhöhter Blutdruckwerte liegt in der Ernährung. Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2021 sowie chinesische Hypertonie- und Ernährungsrichtlinien der Jahre 2018 und 2022 empfehlen übereinstimmend eine Begrenzung der täglichen Salzaufnahme auf unter 5 Gramm.

Laut diesen Vorgaben kann die Einhaltung der DASH-Diät den systolischen Blutdruck um 8 bis 14 mmHg senken. Die chinesische Hypertonie-Leitlinie von 2024 empfiehlt eine maximale Natriumzufuhr von 5 Gramm täglich und rät zum Einsatz von Salzmesslöffeln.

Versteckte Salzquellen wie Fertigsaucen oder eingelegtes Gemüse sollten gemieden werden. Eine kaliumreiche Ernährung von 3 bis 4 Gramm pro Tag könne den systolischen Wert bei Hypertonikern um rund 4,4 mmHg und den diastolischen um 2,9 mmHg reduzieren, erfordere bei Nierenerkrankungen jedoch Vorsicht.

Die Weltgesundheitsorganisation spricht sich auf Basis von 26 randomisierten kontrollierten Studien für die Nutzung kaliumhaltiger Salzersatzprodukte (LSSS) bei Erwachsenen aus, sofern keine Nierenerkrankungen oder Störungen der Kaliumausscheidung vorliegen. Diese Produkte senkten über Zeiträume von 56 Tagen bis fünf Jahren den diastolischen Blutdruck um 2,43 mmHg und den systolischen Wert um 4,76 mmHg.

Zugleich sank das relative Risiko für ein akutes Koronarsyndrom auf 0,70 und für kardiovaskulären Tod auf 0,77. Eine Fachärztin für Innere Medizin weist darauf hin, dass die Grenze von unter 5 Gramm Salz täglich sämtliche verarbeitete Produkte wie Brot, Wurst und Käse einschließt.

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Gezielte Bewegung und isometrisches Training

Neben Ausdaueraktivitäten belegen wissenschaftliche Untersuchungen das Potenzial von Kraftelementen. Ratgeber verweisen darauf, dass 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche den Blutdruck um 4 bis 9 mmHg senken können. Nach Angaben des Kamtschatka-Gesundheitszentrums senken 30 Minuten moderate tägliche Bewegung den Druck im Schnitt um 10 Einheiten.

Die Deutsche Hochdruckliga rät zur Prävention zu Ausdauersport von mindestens 3-mal wöchentlich 30 bis 45 Minuten. In Deutschland leben schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Menschen mit Bluthochdruck, wovon etwa jeder Fünfte nichts weiß.

Eine in der Fachzeitschrift BMJ Open Sport & Exercise Medicine veröffentlichte Untersuchung an 100 Erwachsenen im Durchschnittsalter von rund 37 Jahren und systolischen Werten zwischen 120 und 140 mmHg analysierte die Wirkung von Wandsitzen (vier Sätze mit je zwei Minuten Pause).

Nach einer vierwöchigen Einstiegsphase mit dreimaligem Training pro Woche zeigte sich nach insgesamt acht Wochen: Zwei Einheiten wöchentlich senkten den systolischen Druck um 6,95 mmHg, ein wöchentliches Training um 6,56 mmHg und drei Einheiten um 13,73 mmHg.

Wurde das Training nach vier Wochen vollständig beendet, verschwand der blutdrucksenkende Effekt wieder. Frühere Studien deuten darauf hin, dass isometrische Übungen wie Wandsitzen oder Unterarmstütz den Blutdruck mitunter deutlicher senken können als manche Medikamente.

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Gewichtsreduktion und Kontrollrichtlinien

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Kontrolle des Körpergewichts. Leitlinien empfehlen einen Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 23,9 sowie einen Taillenumfang von unter 90 Zentimetern bei Männern und unter 85 Zentimetern bei Frauen.

Bereits eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent verbessert das Blutdruckprofil messbar. Nach Angaben des Kamtschatka-Gesundheitszentrums steigern je 4,5 Kilogramm Übergewicht den systolischen Wert um 4,5 mmHg.

Wie stark Gewichtsverlust wirken kann, zeigt der Einzelfall des 73-jährigen pensionierten Polizeibeamten Alfred Antowitzer aus Fresach: Nach einer Gewichtsabnahme um 22 Kilogramm innerhalb von 19 Wochen bei einem Startgewicht von knapp 101 Kilogramm setzte sein Arzt die Blutdruckmedikation im Januar 2026 ab; spätere Kontrollwerte lagen ohne Medikamente bei 130 zu 70 mmHg.

Fachgesellschaften definieren allgemeine Zielwerte von unter 140/90 mmHg, bei Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Nierenleiden von unter 130/80 mmHg. Die am 24. Oktober 2026 in Dubai vorgestellten Leitlinien der International Society of Hypertension (ISH) sehen vor, dass bei Patienten mit geringem kardiovaskulärem Risiko zunächst für drei Monate Lebensstiländerungen erprobt werden.

Greifen diese nicht, folgt die medikamentöse Einstellung mit einem Zielwert von unter 130/80 mmHg für einen breiteren Erwachsenenkreis, angepasst bei Patienten über 85 Jahren oder bei Gebrechlichkeit.

Für die Diagnostik rät die Deutsche Hochdruckliga zur „30-50-80“-Regel: den Blutdruck mit 30 Jahren kennen, mit 50 gut eingestellt sein und mit 80 geschützt leben. Frauen sollten ab 40 regelmäßig messen. Das Kamtschatka-Gesundheitszentrum empfiehlt ab 40 Jahren tägliche Kontrollen; ab Werten von 140/90 mmHg in mindestens zwei Messungen sei eine Abklärung nötig.

Internisten raten bei erhöhten Werten zur siebentägigen Protokollierung mit je zwei Messungen morgens und abends. Steigt der Blutdruck auf Werte ab etwa 180 mmHg systolisch oder 120 mmHg diastolisch, ist ärztliche Hilfe dringend geboten; treten Begleitsymptome wie Atemnot, Brustschmerzen oder Sprach- und Sehstörungen auf, muss unverzüglich der Notruf gewählt werden.

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