Darmstadt-Boom, Start-ups

Darmstadt-Boom: 300 Start-ups sammelten 595 Millionen Euro ein

24.06.2026 - 23:28:18 | boerse-global.de

Bundesländer starten neue Förderprogramme für KI, Quanten und Biotech. Hessen und Berlin setzen auf langfristige Strategien für den Technologiestandort.

Deep Tech 2026: Deutsche Länder fördern KI und Quanten
Darmstadt-Boom - Abstrakte Darstellung von vernetzten Schaltkreisen und leuchtenden Knoten, die Deep-Tech-Innovationen in KI und Automatisierung symbolisieren. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Bundesländer eigene Förderstrategien fahren, drängen KI, Halbleiter und Quantentechnologien in den Markt.

Berlin und Hessen setzen auf Langzeitstrategien

Der Berliner Senat verabschiedete heute die „Deep Tech Berlin Agenda“ – ein Zehn-Jahres-Programm für Biotechnologie, Quantentechnologie und Photonik. Wirtschaftsvertreter fordern parallel dazu eine engere Zusammenarbeit mit Brandenburg, besonders bei Gewerbeflächen und Energieinfrastruktur.

Hessen setzt auf die „Start-up-Strategie 2030“. Der Standort Darmstadt zeigt, was möglich ist: In zehn Jahren entstanden dort über 300 Start-ups, 250 sind aktuell aktiv. Diese Unternehmen sammelten rund 595 Millionen Euro Kapital ein – das belegen Daten der TU Darmstadt und der IHK.

Baden-Württemberg: Inkubator auf Platz 13 in Europa

Der Deep Tech Inkubator NXTGN ist seit 2025 offizielle Startup Factory der Bundesregierung. Im europäischen Vergleich belegt das Institut 2026 den 13. Platz. Das „Applied Deep Tech Fest“ am heutigen Mittwoch in Stuttgart soll den Transfer von Quanten- und Batterietechnologien in marktfähige Produkte beschleunigen.

KI-Modell mit 30 Milliarden Parametern

Die TU Darmstadt arbeitet am Projekt SOOFI. Das Modell „Soofi S“ wurde mit 30 Milliarden Parametern und 27 Billionen Token trainiert. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit 20 Millionen Euro. Abschluss soll Juli 2026 sein. Das Training läuft auf speziellen Cloud-Infrastrukturen mit aktuellen Grafikprozessoren.

Siemens erweiterte seine KI-Plattform: Der im April vorgestellte „Eigen Engineering Agent“ integriert jetzt Elektro-CAD-Daten. Laut Unternehmensangaben ist das System bereits bei über 100 Kunden weltweit im Einsatz.

Laserschweißen in Sekundenschnelle

Trumpf präsentierte zusammen mit Yazaki eine neue Laserschweißlösung für E-Auto-Komponenten. Ein 9-kW-Faserlaser verschweißt Kupferlitzen in weniger als einer Sekunde. Eine KI überwacht den gesamten Prozess.

Im Halbleitersegment qualifizierte GlobalFoundries eine neue Wafer-to-Wafer-Bonding-Technologie. Die Chipgröße lässt sich damit um bis zu 45 Prozent reduzieren, die Effizienz steigt um über 20 Prozent. Die Serienproduktion in Singapur startet in der zweiten Jahreshälfte 2027.

Lausitz: 10,3 Milliarden für die Transformation

Die Lausitz soll bis 2038 rund 10,3 Milliarden Euro Fördermittel erhalten. Ende 2025 wurde die Region als erstes „Net Zero Valley“ Europas ausgezeichnet. Offene Baustellen: Wasserstoffanbindung und gesetzliche Rahmenbedingungen für die Stromversorgung.

VW-Tochter Cariad eröffnet Berliner Campus

Gestern eröffnete die Volkswagen-Softwaretochter Cariad einen neuen Campus nahe des Hauptbahnhofs. Rund 1.000 Beschäftigte arbeiten dort an autonomem Fahren und Infotainment. Die Unternehmensführung sprach offen über Herausforderungen bei Kosten und Qualität.

Dezentrale Datenräume gegen Datensilos

Materna stellte ein Projekt vor, das Datensilos zwischen Wohnen, Energie und Gesundheit aufbrechen soll. Ziel: Digitale Souveränität stärken und KI-gestützte Analysen für Energieeffizienz nutzbar machen.

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Medikamente direkt im Blutplasma nachweisen

Forschende des Leibniz-IPHT aus Jena melden Fortschritte in der medizinischen Diagnostik. Eine neue Sensoroberfläche aus Silber mit Sulfat-Zusatz kann verschiedene Medikamente – etwa gegen Krebs oder bakterielle Infektionen – direkt im Blutplasma nachweisen. Die Oberflächenstabilität beträgt mindestens sieben Monate. Das ermöglicht langfristige klinische Anwendungen.

de | wissenschaft | 69620529 |