Darmkrebs bei Jungen: +3,9% jährlich bei Frauen unter 30
24.06.2026 - 02:48:14 | boerse-global.de
Eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt: Immer mehr Menschen unter 40 Jahren erkranken an Darmkrebs. Die Untersuchung, veröffentlicht im International Journal of Cancer, wertete Daten von zehn Krebsregistern aus neun Bundesländern und Münster aus – von 2003 bis 2023.
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Besonders betroffen: Die 20- bis 29-Jährigen
Die Zahlen sind alarmierend. Bei den 20- bis 29-Jährigen steigen die Neuerkrankungen jährlich um 3,3 Prozent bei Männern und 3,9 Prozent bei Frauen. Auch die 30- bis 39-Jährigen sind betroffen: Hier legten die Fallzahlen um 2,2 Prozent (Männer) und 2,0 Prozent (Frauen) pro Jahr zu.
Die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen blieb dagegen über die zwei Jahrzehnte stabil. Insgesamt werteten die Forscher 27.568 Fälle bei unter 50-Jährigen aus. Ihr Anteil an allen Neuerkrankungen liegt in Deutschland bei rund fünf Prozent. Zum Vergleich: In den USA sind es bereits 14 Prozent.
Was steckt dahinter?
Als Hauptursache sehen die Wissenschaftler den modernen Lebensstil – insbesondere die Zunahme von Fettleibigkeit. Auch veränderte Ernährungsgewohnheiten und eine verbesserte Diagnostik spielen eine Rolle. Der Trend ist kein rein deutsches Phänomen: Eine Studie der Universität Genf aus dem April 2026 bestätigt ähnliche Entwicklungen für die Schweiz.
Ein Lichtblick: Anders als in den USA, wo die Sterblichkeit bei jungen Darmkrebspatienten jährlich um 1,2 Prozent steigt, bleibt sie in Deutschland stabil. Über alle Altersgruppen hinweg sank die Zahl der Todesfälle sogar – von rund 28.900 (2003) auf etwa 24.100 (2023).
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Vorsorge: Keine Senkung des Screening-Alters
Trotz der steigenden Zahlen sehen Experten keinen Grund, das gesetzliche Screening-Alter von 50 Jahren zu senken. Stattdessen fordern sie mehr Sensibilisierung: Junge Erwachsene und Ärzte sollten Warnsignale ernster nehmen, um Tumore früh zu erkennen.
Die Studie zeigt aber auch: Der Anstieg betrifft vor allem gutartige Tumore und Krebs in frühen Stadien. Das könnte an präziseren Untersuchungen liegen. Die absoluten Fallzahlen bei unter 40-Jährigen bleiben gering – doch die Wachstumsraten erfordern eine genaue Beobachtung der Ursachen.
