Darmgesundheit, Millionen

Darmgesundheit: 3 Millionen Euro für Ferm Labs' Kokumesan-Technologie

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 02:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Zuger Start-up Ferm Labs will mit 3 Millionen Euro seine Bioprozesse ausbauen, den Vertrieb erweitern und die Forschung intensivieren.

Ferm Labs erhält 3 Millionen Euro für Clean-Label-Zutaten
Edelstahltanks in einer modernen Industrieanlage zur Fermentation von Lebensmittelzutaten. Illustration mit AI erstellt.

In einer aktuellen Seed-Finanzierungsrunde hat das Schweizer Unternehmen Ferm Labs Kapitalzusagen in Höhe von 3 Millionen Euro (3,5 Millionen US-Dollar) erhalten. Laut Berichten von Mitte September 2026 wird die Runde von CDP Venture Capital über den Green Transition Fund angeführt, der im Rahmen von NextGenerationEU agiert.

Zu den weiteren Investoren zählen Fund F, Redstone, Euregio+, Alpine VC sowie die Loacker Group. Die Finanzierung markiert einen wichtigen Schritt für das im Jahr 2025 in Zug gegründete Start-up, das sich auf die Entwicklung innovativer Inhaltsstoffe für die Lebensmittelindustrie spezialisiert hat.

Skalierung im Markt für Clean-Label-Zutaten

Das frische Kapital soll primär dazu dienen, die Bioprozess-Kapazitäten am Standort Südtirol auszubauen. Zudem plant Ferm Labs den Aufbau eines europäischen B2B-Vertriebsteams und die Intensivierung der Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen adressiert mit seinen Produkten den globalen Markt für Clean-Label-Zutaten, dessen Volumen auf rund 45 Milliarden Euro geschätzt wird.

Kern des Portfolios ist das Produkt Kokumesan, ein Geschmacksbaustein, der mithilfe von gentechnikfreien Mikroorganismen gewonnen wird. Durch den Einsatz einer speziellen Non-GMO-Fermentation gelingt es dem Unternehmen, Produktionszeiten drastisch zu reduzieren. Prozesse, die herkömmlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen, lassen sich so auf wenige Stunden verkürzen.

Effizienzsteigerung in der industriellen Käseproduktion

Ein zentraler Anwendungsbereich für die Technologie von Ferm Labs liegt in der industriellen Käseverarbeitung, einem Markt, der in den USA und Europa auf etwa 68 Milliarden Euro taxiert wird. Kokumesan ermöglicht es Herstellern, den erforderlichen Rohkäse-Anteil in Endprodukten von üblichen 20 Prozent auf unter ein Prozent zu senken.

Diese Reduktion führt laut Unternehmensangaben zu einer deutlichen Effizienzsteigerung. Die sogenannten Cost-in-Use-Einsparungen können demnach bis zu 75 Prozent betragen. Damit positioniert sich das Start-up als Lösungsanbieter für die Lebensmittelindustrie, die unter zunehmendem Kostendruck steht und gleichzeitig nach nachhaltigen Alternativen sucht.

Breite Investitionswelle in Mikrobiom- und Ernährungstechnologien

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Die Seed-Runde von Ferm Labs über 3 Millionen Euro ist nicht nur eine Finanzierungsnachricht, sondern ein Signal für den Markt für Clean-Label-Zutaten, dessen Volumen auf rund 45 Milliarden Euro geschätzt wird. Für Hersteller stellt sich die Frage, ob Non-GMO-Fermentation den Rohkäse-Anteil tatsächlich von 20 Prozent auf unter ein Prozent senken kann. Eine kostenlose Marktanalyse ordnet Technologie, Investoren und Einsparpotenziale nüchtern ein. Kostenlose Marktanalyse anfordern

Die Finanzierung von Ferm Labs steht im Kontext eines wachsenden Interesses an Technologien rund um Ernährung und Darmgesundheit. Wie aus Branchenberichten vom September 2026 hervorgeht, stellen auch andere Institutionen erhebliches Kapital bereit.

Das BioInnovation Institute (BII) in Kopenhagen erweiterte die Unterstützung für sechs Unternehmen – PanTarg, 3Sonic, Inia Biosciences, Yngvi Bio, Proxi Biotech und Sagava – um jeweils 1,3 Millionen Euro auf insgesamt 1,8 Millionen Euro pro Firma.

Auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft gibt es Fortschritte: Das Unternehmen Greencovery sicherte sich eine Finanzierung über eine Million Euro, um die Kapazitäten für lebensmitteltaugliche Nebenerzeugnisse in den Niederlanden auf 1.000 Tonnen zu skalieren. Parallel dazu wählte der Mars-Konzern im Rahmen seines Programms Unreasonable Food 13 Start-ups aus, die sich schwerpunktmäßig mit Ballaststoffen und Proteinen befassen.

Konsumverhalten und wissenschaftliche Fortschritte

Studien wie der Gut Health Economy Report von PrecisionBiotics verdeutlichen das Marktpotenzial: In Deutschland kennen zwar 65 Prozent der Bevölkerung das Mikrobiom, jedoch assoziiert nur rund ein Drittel die Darmgesundheit mit gesundem Altern. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert in Südkorea bei fast drei Vierteln.

Flankiert wird diese Marktentwicklung durch technologische Innovationen und Forschungskooperationen. Ein Team der University of Maryland stellte im September 2026 einen tragbaren Sensor zur Messung von Darmgasen vor, der in Machbarkeitsstudien deutlich präzisere Daten lieferte als bisherige Schätzungen.

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In der industriellen Käseproduktion, einem Markt von etwa 68 Milliarden Euro in den USA und Europa, entscheidet der Rohstoffanteil über die Marge. Ferm Labs gibt an, mit Kokumesan Cost-in-Use-Einsparungen von bis zu 75 Prozent zu ermöglichen. Wer die Zahlen prüfen will, findet in der kostenlosen Analyse die belegbaren Angaben und offenen Fragen. Marktanalyse Clean-Label jetzt sichern

Gleichzeitig startete die Biomarke Ja! Natürlich eine Kooperation mit der TU Graz, um die Zusammenhänge zwischen Bodenqualität, Lebensmittelvielfalt und dem menschlichen Mikrobiom zu untersuchen.

Mit dem Markteintritt etablierter Akteure wie der MILEI GmbH, die Lactoferrin-basierte Produkte nun direkt an Endverbraucher vertreibt, und internationalen Kooperationen wie zwischen Viome Life Sciences und Ezaki Glico in Japan, verdichtet sich das Ökosystem, in dem Ferm Labs nun seine Kapazitäten skaliert.

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