Darmgesundheit, Hülsenfrüchte

Darmgesundheit: 170g Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck um 30%

01.06.2026 - 00:34:38 | boerse-global.de

Aktuelle Studien belegen: Gezielte Ernährung kann Entzündungen lindern, das Demenzrisiko senken und die Darmflora stärken.

Confluent Shares Surge as Artificial Intelligence Demand Accelerates - Foto: über boerse-global.de
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Aktuelle Studien aus Mai und Juni 2026 zeigen: Die richtige Ernährung kann chronische Entzündungen lindern und das Risiko für Demenz oder Bluthochdruck senken.

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Ernährungstherapie bei Darmerkrankungen

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa setzen Ärzte zunehmend auf Diät. Eine pflanzenbetonte Kost mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln soll entzündliche Signalwege regulieren und die Darmschleimhaut stärken. Das erklärte das DocMedicus Gesundheitslexikon Ende Mai.

Noch konkreter wird eine Studie aus dem Juni in Food Research International. Forscher der Yale University und der Hong Kong Polytechnic University fanden im Mausmodell: Eine Restriktion der Aminosäure Methionin lindert Colitis-Symptome. Der Grund: Die Darmmikrobiota wird umgebaut, das Gleichgewicht zwischen kurzkettigen Fettsäuren und Schwefelwasserstoff stellt sich wieder her.

Prof. Henit Yanai vom Rabin Medical Center sieht in der Ernährungstherapie sogar eine Erstlinien-Option bei leichten Verläufen von Morbus Crohn.

Warum die Darmflora altert

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena hat einen zentralen Mechanismus identifiziert. Die Studie, Ende Mai in PLoS Biology veröffentlicht, zeigt: Die Destabilisierung des Mikrobioms im Alter liegt vor allem an der nachlassenden Immunüberwachung. Diese Immunseneszenz begünstigt eine Dysbiose und chronische Entzündungen – Fachleute sprechen von „Inflammaging“.

Die Konsequenz: Therapien wie Stuhltransplantationen könnten bei älteren Patienten weniger wirken. Wenn das Immunsystem nicht mehr in der Lage ist, neue Mikroben zu regulieren, nützt auch die beste Spende wenig.

Parallel dazu beleuchtet eine Studie der Medizinischen Universität Graz die Rolle von Archaeen im Darm. Die Analyse von fast 3.000 Proben aus 19 klinischen Studien zeigt: Methanobrevibacter smithii ist wichtiger als gedacht. Bei Darmkrebs-Patienten wurde er häufiger nachgewiesen – ohne selbst pathogen zu sein, könnte er das Wachstum krebsassoziierter Bakterien beeinflussen.

Protein-Joghurt schlägt Whey-Pulver

Für Sportler und ältere Erwachsene gibt es eine überraschende Erkenntnis: Proteinreiche Milchprodukte bieten Vorteile gegenüber isolierten Supplementen. Eine Studie in Scientific Reports verglich Protein-Joghurt mit Whey-Protein. Beide Gruppen legten ähnlich an Muskelmasse und Kraft zu. Aber die Joghurt-Gruppe steigerte zusätzlich die Diversität ihres Mikrobioms – und erhöhte den Grundumsatz um durchschnittlich 150 Kilokalorien pro Tag.

Ein aktueller Trend: Der französische Käse Cancoillotte. Wegen seines geringen Fettgehalts und günstigen Preises rückt er vermehrt in den Fokus.

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Noch wichtiger für die Prävention sind Hülsenfrüchte. Eine Analyse im BMJ Nutrition Prevention & Health vom Mai zeigt: Regelmäßiger Verzehr senkt das Risiko für Bluthochdruck deutlich. Der stärkste Effekt? Bei täglichem Konsum von rund 170 Gramm – die Risikoreduktion liegt bei bis zu 30 Prozent.

Demenz-Risiko senken, Depressionen vorbeugen

Die Forschung bestätigt den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gehirn. Eine Studie in Neurology mit über 92.000 Datensätzen ergab: Pflanzenbetonte Ernährung senkt das Demenzrisiko um 7 Prozent.

Das Gegenteil zeigt sich bei unregelmäßiger Nahrungsaufnahme. Wer weniger als fünf Hauptmahlzeiten pro Woche zu sich nimmt, trägt ein 1,55-fach höheres Depressionsrisiko. Das belegt eine Untersuchung im Journal of Affective Disorders.

Drei Entwicklungen, die den Markt verändern

Darmkrebsvorsorge: Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums bestätigten Ende Mai: Regelmäßige Stuhltests (FIT) senken bei konsequenter Anwendung die Sterblichkeit um über 80 Prozent. Damit sind sie ähnlich effektiv wie Darmspiegelungen.

Probiotika-Markt: Ein Produktvergleich von WELT.de kürte K53 Advance von Kijimea zum Testsieger bei Darmbakterien-Kapseln. Combi Flora SymBIO gewann als Preis-Leistungs-Sieger.

Forschungsförderung: Das Unternehmen MRH Health erhielt Ende Mai 2,6 Millionen Euro Förderung. Ziel: orale Therapeutika auf Basis lebender Biotherapeutika (LBPs).

Die Botschaft der Forschung ist klar: Wer seinen Darm gezielt füttert, kann langfristig etwas für seine Gesundheit tun – von weniger Entzündungen bis zu einem geringeren Demenzrisiko. In einer alternden Gesellschaft wird die Mikrobiom-Modulation zum zentralen Baustein der Prävention.

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