Dangshen, Bluthochdruck

Dangshen bei Bluthochdruck: Höchstens 30 Gramm täglich für zwei Wochen

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TCM ordnet Hypertonie unterschiedlichen Mustern zu; Kräuter und Rezepturen kommen nur ergänzend und unter fachlicher Aufsicht infrage.
Getrocknete Heilkräuter und Wurzeln in kleinen Holzschalen auf einem rustikalen Holztisch in einer ruhigen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der integrativen Medizin rücken komplementäre Ansätze zur Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen zunehmend in den Fokus fachlicher Diskussionen. Wie der Experte für traditionelle chinesische Medizin (TCM), Liu Zheng, im Podcast Tengo un Plan darlegte, lässt sich Bluthochdruck aus Sicht der fernöstlichen Heilkunde als ein Ungleichgewicht zwischen den Funktionskreisen von Herz und Nieren interpretieren.

Anlass für diese Einordnung war der Fall einer 57-jährigen Patientin in den Wechseljahren, die neben einer langjährigen Colitis ulcerosa eine neu aufgetretene Hypertonie aufwies. Zheng unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, jeden Krankheitsverlauf individuell zu begutachten.

Das Zusammenspiel von Herz und Nieren im TCM-Modell

Im theoretischen Modell der TCM wird das Herz dem Element Feuer und die Niere dem Element Wasser zugeordnet. Typische Beschwerden während der Menopause wie Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit gelten demnach als ein Überschuss an Feuer, der aus einem Mangel an Nieren-Wasser (Yin) resultiert. Dieser Zustand steht wiederum in direktem Zusammenhang mit dem physiologischen Absinken des Östrogenspiegels.

Zheng zog dabei Parallelen zur etablierten westlichen Physiologie: Auch dort regulieren die Nieren das Flüssigkeitsvolumen, den Natriumhaushalt sowie spezifische Hormone. Entsprechend fördern schulmedizinische Diuretika die renale Flüssigkeitsausscheidung und senken auf diesem Weg den Blutdruck.

Zheng warnte jedoch ausdrücklich davor, traditionelle Verfahren als eigenständigen Ersatz für die ärztliche Diagnostik und leitliniengerechte Standardtherapien zu betrachten.

Differenzialdiagnose und therapeutische Differenzierung

In der Praxis setzt die TCM bei Hypertonie – die begrifflich meist den Symptombildern Schwindel oder Kopfschmerz zugeordnet wird – eine präzise Differenzialdiagnose voraus. Fachübersichten listen je nach Konstitution unterschiedliche Syndrome und Kräuterrezepturen auf:

  • Leber-Yang-Aufstieg: Geht dieser mit Schwindel, Gesichtsröte, Reizbarkeit und Schlafstörungen einher, werden Patentmedikamente wie Tianma-Gouteng-Körner oder die Naoliqing-Pille genutzt, während bei vorliegender Milz-Magen-Kälte Vorsicht geboten ist. Als Einzeldrogen kommen Tianma (Gastrodia) oder Shijueming (30 bis 45 Gramm) in Kombination mit Chrysantheme und Baishao zum Einsatz. Luobumaye wird als Tee mit 6 bis 10 Gramm dosiert.
  • Schleim-Feuchtigkeit: Bei Symptomen wie Schweregefühl im Kopf, Übelkeit und dickem Zungenbelag verweisen Fachberichte auf Rezepturen wie die Banxia-Tianma-Pille oder Shenling-Baizhu-Pulver, flankiert von leichter Kost oder Jupi-Tee.
Anzeige

Wer sich mit der natürlichen Regulierung seiner Werte befasst, findet in der traditionellen Heilkunde oft verblüffende Ansätze. Dieser kostenlose Report erklärt, wie Betroffene mit gezielten Methoden ihren Blutdruck ganz ohne zusätzliche Medikamente verbessern können. 3 Minuten Atemübung soll den Blutdruck spürbar senken – jetzt gratis informieren

  • Leber-Nieren-Yin-Mangel: Treten Schwindel, Tinnitus, Schwäche im unteren Rücken und Nachtschweiß auf, finden Formeln wie die Liuwei-Dihuang- oder Qiju-Dihuang-Pille Anwendung, die bei akutem Fieber pausiert werden sollten.
  • Blutstau: Chronische, fixierte Kopfschmerzen oder Taubheitsgefühle erfordern Ansätze mit Xuesaitong-Kapseln oder Danshen-Tabletten. Diese Präparate sind in der Schwangerschaft kontraindiziert und dürfen lediglich als Ergänzung zu Lebensstilmaßnahmen wie Salzreduktion und Bewegung dienen.

Grenzen und Risiken von Naturarzneien

Fachbeiträge mahnen zur Zurückhaltung bei der Selbstmedikation. So wird das Qi-tonisierende Mittel Dangshen (Codonopsis) zwar bei Qi-Mangelzuständen mit Erschöpfung und niedrigem Blutdruck mitunter begleitend verabreicht; bei Hypertonie darf die Einnahme jedoch nur unter fortlaufender Blutdruckkontrolle erfolgen.

Anzeige

Neben der Kräuterheilkunde gewinnen auch spezielle physische Techniken zur Blutdrucksenkung immer mehr an Bedeutung. Ein aktueller Ratgeber stellt drei wissenschaftlich belegte Übungen vor, die ohne Geräte funktionieren und den Blutdruck hocheffektiv regulieren können. Kostenlosen PDF-Report mit 3 Wunderübungen gegen Bluthochdruck hier anfordern

Da Tierversuche zwar leichte blutdrucksenkende Effekte zeigten, diese klinisch jedoch schwach und uneinheitlich ausfallen, ersetzt Dangshen keine Antihypertensiva. Bei Fülle- oder Hitze-Zuständen ist die Arznei kontraindiziert. Die maximale Tagesdosis wird auf 30 Gramm über höchstens zwei Wochen beziffert, mit besonderer Vorsicht bei Niereninsuffizienz.

Dass komplexe TCM-Rezepturen nur unter fachlicher Aufsicht zusammengestellt werden dürfen, verdeutlichen auch dokumentierte Fallberichte. So dokumentierte ein Bericht den Fall einer 34-jährigen Köchin (165 cm, 84 kg), die nach einer Infektion neben Schwindel und Husten Blutdruckwerte von 180/100 mmHg aufwies.

Erst eine mehrteilige Rezeptur aus Chaihu, Huangqin, Dahuang und weiteren Komponenten führte binnen fünf Tagen zu einer Normalisierung der Werte. Fachleute betonen daher einhellig: Komplementäre TCM-Methoden können Begleitsymptome adressieren, bedürfen aber zwingend einer schulmedizinischen Abklärung.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70426552 |