Cybercrime-Netzwerk, FBI

Cybercrime-Netzwerk zerschlagen: FBI stoppt 2,5 Mio. Spam-SMS

16.06.2026 - 13:07:46 | boerse-global.de

Internationale Behörden legen chinesisches Cybercrime-Netzwerk lahm, das KI für massiven SMS-Betrug nutzte und Milliarden erbeutete.

FBI zerschlägt KI-Phishing-Netzwerk Outsider Enterprise
Cybercrime-Netzwerk - Eine Person im Kapuzenpulli tippt an einem Laptop, umgeben von leuchtenden digitalen Linien, die KI und Cyberkriminalität symbolisieren. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Gruppe nutzte generative KI für massiven Betrug.

Operation Riptide und Ghost Hook

Am 14. Juni 2026 übernahmen FBI, Google und Black Lotus Labs die Kontrolle über die zentrale Infrastruktur des Netzwerks. Die Ermittler beschlagnahmten Administrationsserver, einen Shopify-Onlineshop und einen Telegram-Bot. Zudem sicherten sie Kryptowährungen im Wert von rund 100.000 Euro.

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Das Netzwerk betrieb mehr als 9.000 gefälschte Websites. Allein im Mai 2026 versendeten die Kriminellen rund 2,5 Millionen betrügerische SMS an Android-Nutzer. Die Folge: über 55.000 Spam-Beschwerden. Insgesamt erbeutete die Gruppe Daten von mindestens 3,87 Millionen Kreditkarten aus 95 Ländern. Der Gesamtschaden seit Juli 2023: rund 1,9 Milliarden US-Dollar.

KI als Werkzeug der Kriminellen

Google reichte am 12. Juni 2026 Zivilklage gegen Outsider Enterprise in New York ein. Der Vorwurf: Die Gruppe missbrauchte das KI-Modell Gemini, um automatisiert Schadcode und täuschend echte Phishing-Seiten zu erstellen. Ihr Geschäftsmodell: „Phishing-as-a-Service“. Software-Kits verkauften sie ab 88 US-Dollar pro Woche oder 200 US-Dollar pro Monat über verschlüsselte Messenger.

Die Organisation war intern in vier Abteilungen gegliedert: Entwicklung, Ziellisten-Erstellung, Spam-Distribution und Geldwäsche. Über 290 Vorlagen imitierten Marken wie Google, YouTube sowie Behörden und Bankinstitute. Zwischen November 2025 und April 2026 blockierten Sicherheitssysteme bereits 1,59 Millionen zugehörige URLs.

Branche schlägt Alarm

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Im Kampf gegen die SMS-Spam-Wellen kooperierte Google eng mit AT&T, T-Mobile und Verizon. Nasrin Rezai, Sicherheitschefin bei Verizon, betont: Nur gemeinsame Anstrengungen der gesamten Branche könnten solche Bedrohungen stoppen.

Die Klage umfasst Vorwürfe der Bandenkriminalität, des Betrugs und der Markenrechtsverletzung. Google fordert Schadensersatz und eine Unterlassungsverfügung. Darüber hinaus setzt sich das Unternehmen für schärfere Bundesgesetze ein – unterstützt werden sieben überparteiliche Gesetzesentwürfe, darunter der „Stop SCAMS Act“.

Der Fall bestätigt einen besorgniserregenden Trend: KI-generierte Angriffe nehmen rasant zu. Deutsche Sparkassen beobachten eine Vervielfachung der Phishing-Aktivitäten seit Jahresbeginn – ein Großteil basiert auf KI-Technologien. Für 2026 rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg neuer Sicherheitslücken.

de | wissenschaft | 69552345 |