Cyberbetrug, KI-Phishing

Cyberbetrug: KI-Phishing stieg um 500 Prozent – 289 Mrd. Schaden

23.06.2026 - 19:36:26 | boerse-global.de

KI-gestützte Phishing-Attacken und falsche Krypto-Plattformen verursachen Milliardenschäden. Die Polizei warnt vor immer professionelleren Betrugsmaschen.

Cyberkriminalität: KI-Phishing und Trading-Betrug auf Rekordniveau
Cyberbetrug - Nahaufnahme eines Smartphones, das eine betrügerische Krypto-Trading-App anzeigt, mit einer unscharfen Tastatur im Hintergrund. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Cybertrading-Fraud und KI-gestützte Phishing-Attacken nehmen massiv zu und verursachen Milliardenschäden. Besonders perfide: Die Täter werden immer professioneller.

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Millionenschäden durch fingierte Krypto-Investments

Das Kriminalkommissariat 23 der Bonner Polizei verzeichnet aktuell eine Häufung von Anzeigen wegen Online-Anlagebetrugs. Die Masche ist immer ähnlich: Täter werben über soziale Netzwerke für Krypto-Investments mit geringen Ersteinlagen zwischen 250 und 500 Euro.

Auf manipulierten Trading-Plattformen gaukeln sie den Opfern hohe Gewinne vor. Sobald die Betroffenen eine Auszahlung verlangen, brechen die Täter den Kontakt ab. Die Plattformen sind dann nicht mehr erreichbar.

Die Dimensionen sind erschreckend. Ein Mann aus dem Landkreis Zwickau verlor rund 219.000 Euro – ein vermeintlicher Anlageberater hatte ihn unter Druck gesetzt. In Altenburg beläuft sich der Schaden auf etwa 250.000 Euro. Der Geschädigte hatte sich Anfang des Vorjahres auf einer betrügerischen Plattform registriert und fortlaufend investiert. Eine Rückzahlung erhielt er nie.

KI-Betrug und Quishing: Die neue Generation der Angriffe

Die Qualität der Angriffe hat durch künstliche Intelligenz massiv zugenommen. Eine aktuelle Untersuchung von Kaspersky belegt: KI-gestützter Betrug stieg innerhalb eines Jahres um 500 Prozent. Mehr als 64 Prozent der Betroffenen gaben an, die Kontaktaufnahme habe täuschend echt gewirkt. Ein nennenswerter Anteil der Opfer überweist bereits fünf Minuten nach dem Erstkontakt Geld.

Neben klassischen E-Mails gewinnen neue Methoden an Bedeutung. Beim sogenannten „Quishing“ locken Täter Opfer über QR-Codes auf gefälschte Verifizierungsseiten. Eine Frau aus Sankt Augustin verlor rund 1.500 Euro, nachdem sie einen QR-Code gescannt und ihre Bankdaten eingegeben hatte.

Auch Messenger-Dienste wie WhatsApp sind beliebte Einfallstore. Eine Urlauberin verlor 470 Euro, als sie über einen Link ihre Kreditkartendaten für eine angebliche Hotelbuchung bestätigte.

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Gesamtwirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe

Die Zahlen des Bundeskriminalamtes für 2025 sprechen eine deutliche Sprache: 382.470 Phishing-Mails wurden allein in Deutschland gemeldet. Branchenverbände wie die Bitkom beziffern den Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft durch Cyberkriminalität auf 289 Milliarden Euro. Rund 84 Prozent aller erfolgreichen Cyberangriffe auf Unternehmen gehen auf Phishing-Versuche zurück.

Vorsicht an Aktionstagen – So schützen Sie sich

Experten warnen besonders vor Aktionstagen wie dem Amazon Prime Day. Dann sind vermehrt gefälschte Benachrichtigungen im Umlauf. Die Polizei rät: Klicken Sie bei unaufgeforderten Nachrichten über Messenger oder SMS keine Links an. Geben Sie keine sensiblen Daten preis.

Vor Investitionen auf Online-Plattformen sollten Verbraucher die Seriosität der Anbieter über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüfen. Grundsätzlich gilt: Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Finanzkonten und sensiblen Online-Dienste.

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