Cyberangriff auf Kenia: Hacker fordern fünf Bitcoin Lösegeld
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 18:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unbekannte Täter hatten die Seite am Samstag gekapert und ein Lösegeld in Bitcoin gefordert.
Erpressung mit fünf Bitcoin
Am 18. Juli 2026 verschafften sich Hacker Zugang zum Präsidentenportal president.go.ke. Sie ersetzten die Startseite durch eine Lösegeldforderung: fünf Bitcoin – umgerechnet rund 300.000 Euro (etwa 41 Millionen Kenia-Schilling). Die Erpresser drohten damit, interne Daten zu veröffentlichen, falls die Zahlung nicht bis 18 Uhr erfolge.
Die kenianische Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT Authority) entdeckte den Vorfall und nahm die Website umgehend offline. Besucher sahen stattdessen eine Wartungsmeldung – bis zum Sonntagmorgen.
Regierung gibt Entwarnung
Informationsminister William Kabogo bestätigte den Cyberangriff und betonte, dass die Sicherheitsprotokolle sofort aktiviert worden seien. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass vertrauliche Daten abgeflossen oder gestohten wurden“, so Kabogo.
Spezialteams der ICT Authority und weiterer Sicherheitsbehörden führten forensische Untersuchungen durch, während die Seite gesperrt blieb. Der Minister versicherte der Öffentlichkeit, dass die Regierungssysteme sicher seien. Der Angriff habe sich auf die öffentlich zugängliche Oberfläche beschränkt – interne Datenbanken seien nicht betroffen.
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Bedrohungslage verschärft sich
Der Angriff auf die Präsidenten-Website ist kein Einzelfall. Die Bedrohungslage für Kenias digitale Infrastruktur hat sich drastisch verschärft. Laut dem Nationalen Komitee für Computer- und Cyberkriminalität (NC4) wurden im zweiten Quartal 2026 mehr als drei Milliarden Cyberangriffe auf Regierungssysteme verzeichnet.
Bereits im November 2025 hatten koordinierte Angriffe mehrere Ministerien getroffen. Interpol zufolge registrierte Kenia im vergangenen Jahr über 12.000 versuchte Cyberattacken.
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Neue Sicherheitsbehörde soll helfen
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verabschiedete das kenianische Parlament kürzlich die National Cybersecurity Agency Order 2026. Die neue Behörde soll die digitalen Verteidigungsfähigkeiten des Landes stärken.
Seit Sonntagnachmittag läuft die Präsidenten-Website wieder störungsfrei. Sicherheitsteams überwachen die Systeme weiterhin auf mögliche Unregelmäßigkeiten.
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