Cyberabwehr-Gesetz, Kabinett

Cyberabwehr-Gesetz: Kabinett erlaubt direkte IT-Eingriffe bei Angriffen

29.05.2026 - 15:39:50 | boerse-global.de

Deutschland rüstet sich mit neuen Seminaren, einem staatlichen Resilienzlabor und verschärften Cybersicherheitsgesetzen gegen Krisen.

Cyberabwehr-Gesetz: Kabinett erlaubt direkte IT-Eingriffe bei Angriffen - Foto: über boerse-global.de
Cyberabwehr-Gesetz: Kabinett erlaubt direkte IT-Eingriffe bei Angriffen - Foto: über boerse-global.de

In Deutschland schießen Weiterbildungsangebote, staatliche Labore und neue Gesetze zur Widerstandsfähigkeit aus dem Boden.

Seminare für jeden Zweck

Der Markt für Resilienz-Seminare hat sich 2026 ausdifferenziert. Allein in Hamburg sind Anfang Juni 63 verschiedene Veranstaltungen gelistet – vom einführenden Kurs bis zur spezialisierten Weiterbildung zum Resilienzcoach. Die Preise variieren stark: Rund 260 Euro kostet ein Bildungsurlaub, über 1.400 Euro verlangen Anbieter für fachspezifische Module im Projektmanagement.

Bundesweit agierende Institute wie der kbw haben knapp 40 verschiedene Veranstaltungen konzipiert. Sie richten sich an Führungskräfte in Kommunen oder Verantwortliche im Bereich „Female Leadership“. Selbst in der Medizin zieht das Thema ein: Die AO Foundation integriert Resilienz-Konzepte in chirurgische Seminare.

Berlin bekommt ein „Resilienzlabor“

Über die individuelle Ebene hinaus wächst die systemische Widerstandsfähigkeit. Am 27. Mai 2026 öffnete am Berliner Ostbahnhof das „Resilienzlabor“ Resilia. Es ist eine Kooperation der Universität der Bundeswehr, der Berliner Feuerwehr und der Freien Universität Berlin – gefördert mit Millionen staatlicher Mittel.

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Ziel: Bevölkerung und Behörden auf Stromausfälle, Naturkatastrophen oder Kriegsszenarien vorbereiten. Forschungsministerin Dorothee Bär nannte das Labor bei der Eröffnung einen Ort der Sicherheitsforschung für praktische Krisentrainings. Der reguläre Betrieb startet zum Jahreswechsel 2026/2027.

Handwerk trifft Sicherheitspolitik

Die Industrie entdeckt das Thema ebenfalls. Am 28. Mai 2026 fand in Düsseldorf die Konferenz „Verteidigung. Resilienz. Handwerk.“ statt. Vertreter der NRW-Landesregierung, darunter Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur, diskutierten über die Rolle mittelständischer Betriebe für die nationale Sicherheit.

Der Hintergrund: wachsende geopolitische Unsicherheiten. Eine Umfrage der IHK Baden-Württemberg vom 28. Mai 2026 zeigt: Ein Viertel der Industriebetriebe rechnet mit schlechterem Auslandsgeschäft. Handelskonflikte und steigende Kosten treiben die Sorge.

Staat zieht bei Cybersicherheit und Reserve nach

Die Bundesregierung verschärft parallel die rechtlichen Rahmenbedingungen. Ende Mai 2026 wurde ein Referentenentwurf des Verteidigungsministeriums bekannt: Die Dienstpflicht für Reservisten soll ausgeweitet werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius will die Reserve auf 200.000 Soldaten erhöhen. Die Umsetzung kostet von 2027 bis 2029 jährlich rund 43 Millionen Euro.

Auch digital greift der Staat härter durch. Ein am 27. Mai 2026 vom Kabinett beschlossener Gesetzentwurf zur aktiven Cyberabwehr erlaubt Behörden wie BKA oder BSI, bei schwerwiegenden Angriffen direkt in IT-Systeme einzugreifen. Innenminister Alexander Dobrindt begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, Bedrohungen aktiv auszuschalten.

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Die Zahlen untermauern die Dringlichkeit: Daten des BKA aus dem Frühjahr 2026 beziffern den Schaden durch Cyberkriminalität in Deutschland auf über 202 Milliarden Euro. Besonders kleine und mittlere Unternehmen leiden unter Ransomware-Angriffen.

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