Copilot-Zwang, Microsoft

Copilot-Zwang: Microsoft installiert KI ab sofort auf Millionen

01.07.2026 - 18:53:13 | boerse-global.de

Microsoft installiert Copilot automatisch auf Windows-11-Geräten. Italien ermittelt wegen Bündelung, während Preise für Microsoft 365 teils drastisch steigen.

Microsofts KI-Assistent Copilot: Zwangsinstallation auf Windows 11 gestartet
Copilot-Zwang - Leuchtendes, stilisiertes 'C' für Copilot auf futuristischem Interface, mit Binärcode und Windows-Logo im Hintergrund. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Microsoft installiert ab sofort den KI-Assistenten Copilot automatisch auf Millionen von Windows-11-Geräten – trotz anhaltender Kritik und einer laufenden Kartelluntersuchung in Italien.

Der Konzern kehrt damit zu seiner aggressiven Ausrollstrategie zurück, die er im Frühjahr nach heftigen Nutzerprotesten vorübergehend abgemildert hatte. Seit dem 1. Juli 2026 erhalten berechtigte Windows-11-Systeme die KI-Software ohne Zustimmung der Anwender.

Wer betroffen ist – und wer nicht

Die aktuelle Welle folgt auf eine erste Phase ab dem 15. Juni, die sich zunächst an kommerzielle Geräte mit Windows 10 und 11 richtete. Ab dem 14. Juli soll die automatische Installation auch auf Systeme im halbjährlichen Enterprise-Kanal ausgeweitet werden.

Eine wichtige Ausnahme: Nutzer in der Europäischen Union sind von der Zwangsinstallation ausgenommen. Für alle anderen gilt: Wer Copilot entfernen will, muss die Software manuell deinstallieren – und benötigt dafür in der Regel Administratorrechte.

Italien ermittelt – Preise steigen drastisch

Die erneute Offensive fällt mit einer formellen Untersuchung der italienischen Wettbewerbsbehörde AGCM zusammen, die am 26. Juni eingeleitet wurde. Die Behörde prüft Vorwürfe der illegalen Produktbündelung und massiver Preiserhöhungen im Zusammenhang mit den KI-Funktionen. Laut AGCM liegen die Aufschläge bei bis zu 30 Prozent.

Anzeige

Wer die Zwangsinstallation von Copilot auf Windows-11-Systemen verhindern will, findet im neuen Admin-Report die wichtigsten Hebel – von der Deinstallation über Preisvergleiche bis zur Tool-Poisoning-Abwehr. Jetzt kostenlosen Admin-Report anfordern

Parallel dazu traten am 1. Juli neue Preise für Microsoft-365-Abonnements in Kraft. Besonders hart trifft es die günstigste Stufe: Der F1-Tarif verteuert sich um 43 Prozent – von 1,60 auf 2,30 Euro. Auch die Enterprise-Pläne E3 und E5 steigen um 13 beziehungsweise 5 Prozent. Großkunden drohen zudem weitere Mehrkosten durch den Wegfall bestimmter Rabatte.

Weniger Arbeitsspeicher – mehr Flexibilität

In einer überraschenden Kehrtwende senkte Microsoft am 1. Juli seine Empfehlungen für den Arbeitsspeicher. Statt der bisher geforderten 16 Gigabyte gelten nun 8 GB RAM als ausreichend für den täglichen Gebrauch.

Zudem reagiert der Konzern auf Kritik an der Hardware: Die spezielle Copilot-Taste, die bei vielen Nutzern für Frust sorgte, lässt sich künftig umprogrammieren. Ein Update Ende Juni soll zudem die träge Performance des Datei-Explorers verbessern – ein Problem, das Anwender seit Monaten beklagten.

Enterprise-Features und Sicherheitswarnung

Anzeige

Die italienische Wettbewerbsbehörde ermittelt wegen illegaler Bündelung – doch bis zu einem Urteil steigen die Preise weiter. Unternehmen, die ihre Microsoft-365-Kosten im Griff behalten wollen, brauchen jetzt eine klare Strategie. Dieser Report zeigt, wie Sie von F1 bis E5 den optimalen Tarif wählen und versteckte Aufschläge vermeiden. Kostenanalyse jetzt sichern

Für Geschäftskunden stellte Microsoft am 30. Juni den „Service Agent“ innerhalb von Copilot bereit. Das Tool automatisiert Kundendienstaufgaben und bietet über 70 MCP-basierte Funktionen sowie 20 Produktverbesserungen. Einen Tag später folgte „Agent 365“ – eine zentrale Steuerungsebene, mit der Unternehmen „Schatten-KI“ durch einheitliches Identitäts- und Zugriffsmanagement in den Griff bekommen sollen.

Doch die Sicherheitsforschung schlägt Alarm: Am 30. Juni warnte Microsoft selbst vor „Tool Poisoning“ – manipulierte Beschreibungen in MCP-Tools könnten KI-Agenten dazu bringen, vertrauliche Daten preiszugeben. Der Konzern empfiehlt Unternehmen, strenge Inventarlisten zu führen und risikoreiche automatisierte Aktionen durch menschliche Freigaben abzusichern.

de | wissenschaft | 69669190 |