Computer-Betrug: Zwei Senioren in NRW durch falsche Warnfenster getäuscht
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden warnen vor einer perfiden Betrugsmasche, bei der Cyberkriminelle Bildschirme von Computern sperren, angebliche Systeminfektionen vortäuschen und zeitgleich sensible Daten sowie Bankzugänge erbeuten. Betroffene werden durch manipulative Hinweisfenster in die Irre geführt und dazu bewegt, telefonischen Kontakt mit vermeintlichen Servicemitarbeitern aufzunehmen.
Vorfälle in Nordrhein-Westfalen zeigen das Vorgehen
Am 10. Oktober 2026 wurde ein 74-jähriger Mann aus Lindlar im Oberbergischen Kreis Opfer dieser Angriffsmethode. Auf seinem Computer erschien eine Warnmeldung, die einen Hackerangriff behauptete und eine Support-Telefonnummer anzeigte.
Der Senior rief die angegebene Nummer an und folgte den Anweisungen der Anrufer. Er meldete sich im Online-Banking an und gab eine Push-TAN frei, woraufhin er den Zugriff auf sein Konto verlor. Der Betroffene sperrte sein Konto umgehend und erstattete Anzeige bei der Polizei; die genaue Schadenshöhe stand bei der Anzeigenaufnahme noch nicht fest.
Ebenfalls am 10. Oktober 2026 ereignete sich gegen 19:20 Uhr ein ähnlicher Fall in Lienen-Kattenvenne. Eine 71-jährige Frau erhielt an ihrem Rechner ein Warnfenster, das vor einem angeblichen Computervirus warnte und eine Telefonnummer einblendete.
Beim Anruf gab sich die Gegenseite als Microsoft-Support aus und behauptete, unbefugte Dritte hätten bereits Zugriff auf persönliche Daten sowie das Bankkonto erlangt. Die Frau trug daraufhin ihre Zugangsdaten für das Online-Banking ein.
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Die Täter lösten daraufhin eine Überweisung im niedrigen vierstelligen Eurobereich aus. Als die Betrüger eine zweite Transaktion anstrebten, wurde die Seniorin misstrauisch, beendete das Telefonat unverzüglich und veranlasste die Sperrung aller Konten.
Verhaltensregeln und Empfehlungen der Polizeibehörden
Die Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis stellt klar, dass etablierte Technologiekonzerne wie Microsoft Kundinnen und Kunden niemals unaufgefordert kontaktieren. Nutzer sollten weder private Daten noch Bankverbindungen weitergeben, keinen Fernzugriff auf Geräte gewähren und auf dubiose Warnmeldungen keinesfalls reagieren.
Die Polizei Steinfurt ergänzt dazu konkrete Verhaltensratschläge bei plötzlichen Bildschirmsperren. Erscheint ein entsprechendes Warnfenster, sollte der betroffene Rechner sofort vom Internet getrennt oder vollständig ausgeschaltet werden. Angezeigte Telefonnummern dürfen keinesfalls gewählt werden.
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Offizielle Systemmeldungen von Microsoft enthalten grundsätzlich keine Service-Telefonnummern zur Kontaktaufnahme. Wer dennoch Daten eingegeben hat, sollte die betroffenen Konten unverzüglich über offizielle Wege sperren lassen und Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle erstatten.
