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Claude Science: Anthropic startet KI-Plattform für Genomforschung

01.07.2026 - 02:59:03 | boerse-global.de

Anthropic bringt mit Claude Science eine spezialisierte Plattform für Genom- und Proteomforscher auf den Markt. Das Unternehmen bereitet parallel seinen milliardenschweren Börsengang vor.

Anthropic launcht Claude Science für die Forschung vor dem Börsengang
Claude - Wissenschaftler in Laborkittel beobachtet komplexe Genomdaten auf holografischer Schnittstelle mit DNA-Strängen und Proteinstrukturen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic bringt mit Claude Science eine spezialisierte Arbeitsumgebung für Wissenschaftler auf den Markt. Die Plattform nutzt die bestehende Claude Opus 4.8-Architektur, ist aber kein neues Modell – sondern ein workflow-orientiertes Werkzeug für die Genom- und Proteomforschung.

Der Launch ist Teil einer größeren Strategie: Anthropic bereitet sich auf den Börsengang vor. Am 1. Juni 2026 reichte das Unternehmen die IPO-Unterlagen ein, die Bewertung liegt Berichten zufolge bei rund 965 Milliarden Euro.

60 Datenbanken und KI-Faktencheck

Was Claude Science von allgemeinen KI-Assistenten unterscheidet? Die Integration von mehr als 60 wissenschaftlichen Datenbanken. Ein eingebauter KI-Faktencheck soll die Genauigkeit automatisierter Analysen sicherstellen. Für sensible Forschungsdaten läuft die Plattform auf lokaler Infrastruktur.

Besonders spannend: die Partnerschaft mit dem NVIDIA BioNeMo Agent Toolkit. Forscher können biomolekulare Modelle wie Boltz-2, Evo 2 und OpenFold3 als aufrufbare Funktionen in der Werkbank nutzen. Erste Tests zeigen eine Verbesserung der Aufgabenerledigung bei komplexen Forschungsprozessen – von rund 57 Prozent auf vollständige Bearbeitung, bei gleichzeitiger Verdopplung der Tokeneffizienz.

Erste Anwender sind bereits aktiv. Forschungsteams der Gladstone Institutes und des Allen Institute nutzen die Plattform, um Genom-Browser zu bauen und automatisierte Peer-Review-Pipelines zu entwickeln.

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Pharma-Deals und Marktexpansion

Der Launch folgt auf die Übernahme des Biotech-Startups Coefficient Bio für umgerechnet rund 370 Millionen Euro Anfang des Jahres. Anthropic positioniert Claude Science als Beschleuniger für die Wirkstoffforschung – und hat bereits Partnerschaften mit Pharmariesen wie Eli Lilly, AstraZeneca und Novo Nordisk geschlossen.

Um die Nutzung in der Beta-Phase anzukurbeln, bietet Anthropic bis zu 28.000 Euro Guthaben für bis zu 50 einzelne Forschungsprojekte. Bewerbungen sind bis zum 15. Juli 2026 möglich. Die Beta steht Nutzern der Abostufen Pro, Max, Team und Enterprise offen.

Opus 4.8 und Haiku 4.5 in Microsoft Foundry

Am selben Tag gab Anthropic auch die allgemeine Verfügbarkeit seiner Modelle Claude Opus 4.8 und Haiku 4.5 in Microsoft Foundry bekannt. Die auf Azure-Infrastruktur mit Nvidia GB300 Blackwell Ultra GPUs gehosteten Modelle bieten Funktionen wie Null-Datenspeicherung und Integration in bestehende Azure-Abrechnungs- und Governance-Tools.

Die Infrastruktur-Expansion wird durch eine milliardenschwere Dreier-Partnerschaft gestützt: Anthropic hat sich zum Kauf von 28 Milliarden Euro Azure-Compute-Diensten verpflichtet, während Nvidia und Microsoft Berichten zufolge bis zu 9,3 Milliarden Euro beziehungsweise 4,7 Milliarden Euro in das KI-Unternehmen investieren.

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Staat und Verwaltung als Kunden

Auch der öffentliche Sektor ist im Visier: Am 29. Juni 2026 einigte sich Anthropic mit dem Bundesstaat Kalifornien auf einen Vertrag. Staatliche und lokale Behörden erhalten einen Rabatt von 50 Prozent auf Claude-Dienste. Die Vereinbarung folgt auf eine Beschaffungsrichtlinie von 2025 und eine Verfügung des Gouverneurs vom März zur Nutzung generativer KI in staatlichen Abläufen. Die kalifornische Zulassungsbehörde DMV setzt die Technologie bereits im Kundenservice ein.

Claude Tag in Slack

Erst vor einer Woche, am 23. Juni 2026, aktualisierte Anthropic seine Kollaborations-Tools: "Claude Tag" in Slack bietet asynchrone Ausführung und gemeinsamen Speicher für Projektteams. Die neue Schnittstelle soll die bisherige Slack-Integration bis Anfang August 2024 ersetzen.

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