Claude, Mythos

Claude Mythos: Anthropic findet über 10.000 Sicherheitslücken

25.05.2026 - 20:02:34 | boerse-global.de

Anthropic führt Memory-Files und Dreams-Funktion ein. Project Glasswing deckt über 10.000 kritische Sicherheitslücken auf.

Claude Mythos: Anthropic findet über 10.000 Sicherheitslücken - Foto: über boerse-global.de
Claude Mythos: Anthropic findet über 10.000 Sicherheitslücken - Foto: über boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic erweitert seine Claude-Plattform um weitreichende Personalisierungsfunktionen und verschärfte Sicherheitsprotokolle für Geschäftskunden. Im Zentrum der Neuerungen steht ein „Memory Files"-System, das über einfache Gesprächsverläufe hinausgeht. Statt einer chronologischen Abfolge nutzt die neue Architektur strukturierte, themenbasierte Dateien, um Geschäftskontexte, Projektdetails und Nutzerpräferenzen präzise über längere Zeiträume zu speichern.

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„Dreams" und die Zukunft der Kontextspeicherung

Parallel dazu testet Anthropic eine Funktion namens „Dreams", die eine asynchrone Gedächtniskonsolidierung ermöglicht. Diese befindet sich in einer begrenzten Beta-Phase für die Modelle Opus 4.7 und Sonnet 4.6. Ziel ist es, Geschäftskunden ein Modell zu bieten, das komplexe Datenstrukturen abrufen kann, ohne dass die typische Leistungsverschlechterung herkömmlicher Kontextfenster eintritt.

Bereits am 23. Mai 2026 führte das Unternehmen „Claude for Small Business" ein. Diese Stufe konkurriert direkt mit autonomen Büroagenten wie Googles Gemini Spark und soll die Lücke zwischen allgemeinen Chatbots und spezialisierter Unternehmenssoftware schließen.

Project Glasswing: Zehntausende Sicherheitslücken aufgedeckt

Anthropics Fokus auf Sicherheit zeigt sich besonders im Project Glasswing. Unter Einsatz einer Vorschau des „Claude Mythos"-Modells identifizierten mehr als 50 Partner bis zum 22. Mai 2026 über 10.000 kritische Fehler. Die Tests offenbarten eine hohe Dichte an Schwachstellen in proprietären und Open-Source-Systemen. Ein Scan von Open-Source-Projekten bestätigte 6.202 kritische Bugs – eine Trefferquote von 90,6 Prozent.

Die Ergebnisse im Einzelnen:
- Cloudflare entdeckte 2.000 Fehler, davon 400 als kritisch eingestuft
- Mozilla fand 271 Bugs in Firefox 150
- Das UK AI Security Institute bestätigte, dass die Mythos-Vorschau eine 32-stufige Angriffssimulation erfolgreich ausführen konnte
- Tests im ExploitGym der UC Berkeley zeigten, dass das Modell 157 von 898 Instanzen ausnutzen konnte

Diese Ergebnisse offenbaren jedoch auch einen neuen Engpass: das Tempo der Fehlerbehebung. Von 530 identifizierten Bugs in einem Projektsegment wurden nur 75 behoben. Anthropic reagierte mit der Einführung von „Claude Security" im Beta-Status für Unternehmenskunden und stellte vier Millionen Euro für Open-Source-Maintainer bereit. Der Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board) soll Berichten zufolge ein Briefing zu den Ergebnissen angefordert haben.

Neue Preisstruktur und Identitätsprüfung

Anthropic verändert zudem seine Preismodelle grundlegend. Ab dem 15. Juni 2026 wird die programmatische Nutzung – einschließlich des Agent SDK und Drittanbieter-Integrationen – in einen separaten Kreditpool verlagert, der zu API-Preisen abgerechnet wird. Bereits Ende April hatte das Unternehmen kurzzeitig den Zugang zum „Claude Code"-Tool für einen kleinen Teil neuer Pro-Abonnenten entfernt, diese Entscheidung aber rückgängig gemacht.

Die hohen Betriebskosten für KI-Coding-Agenten treiben diese Entwicklung hin zu nutzungsbasierter Abrechnung oder teureren Abonnementmodellen. Um die massiven Rechenanforderungen zu decken, schloss Anthropic am 7. Mai 2026 einen Vertrag mit SpaceX ab. Das Unternehmen zahlt demnach 1,15 Milliarden Euro monatlich für Rechenkapazität bis 2029. Parallel verhandelt Anthropic mit Microsoft über den Einsatz des Maia 200 AI-Beschleunigerchips.

Seit dem 25. Mai 2026 gelten zudem „Know Your Customer"-Anforderungen (KYC). Nutzer, die auf sensible Funktionen zugreifen oder verdächtige Aktivitäten zeigen, müssen einen amtlichen Ausweis und ein Selfie über den Drittanbieter Persona vorlegen.

Deutsche Unternehmen zögern noch bei KI-Integration

Eine Studie des Unternehmens Zoi unter 500 IT-Verantwortlichen in deutschen Firmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern zeigt: 76 Prozent testen KI-Agenten, aber nur 19 Prozent haben sie in Kernprozesse integriert. Haupthindernisse sind die Komplexität der IT-Landschaft und die Grenzen von Altsystemen.

Der Wettbewerb verschärft sich: Google brachte am 19. Mai 2026 Gemini Spark für Workspace auf den Markt, OpenAI launchte ein spezielles Tool für PowerPoint. OpenAI bereitet zudem einen möglichen Börsengang im September 2026 mit einer angestrebten Bewertung von einer Billion Euro vor.

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Ethische Dimension: Papst warnt vor Datenmonopolen

Die rasante Entwicklung hat auch die höchsten Kreise erreicht. Papst Leo XIV. veröffentlichte am 25. Mai 2026 seine erste Enzyklika „Magnifica Humanitas", die sich den ethischen Implikationen künstlicher Intelligenz widmet. Das Dokument warnt vor der Machtkonzentration privater Datenmonopole und fordert strenge Richtlinien, damit Technologie der sozialen Gerechtigkeit und Menschenwürde dient.

Ausblick: Mythos-Architektur als Fundament

Anthropic balanciert die aggressive Einführung autonomer Fähigkeiten mit den Sicherheitsanforderungen seiner Unternehmenskunden. Die „Claude Mythos"-Architektur, die bereits bei Sicherheits-Benchmarks und Betrugsprävention überzeugte – Berichten zufolge stoppte sie während einer begrenzten Vorschau einen Betrugsversuch über 1,4 Millionen Euro –, dürfte die Grundlage künftiger Unternehmenswerkzeuge bilden.

Ein unbeabsichtigter Leak des Claude Code-Quellcodes am 31. März 2026, der 44 versteckte Feature-Flags und Verweise auf das Mythos-Modell enthielt, gewährte Einblick in die interne Entwicklung. Während der Vorfall eine Sicherheitsherausforderung darstellte, bestätigte er auch, dass Anthropic an einer Vielzahl unveröffentlichter Funktionen für tiefe Systemintegration arbeitet. Mit den Preisänderungen zum 15. Juni und der laufenden Einführung der „Dreams"-Funktion signalisiert das Unternehmen den Übergang von experimenteller KI zu einer disziplinierten, hochwertigen Geschäftsanwendung.

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