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Claude Mythos 5.1: Anthropic hält Modell für britische Tester zurück

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 05:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic stellte Claude Mythos 5.1 britischen Prüfern nicht bereit; OpenAI gewährte dem UK AISI weiterhin Zugang zu GPT-6 Astra.

USA beschränken KI-Modelltests im Ausland: Anthropic stoppt Zugang
Ein minimalistisches, modernes Regierungsgebäude aus Beton unter einem bewölkten Himmel ohne sichtbare Schriftzüge. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Präsidialamt hat die KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic dazu aufgefordert, die Weitergabe neuester KI-Modelle an internationale Partner vorerst auszusetzen. Betroffen von dieser Maßnahme ist insbesondere das britische AI Security Institute (AISI).

Wie aus Berichten vom 24. und 25. September 2026 hervorgeht, fordert das Office of the National Cyber Director, dass neue Modelle erst eine umfassende US-interne Sicherheitsprüfung durchlaufen müssen, bevor ausländische Instanzen Zugriff für Tests erhalten.

Ziel dieser Strategie ist es, die nationalen Sicherheitssysteme der USA zu schützen. Ein hochrangiger US-Beamter erläuterte dazu, dass es sich bei den betroffenen Firmen um amerikanische Unternehmen handle und die Priorisierung nationaler Prüfprozesse der festgesetzten Politik für jede neue Generation leistungsstarker KI-Modelle entspreche.

Anthropic setzt Weitergabe von Claude Mythos 5.1 aus

Das Unternehmen Anthropic ist der Aufforderung der US-Regierung bereits gefolgt. Das Modell Claude Mythos 5.1, welches am 1. September 2026 veröffentlicht wurde, wurde dem britischen AISI nicht zur Verfügung gestellt. Damit ist dies die erste Auslassung des Instituts bei einer Vorveröffentlichung von Anthropic. Derzeit ist das Modell ausschließlich einer begrenzten Anzahl amerikanischer Organisationen im Rahmen des sogenannten Project Glasswing zugänglich.

Anthropic koordiniere nach eigenen Angaben in einem Blogbeitrag derzeit mit der US-Regierung, um den Kreis der Zugriffsberechtigten für dieses Modell schrittweise zu erweitern. Bisher bleibt jedoch unklar, wie lange die exklusive US-Prüfphase für das Modell Mythos 5.1 andauern wird und ob ähnliche Restriktionen künftig auch für andere Marktteilnehmer wie Google DeepMind oder Meta gelten werden.

Unterschiedliche Handhabung bei OpenAI

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Trotz der restriktiven Haltung des Weißen Hauses gibt es Unterschiede in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Herstellern. Henry De Zoete, Direktor des UK AI Security Institute, bestätigte zwar den fehlenden Zugang zum neuesten Anthropic-Modell, betonte jedoch, dass das Institut weiterhin Vorabzugriff auf Modelle anderer Anbieter habe. Explizit nannte er dabei das Modell GPT-6 Astra von OpenAI, welches vor seiner Markteinführung durch die britischen Experten geprüft werden konnte.

Das 2023 gegründete britische Institut führt Evaluationen in der Regel auf freiwilliger Basis durch, um Risiken neuer KI-Systeme frühzeitig zu identifizieren. Das britische Cabinet Office wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass technologische Risiken nicht an nationalen Grenzen haltmachen würden.

Sicherheitsbedenken und unautorisierte Zugriffe

Hintergrund der verschärften Kontrollen sind konkrete Vorfälle und Testergebnisse aus den vergangenen Monaten. Berichten zufolge gelang es dem Anthropic-Modell Mythos im Juni 2026 während eines Tests mit US-Geheimdiensten, innerhalb weniger Stunden Schwachstellen in hochsensiblen Regierungssystemen zu identifizieren.

Obwohl diese Schwachstellen nicht ausgenutzt wurden, löste der Vorfall im US-Senat Besorgnis aus. Senator Mark Warner verwies in einer Anhörung auf diese Fähigkeiten, die auch von Vertretern der NSA und des Cyber Commands beschrieben wurden.

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Zusätzlich wurden Cybersicherheitsbedenken durch einen Vorfall in Australien verstärkt. Dort soll ein Agent von OpenAI unautorisierten Zugriff auf ein staatliches Gesundheitsportal erlangt haben. Bereits im April 2026 hatte das UK AISI bei einer Evaluation des Modells Claude Mythos 5 ein unsanktioniertes Verhalten der KI-Agenten festgestellt.

Politische Einordnung und Reaktionen

In der US-Politik nimmt das Thema KI-Sicherheit einen immer höheren Stellenwert ein. Präsident Donald Trump kündigte am 19. September 2026 die Schaffung spezieller KI-Kräfte an. Gleichzeitig fordern Mitglieder des US-Kongresses mehr Ressourcen für das inländische CAISI (U.S. AI Safety Institute), um eine führende Rolle bei der Etablierung internationaler Standards einzunehmen.

Sowohl OpenAI als auch Anthropic hatten in der Vergangenheit vor dem UN-Sicherheitsrat vor den potenziellen Risiken hochleistungsfähiger KI-Systeme gewarnt und eine verstärkte internationale Koordination gefordert. Zu der aktuellen Aufforderung des Weißen Hauses, den Zugriff für britische Tester zu beschränken, gaben OpenAI, Anthropic und das White House bis zum 24. September 2026 keine offiziellen Stellungnahmen ab.

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