Claude, Cowork

Claude Cowork: Anthropic erweitert KI-Assistent auf Smartphones

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Claude Cowork von Anthropic ist nun plattformübergreifend nutzbar. Der KI-Assistent fokussiert auf Büroaufgaben und ermöglicht rund um die Uhr Automatisierung.

Anthropic erweitert Claude Cowork auf mobile Geräte und Web
Ein leuchtendes KI-Gehirnsymbol über einem modernen Schreibtisch mit Laptop und Smartphone, das die KI-Integration in der Büroarbeit zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

KI-Assistent hilft jetzt auch unterwegs bei lästiger Büroarbeit – und das rund um die Uhr.

Der KI-Entwickler Anthropic hat sein Tool Claude Cowork auf Web- und mobile Plattformen ausgeweitet. Seit dem 11. Juli 2026 können Max-Abonnenten Aufgaben auf dem Desktop starten und nahtlos auf dem Smartphone weiterbearbeiten. Der Fokus liegt klar auf Verwaltungsaufgaben wie dem Zusammenführen von Berichten oder dem Abgleichen von Tabellenkalkulationen.

Büroalltag statt Programmieren

Eine Analyse von 1,2 Millionen Cowork-Sitzungen zwischen dem 11. und 31. Mai 2026 zeigt ein klares Bild: Der KI-Assistent ist vor allem für die lästige Büroarbeit gedacht. 33,4 Prozent der Nutzung entfallen auf Geschäftsprozesse und operative Tätigkeiten, 16,4 Prozent auf die Content-Erstellung.

Die Softwareentwicklung kommt dagegen nur auf 8,7 Prozent der Nutzungszeit. Der Grund: Technische Anwender greifen für Programmieraufgaben lieber zum speziell entwickelten Claude Code. Schon der erste Launch von Claude Cowork hatte Anfang des Jahres für Turbulenzen an den Börsen gesorgt – mehrere große indische IT-Firmen verloren damals an Marktwert, weil Investoren die Folgen der KI-Automatisierung für traditionelle Dienstleistungsmodelle fürchteten.

Plattformübergreifend und rund um die Uhr

Die Neuerungen umfassen auch Desktop-Steuerungsfunktionen, die derzeit für macOS Pro- und Max-Nutzer in der Vorschau verfügbar sind. Ein neuer Befehl erlaubt die Planung von automatisierten Aufgaben rund um die Uhr – sieben Tage die Woche. Anthropic arbeitet zudem im Rahmen des Orbit-Beta-Programms an einer „Phone Use“-Funktion, die mobile Steuerungsmöglichkeiten noch weiter ausbauen soll.

Die Architektur des Tools basiert auf der Fernausführung und dem Dateizugriff über eine Desktop-Anwendung. Es nutzt bestimmte Ordnerkonventionen, etwa eine separate Markdown-Datei für Anweisungen, und bietet drei Ebenen von Vorgaben: globale, projekt- und ordnerspezifische Einstellungen.

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Wettlauf der KI-Agenten verschärft sich

Die Erweiterung von Claude Cowork kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb im Bereich der KI-Agenten für Unternehmen massiv zunimmt. Erst am Wochenende brachte OpenAI GPT-5.6 und eine eigene ChatGPT Work-Plattform auf den Markt, die speziell für die Automatisierung mehrstufiger Unternehmensabläufe entwickelt wurde. Die neuen OpenAI-Modelle – darunter die Varianten Sol, Terra und Luna – sind direkte Konkurrenten zu Anthropics Angeboten. Erste Benchmarks zeigen: Das Sol-Modell erreicht im Coding Agent Index einen Wert von 80 Punkten und liegt damit knapp vor Anthropics Claude Fable 5.

Auch die Software firma Cursor mischt mit: Sie entwickelt offenbar einen Büro-Agenten namens Sand, der E-Mails, Dokumentation und Support-Tickets verwalten soll – und damit genau das Terrain besetzt, das derzeit Anthropics Technologie abdeckt.

Leistung und Sicherheit im Fokus

Auf frühere Nutzerkritik wegen nachlassender KI-Leistung reagierte Anthropic mit einer Klarstellung: Eine Änderung der Standard-Effort-Stufen im Frühjahr 2026 habe zu unterschiedlichen Antwortqualitäten geführt. Das Modell selbst sei konstant geblieben – die eingestellte Anstrengungsstufe bestimme lediglich den Token-Output und die Tiefe der Bearbeitung komplexer Aufgaben.

Die gesamte KI-Branche sieht sich zudem mit wachsenden Sicherheitsherausforderungen konfrontiert. Erst diese Woche wurden Berichte über einen Datenleck bei einer großen Unternehmensberatung bekannt: Ein Angreifer soll 35 Gigabyte Quellcode erbeutet haben. Sowohl Anthropic als auch OpenAI reagieren mit verstärkten Cybersicherheits-Maßnahmen – in ihren jüngsten Stellenausschreibungen und Modell-Updates spielen Sicherheitsaspekte eine zentrale Rolle.

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In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Büro und mobilem Arbeiten verschwimmen, wird die Wahl der richtigen KI-Strategie zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

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