Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: 20 Millionen Patienten brauchen neuen Therapieansatz

03.06.2026 - 18:39:47 | boerse-global.de

Mediziner plädieren für multimodale Behandlung statt Operationen. Neue Methoden wie Hypnose und Ernährungsumstellung gewinnen an Bedeutung.

Chronische Schmerzen: 20 Millionen Patienten brauchen neuen Therapieansatz - Bild: über boerse-global.de
Chronische Schmerzen: 20 Millionen Patienten brauchen neuen Therapieansatz - Bild: über boerse-global.de

Mediziner fordern einen grundlegenden Wandel der Behandlung – weg von Operationen, hin zu einem ganzheitlichen Ansatz.

Der nationale Aktionstag gegen Schmerzen am 2. Juni 2026 hat eine Debatte neu entfacht: Chirurgische Eingriffe bei chronischen Rückenschmerzen gelten zunehmend als letzter Ausweg. Sie kommen nur noch infrage, wenn sogenannte „Alarmsymptome“ wie Lähmungen oder Inkontinenz auftreten – oder wenn konservative Methoden versagen.

Multimodale Therapie als neuer Standard

Anzeige: Rund 20 Millionen Patienten in Deutschland suchen einen neuen Therapieansatz – weg von Operationen, hin zu ganzheitlichen Methoden. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 konkreten Schritten, wie Hypnosetherapie, Fibremaxxing und Biofeedback Ihre Schmerzen lindern können. Kostenlosen Ratgeber jetzt anfordern

Im Zentrum der modernen Schmerzmedizin steht ein Bündel nicht-invasiver Verfahren. Wirbelsäulendekompression und Krankengymnastik bilden weiterhin die Basis, um Beweglichkeit wiederherzustellen und Nerven zu entlasten. Ergänzend setzen Ärzte auf Akupunktur und Biofeedback – Techniken, die die Schmerzwahrnehmung ohne Medikamente beeinflussen.

Besonders vielversprechend: die Hypnosetherapie. Dr. Norbert Preetz plädierte Anfang Juni dafür, Schmerz als Phänomen des Gehirns zu begreifen. „Oft entsteht der Schmerz nicht im verletzten Gewebe, sondern im zentralen Nervensystem“, so der Experte. Ziel der Hypnose sei es, die fehlgesteuerte Reaktion des Gehirns auf chronische Reize neu zu programmieren.

Ernährung als Waffe gegen Entzündungen

Die Ernährungsmedizin gewinnt in der Schmerzprävention an Bedeutung. Ein Trend namens „Fibremaxxing“ macht die Runde: Ernährungswissenschaftlerin Christine Brombach empfiehlt täglich 30 Gramm Ballaststoffe aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen. Das senke das Risiko für Diabetes, Herzkrankheiten und Darmkrebs. Mehr als 30 Gramm bringen laut Studien jedoch keinen zusätzlichen Nutzen.

Hintergrund: In der Schweiz ist die Zahl der Darmkrebsfälle bei unter 50-Jährigen seit 1980 gestiegen. 27,7 Prozent der jüngeren Patienten werden mittlerweile erst im Stadium IV diagnostiziert.

Säureblocker: Weniger ist mehr

Ein weiteres Thema: der übermäßige Einsatz von Protonenpumpenhemmern (PPI) gegen Sodbrennen. Professor Ahmed Madisch erklärte auf dem Pharmacon-Kongress am 2. Juni, dass rund 80 Prozent der Reflux-Patienten auf Alternativen umsteigen könnten. Dazu zählen Alginate, Antazida sowie Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion, Rauchstopp und Zwerchfelltraining. Die aktuellen Leitlinien empfehlen PPI nur noch für maximal acht Wochen bei nachgewiesener Speiseröhrenentzündung.

Sanfte Wege in der Altenpflege

Innovative Konzepte zeigen sich auch in der Geriatrie. Der „Werdenfelser Weg“ – seit 2024 in Einrichtungen wie dem Seniorendomizil Marienthal im Einsatz – ersetzt körperliche Fixierung und Beruhigungsmittel durch natürliche Alternativen. Aromatherapie und strukturierte Veranstaltungen wie der „Tanztee“ verbessern den Schlaf und reduzieren den Medikamentenbedarf. Sturzhelme verhindern Verletzungen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Für Demenzkranke kommt Gartentherapie zum Einsatz. Am Welt-Gartentherapie-Tag am 2. Juni zeigten Therapeuten, wie Kräuter und das Flechten von Lavendelkränzen Erinnerungen wecken und das Wohlbefinden steigern.

Salzhöfe für die Lunge

Auch umweltbasierte Therapien boomen. In Bad Nauheim eröffnete Anfang Dezember 2025 die Anlage „Salzflora“ – eine Salzgrotte mit Solevernebelung. Sie soll die Atemwege aller Altersgruppen stärken. Die Kommunen planen weitere spezialisierte Inhalationszentren für Kinder – sobald die Haushaltslage es zulässt.

Anzeige: Lange Wartezeiten auf Schmerztherapie-Termine und ein drohendes Sparpaket gefährden die multimodale Behandlung. Stattdessen können Sie selbst aktiv werden: Mit der Checkliste zur Ernährungsumstellung und der Hypnose-Anleitung für zu Hause. Selbsthilfe-Ratgeber jetzt sichern

Spardiktat gefährdet die Versorgung

Doch die Zukunft der Schmerzmedizin ist bedroht. Die Deutsche Schmerzgesellschaft schlug am 2. Juni Alarm: Ein Sparpaket der Bundesregierung aus Ende April 2026 gefährde die stationäre multimodale Schmerztherapie. 22 Prozent der Behandlungszentren – die 44 Prozent aller Fälle versorgen – stehen demnach vor dem Aus.

Lilit Flöther von der Universitätsklinik Halle warnt: „Die alternde Gesellschaft erhöht den Bedarf, doch Patienten warten immer länger auf Termine und werden zu spät an Spezialisten überwiesen.“ Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie (DGPSF) ergänzen: Personalmangel und fehlende Psychotherapieplätze verschärfen die Krise zusätzlich.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69478664 |