Cholesterin: 99% aller Herzinfarkte auf vier Risikofaktoren
13.06.2026 - 11:41:14 | boerse-global.de
Ein aktueller Gesundheitsbericht des Office of Health Economics (OHE) London beziffert die jährlichen Kosten auf 17,3 Milliarden Euro. Das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtausgaben für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von 50,6 Milliarden Euro.
Pro Patient fallen durchschnittlich 2.200 Euro pro Jahr an. Die direkten medizinischen Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen bei fast 22 Milliarden Euro – 6,1 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Noch höher sind die indirekten Kosten durch Produktionsausfälle: 28,7 Milliarden Euro.
Fast alle Herzinfarkte haben vier Ursachen
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Eine Langzeitanalyse aus dem Jahr 2025 im Journal of the American College of Cardiology liefert alarmierende Zahlen. Die Studie mit über neun Millionen Erwachsenen aus den USA und Südkorea zeigt: 99 Prozent aller Herzinfarkte, Schlaganfälle und Fälle von Herzinsuffizienz gehen auf nur vier Risikofaktoren zurück.
Bluthochdruck lag bei über 93 Prozent der Ereignisse vor. Dazu kommen erhöhte Cholesterinwerte, ein gesteigerter Blutzuckerspiegel und Tabakkonsum. Die gute Nachricht: Diese Faktoren sind mess- und behandelbar.
In Österreich sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen für mehr als ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich. Für gesunde Erwachsene empfehlen Experten einen LDL-Zielwert unter 116 mg/dl. Bei Hochrisikopatienten liegt die Zielvorgabe teilweise unter 40 mg/dl.
Genetischer Risikofaktor Lipoprotein(a) im Fokus
Neben dem LDL-Wert rückt Lipoprotein(a) – kurz Lp(a) – in den Vordergrund. Etwa jeder fünfte Mensch in Österreich hat einen erhöhten Lp(a)-Wert. Der Wert ist weitgehend genetisch bedingt.
Fachgesellschaften empfehlen daher eine einmalige Bestimmung im Leben, idealerweise vor dem 50. Lebensjahr. Denn anders als das LDL-Cholesterin lässt sich Lp(a) kaum durch Lebensstiländerungen beeinflussen.
MRT als neues Diagnosewerkzeug?
Die NAKO-Gesundheitsstudie eröffnet neue Perspektiven für die Früherkennung. Ergebnisse aus dem Jahr 2026 in der Fachzeitschrift Radiology zeigen: Die Magnetresonanztomographie (MRT) könnte zur Abschätzung kardiometabolischer Risiken dienen.
Als möglicher Marker dient der Fettanteil in der paraspinalen Muskulatur. Von über 11.000 untersuchten Teilnehmenden, die sich gesund fühlten, wiesen 45,9 Prozent ungünstige Lipidwerte auf. Das Problem bleibt lange unsichtbar.
Wissenslücken in der Bevölkerung
Trotz der bekannten Risiken hapert es am Grundwissen. Eine Umfrage unter 2.200 US-Erwachsenen Ende Mai 2026 zeigt: Jeder fünfte Befragte kannte den Zusammenhang zwischen Ernährung und Cholesterinspiegel nicht.
36 Prozent glaubten fälschlicherweise, dass Hühnerfleisch den Cholesterinspiegel senke. Studien legen jedoch eine ähnliche Wirkung wie bei rotem Fleisch nahe.
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Was wirklich hilft
Zur Senkung des Cholesterinspiegels empfehlen Fachleute eine Kombination aus Lebensstiländerungen und gegebenenfalls Medikamenten. Wesentliche Faktoren sind eine ausgewogene Kalorienbilanz, viel Gemüse und Obst sowie pflanzliche Öle.
Körperliche Aktivität von 150 bis 300 Minuten pro Woche wird als präventive Maßnahme hervorgehoben. Anlässlich des Tags des Cholesterins im Juni 2026 wiesen Organisationen wie die DGFL-Lipid-Liga auf die Bedeutung bundesweiter Informations- und Messaktionen hin. Ziel: die Früherkennung in der Breite verbessern.
