Office auf Apple-Geräten: Millionen Nutzer verlieren ab Juli Bearbeitungsfunktionen
13.06.2026 - 11:36:52 | boerse-global.de
Grund ist ein ablaufendes digitales Zertifikat, das Microsoft nicht erneuern wird.
Viewer-Modus statt voller Produktivität
Ab dem 13. Juli 2026 werden Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote auf betroffenen Apple-Geräten zu reinen Dokumentenbetrachtern. Nutzer können dann nur noch Dateien öffnen, ansehen und ausdrucken – das Erstellen, Bearbeiten oder Speichern neuer Dokumente ist nicht mehr möglich.
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Betroffen sind vor allem Office 2019 sowie bestimmte Konfigurationen von Office 2021 auf Mac, iPad und iPhone. Die Windows- und Android-Versionen bleiben von der Einschränkung unberührt und arbeiten wie gewohnt weiter.
Unterschiedliche Auswirkungen je nach Version
Die Konsequenzen fallen je nach Softwareversion unterschiedlich aus. Für Office 2019 auf Apple-Geräten ist die Umstellung endgültig: Microsoft stellt keinen Patch oder Update zur Verfügung, der das Zertifikatsproblem beheben würde.
Anders sieht es bei Office 2021 aus: Wer sein Gerät auf mindestens macOS 12 oder iOS 17 aktualisiert, kann die volle Funktionalität erhalten. Ohne diese Updates greift auch bei Office 2021 ab Juli der reine Lesemodus.
Alternativen im Überblick
Microsoft empfiehlt betroffenen Nutzern den Umstieg auf das Abonnement-Modell Microsoft 365 – ab etwa 9,50 Euro monatlich. Alternativ steht der einmalige Kauf von Office 2024 für rund 140 Euro zur Wahl. Auch die Web-Versionen der Office-Apps bleiben als kostenlose Option verfügbar.
Euro-Office als europäische Alternative
Der Zeitpunkt der Einschränkung ist brisant: Erst am 9. Juni 2026 – wenige Wochen zuvor – veröffentlichte ein Konsortium europäischer Unternehmen um Nextcloud und Ionos die Version 1.0 von Euro-Office. Die browserbasierte Open-Source-Suite wurde speziell entwickelt, um die digitale Souveränität innerhalb der EU zu stärken und eine echte Alternative zu US-amerikanischen Ökosystemen wie Microsoft 365 zu bieten.
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Die Entwicklung reiht sich in einen breiteren Trend ein: Immer mehr europäische Regierungen und Organisationen prüfen den Abschied von US-Technologieanbietern. Die niederländische und die französische Regierung etwa loten Alternativen zu Microsoft Office und Google Docs aus, das Europäische Parlament setzt bereits auf die Suchmaschine Qwant.
Weitere Microsoft-Änderungen im Juli
Neben den Einschränkungen für Apple-Nutzer plant Microsoft auch das Support-Ende für SharePoint 2016 und 2019 – ebenfalls am 14. Juli 2026. Zuvor hatte der Konzern im Juni 2026 mit einem umfangreichen „Patch Tuesday" 206 Sicherheitsupdates veröffentlicht, um zahlreiche Schwachstellen in seiner Software zu schließen.
