Chinesische, USA

Chinesische KI überholt USA: 17,1 Prozent gegen 15,8 Prozent Marktanteil

29.06.2026 - 11:37:11 | boerse-global.de

Wien schlägt EU-Partnerschaft mit Anthropic vor, um US-Exportbeschränkungen für KI-Modelle zu umgehen und Europas digitale Souveränität zu stärken.

Österreich wirbt für EU-Ansiedlung von KI-Firma Anthropic
Chinesische - Futuristischer Serverraum mit leuchtend blauen Datenströmen, die künstliche Intelligenz und Datenunabhängigkeit für Europa symbolisieren. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die österreichische Regierung hat die Europäische Union aufgefordert, eine strategische Partnerschaft mit dem US-KI-Unternehmen Anthropic auszuloten. Ziel ist es, das Unternehmen dauerhaft in der EU anzusiedeln.

Wiener Vorstoß für europäische KI-Souveränität

In einem Schreiben an EU-Kommissarin Henna Virkkunen schlug Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll am Montag vor, gemeinsam mit Anthropic eine strategische Ansiedlung zu prüfen. Das Angebot: Rechtssicherheit, Marktzugang und Kapital für den Betrieb innerhalb der EU.

Hintergrund des Vorstoßes sind die jüngsten US-Exportbeschränkungen. Diese hatten den internationalen Zugang zu Anthropics Spitzenmodellen Fable 5 und Mythos 5 massiv eingeschränkt. Pröll warnt davor, dass Europa ohne eigene Initiative von amerikanischen Protektionismus-Maßnahmen im Hochleistungs-KI-Sektor abgehängt werde.

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US-Exportkontrollen schotten Spitzenmodelle ab

Die aktuelle Lage ist angespannt. Das US-Handelsministerium erlaubte zwar eine begrenzte Freigabe von Mythos 5 – aber nur für gut 100 geprüfte Cybersicherheitsexperten und Infrastrukturanbieter. Das noch leistungsfähigere Fable 5 bleibt für internationale Nutzer komplett gesperrt.

Anthropic ist kein Einzelfall. Auch OpenAI beschränkt den frühen Zugang zu seinen Vorschau-Modellen GPT-5.6 – unter den Codenamen Sol, Terra und Luna – auf einen kleinen Kreis vertrauenswürder Partner. Diese Einschränkungen erfolgten auf Wunsch der US-Regierung, nachdem das Unternehmen die genauen Fähigkeiten der neuen Modelle vorgestellt hatte.

Chinesische Alternativen drängen auf den Markt

Die Exportkontrollen zeigen bereits Wirkung. In Märkten wie Indien weichen lokale Unternehmen zunehmend auf chinesische KI-Modelle aus, weil US-Alternativen schwerer zugänglich werden.

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Die Marktdaten sprechen eine deutliche Sprache: 2025 erreichten chinesische KI-Modelle einen globalen Download-Anteil von 17,1 Prozent – und übertrafen damit die 15,8 Prozent der US-Modelle. Besonders bei den Kosten liegen die chinesischen Anbieter vorn: Modelle wie Zhiphu AIs GLM-5.2 sind angeblich zu einem Bruchteil der US-Preise erhältlich. Analysten zufolge kosten chinesische KI-Angebote pro Token zwischen 10 und 50 Mal weniger als vergleichbare US-Produkte.

Der österreichische Vorstoß zielt genau auf diese Entwicklung ab. Ohne eine strategische Ansiedlung großer KI-Entwickler in Europa drohe der EU ein ähnlicher Druck, außerhalb des westlichen Bündnisses nach Lösungen zu suchen. Prölls Brief signalisiert den Willen, diese Abhängigkeit zu verhindern – durch ein stabiles Umfeld für Firmen wie Anthropic unter europäischer Rechtshoheit.

de | wissenschaft | 69651878 |