China-Roboter-Offensive: 10.000 humanoide Maschinen bis Ende 2026
11.06.2026 - 06:02:25 | boerse-global.de
000 humanoide Roboter in Fabriken, Krankenhäusern und Lagern einsetzen. Ein gemeinsamer Erlass des Industrieministeriums (MIIT) und der Vermögensaufsichtskommission (SASAC) vom 9. Juni markiert den Übergang von Pilotprojekten zur kommerziellen Großserie. Die Vorgabe: Aus „Experimentier-Modus" wird „Arbeits-Modus".
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Zehn Milliarden für die Roboter-Offensive
Der „Aktionsplan 2026 für humanoide Roboter und verkörperte Intelligenz" gibt einen strikten Zeitplan vor. Bis Ende Juni müssen lokale Behörden und staatseigene Konzerne konkrete Umsetzungspläne vorlegen, bis November folgen Fortschrittsberichte. Die Regierung will über 100 Anwendungsszenarien identifizieren, in denen Roboter routinemäßig arbeiten können. Jede Provinz soll mindestens 20 Testeinheiten benennen, zentrale Staatsbetriebe mindestens zehn.
Die Finanzierung erfolgt über einen Mix aus Eigenkapital, Fremdkapital und Versicherungsmodellen. Im Fokus stehen Produktion, Logistik, Einzelhandel, Gesundheitswesen und Notfallrettung. Das Ziel: mehr als 10.000 einsatzbereite Einheiten bis Jahresende.
TianGong 3.0 und DR02: Zwei Modelle starten durch
Mehrere Hersteller haben ihre Produktion bereits auf die staatlichen Vorgaben ausgerichtet. Das Pekinger Innovationszentrum für humanoide Robotik kündigte gemeinsam mit D-Robotics die Massenauslieferung des Modells TianGong 3.0 für die zweite Jahreshälfte an. Der Roboter nutzt den Xuri-S600-Chip und ist für komplexe 3D-Umgebungen in Industrie und Gewerbe ausgelegt.
Parallel dazu brachte DEEP Robotics am 9. Juni ein Upgrade seines humanoiden Roboters DR02 auf den Markt. Das 1,79 Meter große Modell ist nach IP66 zertifiziert – es arbeitet bei Temperaturen von minus 20 bis plus 55 Grad Celsius. Der DR02 ist speziell für Sicherheitspatrouillen und die Wartung von Umspannwerken konzipiert und kann Feuerlöscher tragen sowie elektrische Anlagen bedienen.
Xpeng-Chef übernimmt persönlich die Roboter-Sparte
Auch der Autobauer Xpeng forciert seine Robotik-Ambitionen. Am 10. Juni übernahm CEO He Xiaopeng persönlich die Leitung der Robotik-Division. Das Unternehmen will den humanoiden Roboter „IRON" bis Ende 2026 in Serie produzieren. Zunächst sollen die Roboter in Xpeng-Filialen zum Einsatz kommen, bevor 2027 die Auslieferung an externe Kunden beginnt.
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Reinigung, Kinderbetreuung, Haushalt – Roboter erobern neue Bereiche
Im Facility-Management setzt die YY Group auf Unitree G1-Roboter, um dem Personalmangel in der Gebäudereinigung zu begegnen. Reinigungskräfte trainieren die Maschinen mit Datenerfassungsgeräten für automatisierte Aufgaben in Einkaufszentren und Hotels. Die dabei entstehenden Datensätze sollen über ein Software-as-a-Service-Modell vermarktet werden.
Im Einzelhandel schlossen Noetix Robotics und Kidswant am 9. Juni eine strategische Partnerschaft. Ihr Roboter „Xiaobumi" kostet rund 10.000 Yuan (etwa 1.300 Euro) und soll in Kidswant-Filialen als Begleiter für Familien und Kinder fungieren.
Haushaltstest: Roboter falten Wäsche – aber langsam
Erste Tests in Privathaushalten liefern gemischte Ergebnisse. GigaAI (Wuhan) testete 100 SeeLight S1-Roboter in echten Wohnungen. Nach weniger als einem Monat Training erledigten die Maschinen Aufgaben wie Wäsche falten und Frühstück zubereiten. Allerdings: Komplexe Tätigkeiten wie das Falten eines Kleidungsstücks dauern oft mehr als zehn Minuten.
Markt wächst rasant – doch die Nachfrage muss mithalten
Der chinesische Markt für humanoide Roboter boomt. 2025 zählte die Branche über 140 Hersteller und 330 verschiedene Modelle. Die Auslieferungen erreichten rund 17.000 bis 18.000 Einheiten, der Auftragswert lag bei über zwei Milliarden Yuan (rund 295 Millionen Euro) – getrieben vor allem von Staatsunternehmen.
Die Preisspanne ist enorm: Matrix Robotics in Shanghai verbuchte rund 1.000 Bestellungen für seinen MATRIX-3 zum Stückpreis von 99.000 US-Dollar. EngineAI aus Shenzhen bietet eine Basisversion dagegen für umgerechnet 26.600 Euro an. Branchenbeobachter sehen die größte Herausforderung darin, die hohe Produktionskapazität mit einer nachhaltigen kommerziellen Nachfrage in Einklang zu bringen – insbesondere angesichts des ambitionierten Ziels von 10.000 Einheiten bis Ende 2026.
