China, KI-Behörde

China gründet KI-Behörde mit 29 Staaten – ohne USA und EU

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 00:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de

29 Staaten starten unter chinesischer Führung die World AI Cooperation Organization (WAICO) in Shanghai. Die USA und die EU sind nicht dabei.

China gründet WAICO: Neue KI-Behörde ohne USA und EU
Stilisierte neuronale Netzstruktur mit chinesischen Architekturelementen, symbolisiert internationale KI-Kooperation und Regulierung vor futuristischer Stadtkulisse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Peking startet mit 29 Staaten eine neue internationale KI-Behörde – ohne die USA und die EU.

China hat diese Woche offiziell die World AI Cooperation Organization (WAICO) ins Leben gerufen. Die neue zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Shanghai soll internationale Standards und Regeln für künstliche Intelligenz festlegen – und das außerhalb der bestehenden UN-Strukturen. Die Gründungszeremonie fand im Rahmen der Welt-KI-Konferenz 2026 statt.

Wer mitmacht – und wer fehlt

Die Gründungsurkunde wurde am 16. Juli 2026 in Shanghai von Vertretern der 29 Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Chinas Außenminister Wang Yi war ebenso dabei wie UN-Generalsekretär António Guterres.

Die Mitglieder kommen überwiegend aus dem Globalen Süden und regionalen Partnerländern: Russland, Brasilien, Indonesien, Kasachstan, Laos, Pakistan, Malaysia, Südafrika, Belarus, Serbien, Kuba und Venezuela sind mit an Bord. „Die Organisation steht jedem souveränen Staat offen", betonte Außenamtssprecher Lin Jian.

Auffällig: Die USA, Großbritannien, die EU, Japan und Südkorea fehlen. Indien hat sich stattdessen dem US-geführten Bündnis „Pax Silica" angeschlossen, das im Dezember 2025 mit 24 Unterzeichnern startete.

Pekings Agenda: KI unter menschlicher Kontrolle

Chinas Präsident Xi Jinping rief auf der Konferenz am 17. Juli zu einer menschenzentrierten Technologiepolitik auf. „Die Entwicklung künstlicher Intelligenz darf kein Solo eines einzelnen Landes sein", sagte Xi. Er forderte Gesetze, die sicherstellen, dass KI unter menschlicher Kontrolle bleibt.

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WAICO will sichere, faire und nutzbringende KI-Entwicklung fördern. Gleichzeitig lehnt die Organisation ab, dass nationale Sicherheitsbedenken überdehnt werden, um technologischen Wettbewerb zu ersticken. Ein zentrales Ziel: globale Standards für KI-Regulierung setzen – speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Mitgliedsländer.

Xi plädierte für eine gerechte globale Ordnung: Internationale Regeln müssten durch breite Konsultation entstehen, nicht von wenigen Mächten dominiert werden. Die Initiative knüpft an Chinas Global AI Governance Initiative von 2023 an.

Milliarden-Investitionen in die KI-Zukunft

Um WAICO mit Leben zu füllen, kündigte China mehrere Förderprogramme an. In den nächsten fünf Jahren sollen 5.000 KI-Trainingsplätze für Teilnehmer aus Entwicklungsländern bereitgestellt werden. Zudem plant Peking KI-Anwendungszentren in Zusammenarbeit mit ASEAN, Arabischer Liga, Afrikanischer Union und BRICS.

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Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Chinas heimischer KI-Sektor boomt. 2025 erreichte die Kernindustrie einen Wert von umgerechnet rund 176 Milliarden Euro – getragen von über 6.200 spezialisierten Unternehmen. Chinesische Open-Source-KI-Modelle wurden weltweit mehr als zehn Milliarden Mal heruntergeladen.

Die Welt-KI-Konferenz in Shanghai selbst war ein Großereignis: 1.400 Teilnehmer diskutierten in 140 Foren. Chinesische Tech-Firmen präsentierten neue Hardware wie Huaweis Atlas 950 SuperPoD – die technische Basis für die neue Allianz.

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