ChatGPT-Werbung, OpenAI

ChatGPT-Werbung: OpenAI startet Self-Serve-Plattform in Großbritannien

19.06.2026 - 20:34:03 | boerse-global.de

Britische Firmen buchen nun selbstständig ChatGPT-Anzeigen. Parallel starten Testläufe in Japan und Südkorea.

OpenAI weitet Werbeplattform auf Großbritannien aus
ChatGPT-Werbung - A digital interface showing a generative AI chatbot and a glowing map of the United Kingdom, representing AI advertising expansion. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab sofort können britische Unternehmen Anzeigen auf ChatGPT selbstständig buchen – ohne direkte Absprache mit dem Vertriebsteam. Der Start am 19. Juni 2026 ist der fünfte internationale Markt für die junge Werbeplattform.

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Neue Flexibilität für Werbetreibende

Mit der Einführung des Self-Serve Ads Manager in Großbritannien erhalten Werbekunden erstmals die Möglichkeit, Kampagnen eigenständig zu verwalten. Budgets, Gebote und Ausspielungsgeschwindigkeit lassen sich direkt im System einstellen. Neu ist auch eine Cost-per-Click-Option (CPC), die als Alternative zum bisherigen Cost-per-Mille-Modell (CPM) dient.

Bereits in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland war die Plattform zuvor gestartet. Analysten von Enders Analysis sehen zwar wachsendes Potenzial, warnen aber vor regulatorischen Hürden: Das restriktive britische Werberecht könnte die Skalierung des Angebots erschweren.

Partnerschaften mit Werberiesen

OpenAI setzt bei der Expansion auf etablierte Partner. Zu den Kooperationspartnern zählen die großen Agenturnetzwerke WPP, Publicis, Omnicom und Dentsu sowie die Technologiekonzerne Adobe und Criteo. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Parallel zum Start findet das Branchenfestival Cannes Lions statt, bei dem OpenAIs Werbechef Dave Dugan Gespräche mit Marken und Agenturen führen wird.

Asien-Piloten mit strengen Regeln

Parallel zum UK-Launch startet OpenAI Testläufe in Japan und Südkorea. Dort werden Anzeigen ausschließlich erwachsenen Nutzern der kostenlosen „Free"- und „Go"-Tarife angezeigt. Höherwertige Abos wie Plus, Pro oder Enterprise bleiben werbefrei.

Die Werbung ist klar als gesponsert gekennzeichnet und strikt von den KI-Antworten getrennt. Nutzerdaten aus Chats werden nicht an Werbetreibende weitergegeben. Besonders sensibel: Anzeigen sind für Minderjährige gesperrt und werden bei Gesprächen über psychische Gesundheit oder Politik unterdrückt. In Japan arbeitet OpenAI mit lokalen Größen wie Dentsu Digital, Hakuhodo DY ONE und CyberAgent zusammen.

L'Oréal setzt auf KI-Werbung

Ein prominentes Beispiel für die Zusammenarbeit liefert der Kosmetikkonzern L'Oréal. Das Unternehmen integriert OpenAIs generative Modelle in sein „CreAItech"-Marketing-System – mit beeindruckenden Ergebnissen: Die Produktionskosten sanken um 40 Prozent, über 50.000 Marketing-Assets wurden bereits erstellt.

Die Marke Maybelline bringt zudem eine virtuelle Anprobe direkt in ChatGPT. L'Oréal zählt zu den frühen Werbekunden von OpenAI und schaltet seit April in den USA Kampagnen für Garnier, CeraVe und SkinCeuticals. Der Konzern investierte 2025 rund 1,5 Milliarden Euro in technische Infrastruktur.

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Milliardenziele trotz hoher Verluste

OpenAI peilt für 2026 Werbeeinnahmen von 2,5 Milliarden Dollar an – langfristig sollen es bis 2030 sogar 100 Milliarden Dollar sein. Die Kehrseite: Trotz prognostizierter Gesamteinnahmen von 20 Milliarden Dollar erwartet das Unternehmen in diesem Jahr einen Verlust von rund 14 Milliarden Dollar. Grund sind die immensen Kosten für Rechenzentren und Infrastruktur, die der Betrieb generativer KI erfordert.

Die Nutzerbasis wächst indes rasant. Laut Marktforschern von eMarketer nutzten im April 2026 rund 30 Prozent der US-Internetnutzer monatlich die Webversion von ChatGPT – ein vielversprechendes Publikum für die junge Werbeplattform.

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