ChatGPT-Werbung: OpenAI startet in Großbritannien mit neuem Modell
09.06.2026 - 14:15:48 | boerse-global.de
Seit dieser Woche können Nutzer in Großbritannien auf den kostenlosen und günstigeren Tarifen „Free" und „Go" gesponserte Links sehen. Bislang war das werbefinanzierte Modell nur in den USA verfügbar, wo der Testlauf im Februar 2026 begann.
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Werbung folgt der Gesprächsabsicht
Anders als bei Google oder Bing basieren die Anzeigen nicht auf Suchbegriffen, sondern auf dem Kontext des Gesprächs. Fragt ein Nutzer etwa nach Hotel-Empfehlungen oder Shopping-Tipps, erscheinen unter der KI-Antwort passende Links von Werbetreibenden. OpenAI betont, dass die Antworten der KI dadurch nicht beeinflusst werden.
Die Privatsphäre bleibt gewahrt: Werbetreibende erhalten keine sensiblen Daten wie Chat-Verläufe, Namen, E-Mail-Adressen, IP-Adressen oder genaue Standorte. Nutzer können die Werbung zudem in den Einstellungen deaktivieren.
Britische Werbekunden brauchen noch persönliche Betreuung
Während US-Unternehmen seit Mai 2026 einen Selbstbedienungs-Werbeanzeigenmanager nutzen können, läuft der britische Markt anders. Britische Werbekunden müssen ihre Buchungen über einen OpenAI-Ansprechpartner abwickeln – die Self-Service-Plattform bleibt vorerst den USA vorbehalten.
Zu den ersten Partnern auf der Insel zählen der Modehändler Zalando und die Agenturgruppe Dentsu. Erste Schätzungen gehen von Werbebudgets zwischen umgerechnet rund 45.000 und 55.000 Euro pro frühem Anzeigenkunden aus. Die Preise sind gefallen: Kostete eine tausend Kontakte (CPM) in den USA zu Jahresbeginn noch umgerechnet rund 55 Euro, lag der Wert im April 2026 bei etwa 23 Euro.
Strengere Regeln für personalisierte Werbung in Europa
Der Start fällt mit verschärften Werberichtlinien für die EU-Region zusammen. Seit dem 2. Juni 2026 verlangt OpenAI eine ausdrückliche Zustimmung (Opt-in) für personalisierte Werbung. Ohne Einwilligung sehen Nutzer nur nicht-personalisierte Anzeigen, die sich am unmittelbaren Gesprächskontext orientieren.
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Erst am 8. Juni führte OpenAI zudem einen „Lockdown Mode" ein. Diese Sicherheitsfunktion schützt sensible Daten, indem sie Live-Internetsuche und Agenten-Modi deaktiviert und auf zwischengespeicherte Inhalte zurückgreift. So sollen sogenannte Prompt-Injection-Angriffe verhindert werden.
Nächste Ziele: Japan, Südkorea, Brasilien und Mexiko
Großbritannien dient OpenAI als Sprungbrett für die weitere Expansion. Als nächste Märkte für das Werbemodell sind Japan, Südkorea, Brasilien und Mexiko im Gespräch.
Der Werbevorstoß fällt mit großen strategischen Schritten zusammen. Am 8. Juni reichte OpenAI Berichten zufolge vertrauliche IPO-Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein – mit einer angestrebten Bewertung von bis zu einer Billion US-Dollar. Gleichzeitig plant das Unternehmen, ChatGPT zu einer „Super-App" auszubauen: mit erweiterten Programmierwerkzeugen, autonomen KI-Agenten und Diensten Dritter, um die Einnahmen über Abos und Werbung hinaus zu diversifizieren.
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